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Bürgerversammlung

25.11.2019

Der neue Ortskern wirft viele Fragen auf

Die Erweiterung des Friedhofs in Neukirchen gehörte zu den größeren Maßnahmen im vergangenen Jahr.
Foto: Marcus Merk

Thierhaupten will drei große Projekte angehen. Für das Gerätehaus gibt es eine neue Nutzung

Die Sanierung der Schule, das geplante Seniorenheim und die neue Ortsmitte sind allesamt Themen, die die Thierhauptener Bürger besonders umtreiben. Auf der Bürgerversammlung im Herzog-Tassilo-Saal im Kloster stellte Bürgermeister Toni Brugger die großen Zukunftsprojekte vor.

Aber auch der Rückblick auf bereits Geschafftes kam nicht zu kurz. Knapp zwei Stunden lang fasste er die größten Maßnahmen der Gemeinde im vergangenen Jahr zusammen. Und die Liste war lang. Der Bau von Verkehrsinseln an den Ortseingängen in Thierhaupten, die Fertigstellung von Hochwasserschutzvorrichtungen, die Erweiterung des Friedhofs in Neukirchen, die Kanalarbeiten in Hölzlarn und die Erschließung neuer Baugebiete zählen dazu.

Die geplanten Investitionen umfassen auch den Ausbau der Ortsverbindungsstraße Ötz–Thierhaupten, die Errichtung einer Kulturtenne im Kloster und den Bau eines neuen Tiefbrunnens zur Gewinnung von Trinkwasser.

Nach dem Bericht des Rathauschefs hatten die Bürger das Wort. Viele Fragen gab es zu den Themen Seniorenzentrum, Schule und Ortsmitte. „Ist das wirklich der richtige Ort“, fragte ein Bürger und meinte damit den geplanten Standort des Seniorenheims.

Seit Jahren spalten sich bei der favorisierten Baulücke unweit von Kita, Pfarrkirche und Bibliothek die Meinungen. Bürgermeister Brugger ist überzeugt, dass die vorgesehene Fläche die richtige sei. Als klare Vorteile für das Grundstück sieht Brugger die zentrale Lage und die unmittelbare Nachbarschaft zu Kirche, Kloster, Friedhof, Marktplatz und Bibliothek. Viele Experten aus dem Pflegebereich sprachen sich unabhängig voneinander bei diversen Ortsbekundungen für den Standort aus. Ein Bürger wollte wissen, ob das Seniorenheim dort überhaupt erweitert werden könne. Zudem schlug er vor, die Fläche besser für eine mögliche Vergrößerung des Kindergartens freizuhalten. Eine Erweiterung der Kita in einem separaten Gebäude in der Nachbarschaft sei für den Betriebsablauf nur bedingt empfehlenswert, erklärte Brugger. Und auch Flächen für eine Erweiterung des Seniorenheims seien wegen des geplanten Nutzungskonzepts als Tagespflege, Senioren-WG und Beratungsstelle nicht notwendig.

Kritische Fragen wurden zur Ortsmitte gestellt. „Was verspricht man sich von der Ortsmitte?“, merkte ein Thierhauptener provokant an. Der Rathauschef schien irritiert von der Frage zu sein. Die Kommune wolle einer Verwaisung des Kernorts entgegenwirken, Banken, Gaststätten und Geschäfte stärken, einen gemeindlichen Platz für den Wochenmarkt schaffen und das alte Feuerwehrhaus für eine Umnutzung ausbauen.

Spruchreif war bereits, wie es mit dem derzeit leer stehenden Gerätehaus weitergehen soll. Dort werde eine Metzgerei, die auch regionale Produkte anbietet, eröffnen. So kommt nach einer Flut an Schließungen wieder ein neues Geschäft in die Ortsmitte.

Für das größte Staunen auf der Bürgerversammlung sorgten aber nicht die gemeindlichen Neuigkeiten, sondern vielmehr die Bewirtung im Kloster: Noch während der Versammlung drehte der Klosterwirt still und heimlich den Getränkehahn zu, und die Bürger saßen auf dem Trockenen. Mit Kopfschütteln und vereinzeltem Gelächter quittierten die Thierhauptener das Verhalten des Gastwirts.

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