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Wechsel am Gymnasium Neusäß

24.09.2009

Der neue Direktor will erst einmal an den kleinen Schrauben drehen

Kinder zu mögen, das ist für den neuen Direktor des Neusässer Gymnasiums, Ernst Weidl, das A und O im Lehrerberuf. Die Schüler stehen für den 54-jährigen Pädagogen im Mittelpunkt seiner Arbeit. Umso mehr freut ihn das Abschiedsgeschenk, das ihm an seiner ehemaligen Schule in Gunzenhausen überreicht wurde. Das Bild, in dem das Wort "Ade" mit Klassenfotos dargestellt wird, steht nun im neuen Büro in Neusäß. Von Regine Kahl

Neusäß Kinder zu mögen, das ist für den neuen Direktor des Neusässer Gymnasiums, Ernst Weidl, das A und O im Lehrerberuf. Die Schüler stehen für den 54-jährigen Pädagogen im Mittelpunkt seiner Arbeit. Umso mehr freut ihn das Abschiedsgeschenk, das ihm an seiner ehemaligen Schule in Gunzenhausen überreicht wurde. Das Bild, in dem das Wort "Ade" mit Klassenfotos dargestellt wird, steht nun im neuen Büro in Neusäß.

Es sind zwei große "Baustellen", die der Direktor übernommen hat: die Leitung der Schule und die der Seminarausbildung für Referendare. 1250 Schüler gehen auf das Justus-von-Liebig-Gymnasium. Sieben fünfte Klassen gibt es heuer. Rund 100 Lehrer unterrichten in Neusäß, 22 Nachwuchskräfte werden ausgebildet. Die Vorgängerin von Weidl, Christa Lacher, ist in den Ruhestand gegangen.

Weidl ist froh, sich im Studium für die Schulart Gymnasium entschieden zu haben. Nirgends sei die Altersspanne so groß: Vom kleinen Fünftklässler über die Jugendlichen in der Pubertät bis zum erwachsenen Abiturienten. "Die Entwicklung zu beobachten macht die Arbeit so reizvoll," sagt Weidl.

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Dies bleibe gleich, auch wenn Schule und Unterricht sich in den letzten zehn Jahren sehr verändert hätten. So werde heute viel mehr Wert auf nachhaltiges Wissen gelegt. Grundwissen zu vermitteln, ist nach Überzeugung von Weidl viel wichtiger, als sich in Details zu verlieren. Die Rolle des Lehrers im Unterricht sieht Weidl in der des "Lernberaters".

Die Erziehung sei aber die wichtigste Aufgabe. Weidl: "Das spielt eine immer größere Rolle." Die guten alten Tugenden, die auch für das Berufsleben gebraucht werden, möchte er weiterhin vermitteln. "Grüßen nicht vergessen", ruft er zum Beispiel freundlich, aber bestimmt einer Gruppe vorbeitobender Fünftklässer im Treppenhaus nach.

Nach dem Referendariat gehörte Weidl 1980 zu denjenigen, die trotz "Lehrerschwemme" in Augsburg eine Stelle bekommen haben. Im Jahr 2000 wechselte er nach Gunzenhausen, erst als stellvertretender Schulleiter, später als Direktor. "Ich suche mir gerne neue Herausforderungen", begründet er seine Bewerbung für Neusäß. Außerdem hat Weidl das Justus-von-Liebig-Gymnasium interessiert, weil es zugleich Ausbildungsschule für Junglehrer ist. "Mit den jungen Leuten zu arbeiten ist erfrischend." Als Direktor unterrichtet er zwar keine Schulklassen mehr, bildet aber die Referendare in Schulrecht und Schulkunde fort. Weidl hält diese Arbeit für sehr entscheidend - auch als Vorbild. "In dieser Zeit kann man Freude am Beruf und Kompetenz vermitteln."

Die ersten Wochen an der neuen Schule waren für ihn "voll gefüllt" mit Gesprächen. Weidl verschafft sich erst mal einen Überblick. Er will zunächst zuhören, beobachten und nichts übers Knie brechen. "Es geht in der ersten Zeit darum, an den kleinen Schrauben zu drehen und nicht gleich Vollbremsungen hinzulegen."

Von Kollegen, Eltern und Schülern sei er mit großer Offenheit aufgenommen worden, freut sich Weidl. Natürlich seien alle gespannt gewesen, wie "der Neue" so sei. Die Zeiten, in denen vor allem Schüler in Ehrfurcht vor einem Direktor erstarren, seien aber "Gott sei Dank" vorbei.

Ein Ziel von Weidl ist es, die Schule nach außen zu öffnen, zum Beispiel über Projekte oder Kooperationspartner. Er freut sich aber auch, dass er eine sehr "vitale Schule" vorfinde. Als Beispiele nennt Weidl das Projekt "Jugend forscht" oder die aktive Schülermitverwaltung. Dies passt alles in die Überzeugung des neuen Direktors: "Schule darf kein Elfenbeinturm sein."

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