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Meitingen/Thierhaupten

30.08.2018

Der Tod ist für sie kein Tabuthema

Jutta Totzeck und Lydia Schnelzer haben soeben ihre Ausbildung zur Trauerbegleiterin abgeschlossen. 

Die Hospizbegleiterinnen Jutta Totzeck und Lydia Schnelzer aus Thierhaupten sind nun auch Trauerbegleiterinnen. Wie sie die ehrenamtliche Aufgabe empfinden.

 Jutta Totzeck und Lydia Schnelzer haben gleich mehrere Gemeinsamkeiten: Beide sind ausgebildete Hospizbegleiterinnen. Beide engagieren sich in der Hospizgruppe Meitingen und Umgebung. Beide sind im Trauercafé aktiv, und beide kommen aus Thierhaupten. Gerade der letzte Punkt hat Mandy Regis-Lebender, die Koordinatorin der Hospizgruppe, dazu bewogen, bei diesen beiden Frauen nachzuhaken, ob sie nicht Interesse an einer Ausbildung zur Trauerbegleiterin hätten, denn: Die Ausbildung konnte größtenteils durch die Spende des Obst- und Gartenbauvereins Thierhaupten finanziert werden, die die Hospizgruppe Anfang des Jahres entgegengenommen hat. So kam die Spende des Thierhauptener Vereins in Höhe von 1000 Euro zwei Frauen aus Thierhaupten zugute: Jutta Totzeck und Lydia Schnelzer.

An insgesamt zehn Kurstagen hatten die Trauerbegleiterinnen viele Themen zu lernen. Einige davon, beispielsweise die Sterbe- und Trauerphasen, waren für die ausgebildeten Hospizbegleiterinnen nichts Neues mehr. Allerdings sei der Ansatz ein anderer, erklärt Jutta Totzeck. Die Trauerbegleitung setzt bei den Trauernden an. Die Betreuung der Hinterbliebenen gleicht mehr einer Einzelbegleitung. Als Hospizbegleiterinnen stehen sie hingegen schwerstkranken Menschen sowie deren Angehörigen bei. Familienangehörige, Therapeuten und Ärzte sind in dieser Phase noch viel stärker eingebunden.

Jutta Totzeck und Lydia Schnelzer sind Teil des Teams der Hospizgruppe Meitingen, die aktuell aus acht Hospizbegleitern besteht, davon haben sechs eine Zusatzqualifikation als Trauerbegleiter. Jutta Totzeck hat die Ausbildung auch als „persönliche Bereicherung“ empfunden, wie sie erklärt.

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Die Berührungsängste rund um das Thema Tod und Trauer sind noch groß

Sicherlich wird sie einige Inhalte und praktische Anregungen in ihr Ehrenamt als Hospiz- und Trauerbegleiterin einbringen. Bei vielen Menschen in ihrem Bekanntenkreis stößt ihr ehrenamtliches Engagement allerdings auf Verwunderung. Jutta Totzeck entgegnet diesen verwunderten Blicken dann mit den Worten: „Das ist nicht schwer, und das ist auch nicht schlimm.“ Auch Lydia Schnelzer bemerkt, dass die Berührungsängste rund um das Thema Tod und Trauer noch groß sind: „Rückfragen kommen nur von denjenigen, die mich sehr gut kennen.“ Die Themen sind in vielen Köpfen ein Tabuthema, allerdings kann Mandy Regis-Lebender auch stolz sagen: „Wir – das heißt die Hospizgruppe mit all ihren unterschiedlichen Angeboten – etablieren uns.“ Der ambulante Hospizdienst ist in die Struktur der Ökumenischen Sozialstation fest eingebunden. Neben der Hospizbegleitung stemmt das Team der Hospizgruppe eine geschlossene Trauergruppe, eine qualifizierte Trauerbegleitung sowie ein offenes Trauercafé. Dass noch weitere Angebote folgen werden, ist durchaus realistisch, denn Jutta Totzeck und Lydia Schnelzer haben bereits einige Ideen entwickelt, die zum Thema passen könnten. Was umgesetzt wird, soll aber zunächst in der Hospizgruppe besprochen werden.

Die nächste Ausbildung zum Hospizbegleiter beginnt am 28. September. Unverbindlich informieren kann man sich bei Koordinatorin Mandy Regis-Lebender. Die geschlossene Trauergruppe startet am 1. Oktober. Weitere Informationen dazu gibt es unter Telefon 08271/8120222 sowie per E-Mail unter hospiz@sozialstation-meitingen.de.

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