1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg Land)
  3. Der Urnenwunsch kommt nicht aus heiterem Himmel

Fischach

26.07.2019

Der Urnenwunsch kommt nicht aus heiterem Himmel

Auf dem Friedhof in Siegertshofen sollen statt einer Urnenwand zunächst sieben Urnengräber entstehen. Als Standort für die Anlage wurde der Platz hinter den bestehenden alten Pfarrergräbern ins Auge gefasst. 
Bild: Siegfried P. Rupprecht

In Siegertshofen zieht eine neue Bestattungskultur ein. Dafür hat sich das Gremium stark gemacht. Zugleich macht es Zuschüsse für die Vereine locker.

Dem ungebrochenen Trend zur Urnenbestattung trägt die Marktgemeinde auf dem Friedhof in Siegertshofen Rechnung. Dort ist von einer Steinstele fixiert eine halbkreisförmige Anlage für Urnengräber geplant. Darauf verständigte sich der Gemeinderat einstimmig in seiner jüngsten Sitzung. Thema war zudem die Beschlussfassung über die Zuschüsse an die örtlichen Vereine.

Der Wunsch nach neuen Urnengräbern in Siegertshofen kommt nicht aus heiterem Himmel. Zunehmend mehren sich die Nachfragen nach kleinen und zugleich pflegeleichten Grabstätten. Auch die Kirchengemeinschaft hatte schon länger diesen Wunsch.

Von einer Urnenwand Abstand genommen

Ausgangspunkt war zunächst eine Urnenwand an der Nordseite der Kirche St. Nikolaus. Bei mehreren Ortsterminen mit dem Vertreter der Kirchengemeinde und dem Kunstbeauftragten der Diözese wurde allerdings von einer Urnenwand Abstand genommen und eine Anlage aus Erdgräbern nach dem Beispiel in Steinekirch bevorzugt.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Winfried Rindle, künftiger Marktbaumeister, nannte dazu die Eckdaten: „Die geplante Anlage ist für sieben Urnengräber entwickelt, mit der Möglichkeit einer späteren Erweiterung.“ Sie solle eine Metalleinfassung mit eingelegten Grabplatten erhalten. Eine Steinstele diene als Fixpunkt und weise auf die Urnengräber hin, erläuterte er weiter. Als Standort sei der Platz hinter den bestehenden Pfarrergräbern geplant. Diese Anlage werde von einer Steinmetzfirma für rund 6200 Euro angeboten.

Ein Wunsch aus der Bürgerversammlung

Zweiter Bürgermeister Michael Menner kritisierte zunächst die hohen Kosten von rund 900 Euro pro Urnengrab. Eine herkömmliche Grabstätte belaufe sich auf circa 500 Euro. Marianne Koos erinnerte, dass die Urnengräber ein Wunsch aus der Bürgerversammlung gewesen seien. Bürgermeister Ziegelmeier verwies darauf, dass sich die Kirchengemeinschaft einstimmig für diese Anlage ausgesprochen habe. Nun müsse entschieden werden, ob die Marktgemeinde die Gestaltung in dieser Form weiterverfolge. Das Gremium votierte schließlich einstimmig dafür.

Ein weiteres Thema war die Bezuschussung der Ortsvereine. Auch hier nimmt die Marktgemeinde wieder viel Geld in die Hand. So wurden heuer 30000 Euro in den Haushalt eingestellt.

Doch wer erhält überhaupt Vereinszuschüsse? Sie richten sich nach den vom Vereinsbeirat erarbeiteten Richtlinien. So bekommen Vereine auf Antrag Leistungen, wenn sie ein Vereinsheim unterhalten. Hier werden die Heiz- und Stromkosten sowie die Wasser- und Kanalgebühren berücksichtigt und diese mit 25 Prozent bezuschusst. In diese Kategorie fallen elf Vereine.

Zuschüsse von insgesamt rund 12.185 Euro

Der Vereinsbeirat errechnete zum Unterhalt der Gebäude Zuschüsse von insgesamt rund 12.185 Euro. Den größte Brocken mit 3414 Euro wurde für den TSV Fischach lockergemacht, gefolgt vom Reit- und Fahrverein mit 1854 Euro und dem TV Willmatshofen mit 1673 Euro. Den Restbetrag verteilte der Beirat nach den eingegangenen Vereinsanträgen mit einer Förderquote von 52,64 Prozent.

Dabei bemerkte Ziegelmeier, dass diesmal Investitionsanträge zu Anschaffungen und Reparaturen zunächst lediglich von den Ortsvereinen Siegertshofen, vom TV Willmatshofen, der Veteranen- und Reservistenkameradschaft, dem Ski- und Wanderverein, dem TV Willmatshofen und der Kolpingsfamilie eingegangen seien.

Nachträglich sei noch ein Antrag der Willmatshofer Ortsvereine für die Erstellung des Stadels und der Hüttenerweiterung auf dem Dorffest vorgelegt worden.

18.100 Euro für 150 Stapelstühle

Den größten zuschussfähigen Betrag mit rund 18.100 Euro für 150 Stapelstühle plus Transportkarren hatte dabei die Kolpingsfamilie vorgelegt. Daraus resultierte ein Zuschuss von 9536 Euro. Der Zuschuss an die Ortsvereine Willmatshofen in Höhe von 5143 Euro ging dagegen nur auf eine Kostenschätzung zurück. Entsprechend der Empfehlung des Vereinsbeirats soll dieser Zuschuss jedoch erst nach Vorlage der Rechnung zur Auszahlung kommen.

Die Marktgemeinderäte kamen sowohl dieser Empfehlung als auch den anderen Vorschlägen des Vereinsbeirats einstimmig nach.

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren