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Freizeit

22.06.2019

Der heilige St. Florian aus der Spraydose

Das Feuerwehrgerätehaus in Ustersbach erhielt einen neuen Stempel verpasst: Sieben Jugendliche unter Anleitung von erfahrenen Sprayern des Vereins Die Bunten verschönerten eine Wand mit einem Graffiti. Dabei wurde passend zu den Brandschützern ein farbenfrohes Motiv gewählt.
Bild: Siegfried P. Rupprecht

Sieben Jugendliche leben an zwei Tagen beim Feuerwehrhaus in Ustersbach die farbenfrohe Kunst von Graffiti aus – ganz legal

Zuerst wurde der Schriftzug FFW für freiwillige Feuerwehr entworfen. Dann entstand die Silhouette der Gemeinde Ustersbach mit ihrem prägnanten Kirchturm und anschließend kam St. Florian, der Schutzheilige gegen Feuergefahr mit dem Wasserkübel, hinzu. Was die sieben Teilnehmer im Rahmen des Pfingstferienprogramms der Kommune an einer Wand des Feuerwehrgerätehauses kreativ umsetzten, ist Graffiti vom Feinsten. An zwei Tagen tauchten sie in die Welt der Sprühdosenkunst ein. Und das ganz legal.

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Die Wand im öffentlichen Raum zu besprühen haben die beiden Jugendbeauftragten der Gemeinde, Andrea Braun und Angelika Ortner, ermöglicht. Da es vor Ort keine Graffiti-Szene gibt, beschlossen sie, einen Workshop auf die Beine zu stellen. Dazu gewannen sie den Augsburger Verein Die Bunten. Dahinter steckt nicht nur eine rührige Graffiti-Truppe, sondern auch ein Verein, der die farbenfrohe Kultur des Sprühens kreativ lebt. Zwei erfahrener Sprayer, Aaron Roßner und Lou Zeh, gaben den Jugendlichen Einblick in ihre facettenreiche Welt, kurz: Ihre Liebe für Street-Art. Beide haben bereits viele Projekte leitend begleitet und umgesetzt.

Informativ gingen sie auf die Geschichte von Graffiti ein, streiften die Anfangszeiten des Hip-Hop, aber auch die unterschiedliche Akzeptanz, Wahrnehmung und Definition zwischen Schmiererei und Kunst. Beides schließe sich nicht aus, hieß es. Generell urteilten sie: Ohne Erlaubnis an Hauswänden oder Ähnliches zu sprühen sei generell tabu.

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Das Thema lag auf der Hand. Es galt, eine Wand des Feuerwehrgerätehauses einen künstlerischen Stempel zu verpassen. So wurde gemeinsam für das Motiv eine Skizze angefertigt und die Spraytechnik geübt. Und dann ging es auch schon an die Umsetzung. Selten hätte er derart motivierte Kids erlebt, meinte Aaron Roßner anerkennend.

Schon bei der Erarbeitung des Motivs hätten alle intensiv zusammengearbeitet und viele gute Vorschläge eingebracht. „Das zeigt sich dann auch am FFW-Schriftzug, der treffend unter anderem mit Verbrennungsrückständen und züngelnden Flammen umgesetzt wurde.“ Lob kam auch von Lou Zeh. Es mache große Freude, mit diesen Jugendlichen zu arbeiten und Kreatives zu schaffen, resümierte er.

Sehr zufrieden mit dem Endergebnis zeigte sich Annalena Keppeler. Die 13-Jährige nahm an dem Workshop teil, weil ihr daran das kreative Schaffen und die künstlerische Umsetzung reizen. Katherina Ortner schwärmte von der nahezu grenzenlosen Graffiti-Vielfalt, aber auch, dass Platz für Details geblieben sei. Hinzu käme das Miteinander mit Gleichgesinnten.

Lou Zeh appellierte an Kommunen, Graffiti-Künstler mit ins Boot zu nehmen, damit diese legal Kunstwerke in öffentlichen Raum gestalten können. Potenzial dazu gäbe es genügend, meinte er und verwies auf die wenig ansehnlichen Stromkästen und Trafostationen.

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