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Stichwahl

31.03.2014

Der neue Rathauschef weint Freudentränen

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Der Gewinner Michael Wörle in Siegerpose – versteinert war der Blick Jürgen Schantins (links), als klar war, dass er sein Amt als Gersthofer Rathauschef abgeben muss.

Der parteilose, von SPD und Freien Wählern unterstützte Michael Wörle gewinnt mit 57,6 Prozent. Der bisherige Amtsinhaber Jürgen Schantin kommt in Gersthofen auf 42,4 Prozent

Versteinerte Mienen und Freudentränen, die ganze Palette menschlicher Gefühle fand sich gestern Abend im Gersthofer Rathaussaal bei der Bekanntgabe des Ergebnisses der Bürgermeisterstichwahl: Herausforderer Michael Wörle (parteilos, von SPD und FW unterstützt) gelang es, mit 57,6 Prozent der abgegebenen Stimmen Amtsinhaber Jürgen Schantin (WIR), der nur 42,4 Prozent erreichte, in die zweite Reihe zu verweisen. Die Wahlbeteiligung war mit 49,5 Prozent kaum geringer als vor zwei Wochen.

Mit dem künftigen Rathauschef mitgefiebert hatte nicht nur dessen Frau Monika. Seine Mutter Elfriede war unter den ersten, die dem Wahlsieger gratulierten, während seine Unterstützer lauthals jubelten. Sie flüsterte ihm ins Ohr „Dein Vater wäre stolz auf dich“, als sie ihren Sohn umarmte. Michael Wörle hatte dabei Tränen in den Augen. Monika Wörle freute sich sichtlich mindestens so wie er und gratulierte ihm mit einem Kuss. Mit vor Aufregung zitternder Stimme dankte er seinen Unterstützern. „Wir können aus einer guten Ausgangsposition heraus Gutes für die Stadt bewirken. Ich bin überrascht, dass das Ergebnis doch so deutlich ausgefallen ist“, so Wörle. Er sei aber „grundsätzlich sehr positiv eingestellt gewesen“, so der strahlende Sieger.

Jürgen Schantin, der die Wahlergebnisse zunächst im hinteren Bereich des Rathaussaals verfolgte und sich erst langsam in die erste Reihe vorarbeitete, wo Wörle und dessen Unterstützer gespannt auf die Leinwand starrten, zeigte sich als fairer Verlierer. Noch bevor der 31. und somit letzte Stimmbezirk ausgezählt war, gratulierte er seinem Herausforderer mit einem Handschlag zum Sieg.

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Seine erste Reaktion war resigniert: „Wenn die geballte Kraft – alle gegen einen – auftritt, kann man nichts machen.“ Doch das Leben bedeute durchaus mehr als ein Amt. „Die Enttäuschung ist sehr groß, schließlich habe ich sechs Jahre erheblichen Einsatz gezeigt – auch die Familie hat erheblich gelitten.“ Wie um sich selbst gut zuzureden, fügte er hinzu: „Ich habe eine gesunde Familie, und bin selbst gesund – kein lebensbedrohlicher Zustand.“ Er akzeptierte die demokratische Entscheidung: „Das Leben ist Veränderung.“ In einer ersten Reaktion kündigte er an, dass er im Stadtrat mitarbeiten werde, wo er Anspruch auf einen der sieben Sitze der Gruppierung WIR hat. Bei den Wahlen zum Stadtrat erzielte Schantin das beste Ergebnis aller Gersthofer Bewerber. Er schränkt gestern ein. „Allerdings muss ich das ganze Ergebnis sich erst setzen lassen.“

Schon von den ersten ausgezählten Stimmbezirken an hatte der parteilose Herausforderer Michael Wörle gestern einen klaren Vorsprung. Der künftige Bürgermeister dankte seinen drei Gegenkandidaten der ersten Wahlrunde für den fairen Wahlkampf. „Wir können alle vier miteinander gute Arbeit für Gersthofen leisten.“ Doch feiern wollte Michael Wörle mit seinen Mitstreitern vorerst nur gestern Abend. Am heutigen Montag will er schon beginnen, sich mit den Parteien und Gruppierungen zusammenzusetzen und die Amtsübernahme im Mai vorzubereiten. Für die Osterferien plant er einen Familienurlaub in Südtirol. "Kommentar

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