60 Jahre

12.11.2014

Der Traum der Fischer

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Der Fischereiverein Thierhaupten ist 60 Jahre alt geworden. Zucht und Ausbildung sind seine Schwerpunkte. Warum er jetzt ein ganz neues Ziel ansteuert

Seit sechs Jahrzehnten gibt es den Fischerverein Thierhaupten, der im Jahr 1954 von 13 Gründungsmitgliedern ins Leben gerufen wurde. Die bewegte Vereinsgeschichte soll bald um ein weiteres Kapitel reicher werden, da die Petri-Jünger den Neubau eines Vereinsheimes planen.

Obwohl der Fischerverein heuer sein 60. Wiegenfest feiern konnte, ist der Verein längst nicht in die Jahre gekommen. Davon konnten sich viele hunderte Besucher erst am vergangenen Sonntag überzeugen, als das 23. Fischerfest im Kloster stattfand und dabei viele Ehrenamt-liche ihre Dienste mit Bravour vollbrachten (siehe eigenen Bericht).

Seit dem Jahr 1999 wird der Verein von Manfred Stilgmair als Vorsitzendem geleitet und zählt heute 187 Mitglieder, wovon 15 Jugendliche sind. Zwar lebt keines der damaligen 13 Gründungsmitglieder mehr, doch der 42-jährige Technische Angestellte Stilgmair weiß, dass nach den anfänglichen ruhigen Jahren zwei Meilensteine in der Vereinsgeschichte herausragend waren. Zum einen das Jahr 1980, als das ehemalige „Küfner-Haus“ gekauft wurde und nach umfangrei-chen Sanierungsarbeiten zum Fi-scherheim umfunktioniert wurde. Der andere Meilenstein war der Erwerb des Klosterweihers, der idyllisch westlich und unterhalb der Klosteranlage liegt. 1984 wurde das Gewässer zuerst gepachtet und mit umfangreichen Sanierungsarbeiten begonnen. Hier war sogar ein Sprengstoffkommando der Bun-deswehr mit der Bombensuche be-auftragt, ehe über 3000 Kubikmeter Schlamm aus dem Gewässer gebag-gert werden konnten, erzählt Stiglmair. Nach einem Jahr Bauzeit hieß es dann „Wasser marsch“ und der Weiher konnte seiner Bestimmung, nämlich der Fischzucht, übergeben werden.

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Die schwerste Entscheidung der Vereinsgeschichte

Im Jahr 1986 stand die vielleicht schwerste Entscheidung in der über 60-jährigen Vereinsgeschichte an: Für 339391,35 DM wurde der Weiher von der letzten Gutsherrenfamilie des Klosters erworben. Damit begannen schwierige finanzielle Jahre für den Verein. Doch er hat sich davon erholt und war statt nach 30 Jahren bereits nach der Hälfte der Zeit, also 2002, schuldenfrei.

Für das Vereinsleben notwendig waren ständige Investitionen. So wurde im Jahr 2001 der „Obere Weiher“ gebaut, wo versuchsweise die Raubfischarten Hecht und Zander gezüchtet werden sowie ein Geräteschuppen am vereinseigenen Gelände neben dem Klosterweiher.

Ebenso notwendig war laut Manfred Stiglmair für den Verein eine aktive Jugendarbeit. Bereits im Jahr 1970 wurde die erste Jugendgruppe gegründet und seitdem fast 200 Jugendliche betreut.

Unabdingbar ist auch die Ausbildung. Im Jahr 1962 fand der erste Fischerkurs für 46 Mitglieder und 23 Gäste statt. Seit nun über 25 Jahren ist die Ausbildung und Vorbereitung zur Fischerprüfung eine elementare Aufgabe des Vereins, da hier jährlich im Schnitt 35 Personen betreut werden. Am Rande des Fischerfestes erläuterte Manfred Stiglmair auch einen großen Traum seiner Mitglieder. Nachdem am alten Standort gegenüber dem Rathaus keine Expansionsmöglichkeiten vorhanden sind, haben die Mitglieder auf der Jahreshauptversammlung im Jahr 2012 den Wunsch nach einem Neubau geäußert. Dieser soll schon bald am Klosterweiher entstehen, wo ein Schulungsraum, Jugendraum, Verwaltungsbüro, Schlachthaus und Lagermöglichkeiten unter einem gemeinsamen Dach die weitere positive Zukunft und Entwicklung des Fischervereins Thierhaupten sichern sollen. Der Fischerverein Thierhaupten wurde im Jahr 1954 von 13 Gleichgesinnten gegründet. Heute hat der Verein 187 Mitglieder, davon 15 Jugendliche. Die Hauptaufgabe besteht darin, die Fischereigewässer mit neun Weihern rund um Thierhaupten und die sieben Kilometer Fließgewässer am Lech mit Altwasserstau zu betreuen. Dazu gehören Besatzmaßnahmen besonders für Fischarten, die gefährdet sind. Zusammen mit dem Fischerverein Meitingen beteiligen sich die Thierhauptener Petri-Jünger am Artenhilfsprogramm am Lech für die gefährdeten Fischarten Esche und Aalrute.

35 Zentner Karpfen aus dem Weiher geholt

Das wichtigste Gewässer ist der vereinseigene Klosterweiher, der zur Aufzucht von Karpfen dient. Der diesjährige Ernteertrag betrug 35 Zentner K3-sömmige Karpfen (Lebensjahr drei Jahre). Diese werden zum Besatz der Weiher verwendet und teilweise beim Fischerfest verspeist. Neben dem jährlichen Fischerfest gehört der monatliche Fischeverkauf mit frischen Fischen und Räucherfischen fest zum Vereinsleben.

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