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Bildung

07.02.2015

Der geteilte Chef

Im Landkreis führen zehn Rektoren 20 Schulen. Der erste Schritt zur Schließung?

Immer mehr Grundschulleiter müssen mehrere Schulen gleichzeitig führen. Das ist offenbar ein bayernweiter Trend. Von der höheren Belastung betroffen sind auch viele Leiter von Schulen im Landkreis Augsburg. Die Landtagsabgeordnete und stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD im Kreistag, Simone Strohmayr, kritisiert: „Diese Sparmaßnahme ist oft der erste Schritt zur Schließung.“

Im laufenden Schuljahr werden im Landkreis Augsburg 20 staatliche Grund- und Mittelschulen von nur zehn Schulleitern geführt. Das geht aus der Antwort der Staatsregierung auf eine Anfrage der SPD-Landtagsfraktion hervor.

Zu ihnen gehört auch Johann Dürr, Rektor der Grund- und Mittelschule Fischach-Langenneunfach. Bei einem Ortstermin hatte er gegenüber Simone Strohmayr die erhebliche Mehrarbeit für solche Schulleitungen bestätigt.

Bayernweit sind es 546 Schulleitungen, die für 1117 selbstständige staatliche Grundschulen und staatliche Mittelschulen zuständig sind, darunter 25, die sogar drei Schulen zu betreuen haben. „Allein in diesem Schuljahr gibt es in Bayern zehn neue Grundschulen, die von einer benachbarten Schulleitung mitgeführt werden“, erklärt Strohmayr. „Dadurch wächst natürlich auch die Belastung der einzelnen Schulleiter. Außerdem ist die Zusammenlegung der Schulleiterstellen oft der Anfang vom Ende eines der beiden betroffenen Schulstandorte. Eine Entwicklung, die wir auf das Schärfste ablehnen.“

Die Staatsregierung argumentiert, dass die Qualität einer Schule auf längere Sicht nur von einem Team mit einer gewissen Mindestgröße wirksam gestaltet werden könne.

„Das ist natürlich Quatsch“, widerspricht Strohmayr dieser Argumentation. „Ein Schulleiter, der auf mehreren Hochzeiten gleichzeitig tanzen muss, kann sich nicht im gleichen Maße um eine Schule kümmern wie der Kollege, der nur eine zu betreuen hat.“ Die SPD-Politikerin warnt in einer Pressemitteilung: „Unter den Personaleinsparungen leidet die Qualität des Unterrichts, und damit leiden auch die Schüler.“ (AL)

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