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Emersacker

03.03.2020

Der Weltmarktführer für Fitnessgeräte sitzt in Emersacker

Das Unternehmen „Milon“, ein Fitnessgerätehersteller aus Emersacker, feiert sein 50-jähriges Bestehen.
Bild: Christoph Lotter

Plus Die Firma Milon gibt es nun schon seit 50 Jahren. Wie der Hersteller von Fitnessgeräten aus dem kleinen Emersacker zum Weltmarktführer wurde.

Das erste Gerät, das die Firma Milon je auf den Markt brachte, war eine Tennisballwurfmaschine. Anfang der 70er-Jahre kam ein Betreiber eines Tennisplatzes auf den Unternehmer Dieter Miehlich und seinen Geschäftspartner zu, die damals gerade die Firma miha gegründet hatten. Er hatte in Amerika solche Maschinen gesehen und fragte nach, ob so etwas nicht auch hier möglich wäre. Miehlich war begeistert. Er begann mit dem Bau einer solchen Maschine. Mit Erfolg: In den 80er-Jahren war die Firma mit der ersten automatischen Tennisballmaschine bereits der weltweite Marktführer.

Das Unternehmen baute daraufhin weitere Modelle von Ballwurfmaschinen. Allmählich weitete sich die Firma dann auch auf Kraftgeräte aus. Heute beliefert Milon mehr als eine Million Menschen in 26 verschiedenen Ländern weltweit mit Fitnesssystemen. Dieses Jahr kann das Unternehmen bereits sein 50-jähriges Bestehen feiern.

Maschinen aus fünf Jahrzehnten sind in Emersacker zu sehen

Wie das Unternehmen zu seinem Erfolg gekommen ist, konnten Besucher bei einer Hausmesse direkt am Produktionsstandort in Emersacker erfahren. Viel Andrang herrschte bei der Führung durch die Produktionshallen. Dort waren Maschinen aus den vergangenen fünf Jahrzehnten zu sehen: Von der Tennisballmaschine, mit der 1970 alles begann, über eine Skimaschine von 1992, mit welcher man maschinell das Skifahren trainieren kann, bis hin zu hochmodernen Krafttrainingsgeräten wie der „Milon Chest Press“ aus dem Jahr 2017.

Der Milon Q Kraft- und Ausdauerzirkel ist vom Anfänger bis zum Fortgeschrittenen das perfekte Training, verspricht der Hersteller.
Bild: Fotos: nolimit/oH

Die neuen Geräte sind vollautomatisch, können individuell eingestellt und beispielsweise mit einem Fitnessarmband verbunden werden. Sie arbeiten dabei nicht mit Gewichtsplatten, sondern mit elektronisch erzeugten Widerständen. So lassen sich Widerstände präziser einstellen. Doch trotz Modernisierung und immer größer werdendem Erfolg hat sich eines nicht verändert: Heute wie früher produziert das Unternehmen mit mittlerweile 160 Mitarbeitern in Emersacker. „Lokal produzieren und global handeln, das ist unser Konzept“, sagt Bernd Reichle , der Geschäftsführer von Milon.

Mit Leidenschaft für die Menschen arbeiten

Landrat Martin Sailer bekräftigt ihn in seinem Konzept: „In unserer globalisierten Welt verändert sich alles unheimlich schnell.“ Deshalb sei das Motto von Milon, „Innovation aus Tradition“, sehr wichtig: Das Unternehmen sei auf dem Weltmarkt hochrelevant, sei aber trotzdem immer dem Standort Emersacker treu geblieben. Heute sei es einer der wichtigsten Arbeitgeber in der Region, sagt Sailer.

Die Motivation für Geschäftsführer Reichle für seine Arbeit seien dabei stets die Menschen und die Mitarbeiter gewesen. „Wir arbeiten tagtäglich daran, Menschen fit und gesund zu machen. Und das mit großer Leidenschaft.“

Zielgruppe des Unternehmens seien jedoch nicht junge Menschen, die regelmäßig ins Fitnessstudio gehen, sagt Reichle. „Wir sind eher auf Leute im Alter spezialisiert, die gesund bleiben und sich fit fühlen wollen.“ Deshalb sei vor Kurzem auch die Five GmbH angeschlossen worden, die sich auf Biokinematik spezialisiert hat, also Bewegungen, die Schmerzen im Körper lindern sollen.

Zwei Trends bestimmen die Branche der Fitnessstudios

„Es gibt einen Wandel im Bewusstsein der Menschen, immer mehr Leute gehen zum Training. Außerdem werden die Menschen immer älter, wollen aber trotzdem noch eine hohe Lebensqualität haben“, sagt Wolf Harwarth , Geschäftsführer bei Five und Milon. Für die kommenden Jahre sieht er für die Fitness- und Gesundheitsbranche außerdem eine Entwicklung in sehr unterschiedliche Richtungen: „Einerseits gibt es ein starkes Wachstum bei eher billigen Fitnessstudios. Andererseits gibt es eine ganz starke Gegenbewegung: Premiumstudios, die eher klein sind, dafür aber sehr hochwertig.“ In letzterem Bereich sei auch Milon angesiedelt, sagt Harwarth.

Trotz wachsender Popularität gingen jedoch immer noch 98 Prozent der Bevölkerung nicht ins Fitnessstudio. „Deshalb müssen wir weiter Aufklärungsarbeit leisten und diese Leute ins Studio bringen“, lacht Harwarth.

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