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Fischach-Willmatshofen

01.04.2019

Der TV Willmatshofen steht auf festen Beinen

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2 Bilder
Ein Bild aus den Anfangsjahren des TV Willmatshofen: ein Gruppe Turnbegeisterter im Jahr 1933.
Bild: Archiv TVW

Exklusiv Der Turnverein Willmatshofen präsentiert zum 90-jährigen Bestehen einen Sportabend, bei dem sich 17 Gruppen durch die Jahrzehnte turnen. 

Der Turnverein (TV) Willmatshofen ist aus dem gesellschaftlichen Leben vor Ort nicht mehr wegzudenken. Er ist ein Aushängeschild des Fischacher Ortsteils. Und: Mit seinen rund 960 Mitgliedern ist er auch der größte Verein in der Marktgemeinde. Bis heute kennt er keinen Stillstand, und blickt auf eine bewegte Geschichte und ein umfangreiches sportliches Angebot. Sein 90-jähriges Bestehen feiert er am Samstag, 6. April, mit einem vielseitigen Sportabend in der Staudenlandhalle. Beginn ist um 18 Uhr, der Eintritt frei.

Die Veranstaltung führt zurück zu den Wurzeln und durch neun Jahrzehnte Turnsport. Insgesamt 17 Gruppen lassen diese Zeitspanne optisch, musikalisch und turnerisch aufleben. So stehen unter anderem „Die kleinen Ableger“, „Mädels auf hoher See“ und „Die rollenden Rocker“ neben „Jim Knopf“, „Lollipops“ und „Tanzmäuse“ auf der Bühne.

Turnübungen unter freiem Himmel

Die ungebrochene Faszination des Turnsports schwappte bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts. So wurde vor 90 Jahren auch der Turnverein Willmatshofen aus der Taufe gehoben. Mit seiner Gründung gaben 28 Männer und Jugendliche ihren Turnstunden einen offiziellen Rahmen, auch wenn ihre Übungen zunächst noch unter freiem Himmel oder in einer Scheune durchgeführt wurden.

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Als Faustball immer beliebter wurde, suchten die Mitglieder nach einer Stelle für einen Sportplatz. Dafür wurde eine Sandgrube planiert und als Spielfeld hergerichtet. „Zu den auswärtigen Wettkämpfen ging es hauptsächlich per Fuß oder mit dem Fahrrad“, erzählt TV-Vorsitzender Wolfgang Angerer.

Der Wunsch: ein eigenes Sportheim

Wie bei den meisten Vereinen in der Region kam der Spielbetrieb während des Zweiten Weltkriegs zum Erliegen. Der Grund: Viele Aktiven befanden sich an der Front. Wiederbelebt wurde der Verein 1946. Noch immer fanden die Turnübungen nur behelfsmäßig statt. Der Wunsch nach einem eigenen Sportheim wurde deshalb immer lauter.

1952 war es soweit. Der Verein errichtete an der Itzlishofer Straße eine Turnhalle. „Sie entstand mit einem Kassenstand von genau 1,30 Mark, aber viel Eigenleistung und Spenden“, zitiert Angerer die Chronik. Das Baumaterial holten die Helfer aus einem Abbruch im Dorf. Die neue Turnhalle lockte nun zu Damen- und Kinderturnen, später zu Tischtennis. „Auch eine sehr erfolgreiche Akrobatikgruppe installierte sich“, so Angerer.

Neue Abteilungen wurden gegründet

Mitte der 1980er-Jahre platzte das Gebäude aus allen Nähten. 1987 fand der Spatenstich der heutigen Halle statt. „Durch das attraktive Platzangebot explodierte der Turnverein förmlich“, berichtet Angerer. Die Folge: Neue Abteilungen wurden gegründet. Entsprechend stiegen die Mitgliederzahlen und das kontinuierlich bis heute. „Waren es 1988 noch circa 250, so zählen wir aktuell rund 960 Mitglieder, davon sind 75 Prozent aus Fischach“, sagt der Vorsitzende.

Auch in den nächsten Jahren wurde die Turnhalle mehrmals erweitert, unter anderem 1991 das alte Gebäude teilweise abgerissen und eine Sportgaststätte errichtet. Das alles sei nur durch den großen Zusammenhalt im Verein und mit unzähligen fachkundig durchgeführten Eigenleistungen möglich gewesen, macht Angerer aufmerksam. Immerhin seien damals insgesamt rund 1,8 Millionen Mark (920000 Euro) zu stemmen gewesen.

Bis zur Fertigstellung der beiden Bauabschnitte leisteten die Helfer 14300 Stunden. Nicht anders habe es sich bei der jüngsten umfangreichen Sanierung der Sportgaststätte verhalten. Auch hier hatte die Gemeinschaft im Verbund mit den Tell-Schützen Priorität.

Große Ausgaben kündigen sich an

Für Angerer steht der Turnverein auf festen Beinen, auch wenn sich die nächsten großen Ausgaben für Hallenbelag und Heizung bereits ankündigen. Das Miteinander sei ein wesentlicher Faktor für den Erfolg des Vereins, ebenso Veranstaltungen wie Faschingsbälle und Ü30-Partys sowie die breite Hallensportpalette. Insgesamt vermitteln die Übungsleiter derzeit in 32 Angeboten wöchentlich rund 46 Stunden Spaß am Sport. „In den Schoß geflogen komme dies aber nicht“, gibt Angerer zu. Das setze viele Faktoren voraus: stete Arbeit, Flexibilität, eine motivierte Vorstandschaft, gute Übungsleiter, attraktive Angebote und den Finger am Puls der Zeit.

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