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Stadtbergen

04.01.2019

Der zweite Anlauf für die Montessori-Schule

Im September wird die neue Montessori-Schule in Stadtbergen eröffnen
Bild: dpa (Symbolfoto)

Der Anspruch ist groß: Zweisprachig soll es in Stadtbergen bis zum Abitur gehen. Vor einem halben Jahr hieß es aber erst mal Stopp für den Plan.

Im zweiten Anlauf soll es klappen: Im September wird die neue Montessori-Schule in Stadtbergen eröffnen, davon ist Evelin Höpflinger, Geschäftsführerin der gemeinnützigen Trägergesellschaft von Kohnle, überzeugt. Sie rechnet damit, dass dann 175 Kinder und Jugendliche von der ersten bis zur neunten Klasse auf dem neuen Schulgelände an der Panzerstraße unterrichtet werden können. Eigentlich sollte die neue Emile-Schule, an der sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch unterrichtet wird, schon im September 2018 starten. Im vergangenen Sommer musste Evelin Höpflinger jedoch den rund 200 Eltern, die ihre Kinder fürs erste Schuljahr bereits angemeldet hatten, kurzfristig absagen. In der Kürze der Zeit konnten die nötigen Genehmigungen nicht mehr eingeholt werden, erklärte sie damals im Stadtrat von Stadtbergen.

Im Rathaus der Stadt und auch bei der baulichen Genehmigungsbehörde, dem Landratsamt, wartet man bereits auf die neue Fassung für den Bauantrag. Im vergangenen April hatte der Stadtrat mit einer Änderung des Flächennutzungsplans für das etwa zwei Hektar große Grundstück an der Panzerstraße den ersten Schritt für das Projekt frei gemacht. Im Moment werde gemeinsam mit der Stadt an einer Lösung für die nächsten 50 bis 100 Jahre gearbeitet, so Höpflinger. Sie hofft, dass „bis spätestens Ende Januar alle noch nicht final geklärten baurechtlichen Themen zum Abschluss“ gebracht werden können.

Für den gymnasialen Zweigs ist das Kultusministerium  zuständig

Dann stehen die nächsten beiden Termine an: Mitte Februar will die Geschäftsführung bei einem Infoabend über den neuesten Stand des Projekts informieren. Und bis Ende März müssen bei der Regierung von Schwaben die Unterlagen für die schulrechtliche Genehmigung der Grund- und Mittelschule vorliegen. Eine Besprechung rund um die Schule habe bereits stattgefunden, so Regierungssprecher Karl-Heinz Meyer. Für die Genehmigung des gymnasialen Zweigs ist das Kultusministerium in München zuständig.

Evelin Höpflinger erklärt, was das Genehmigungsverfahren so komplex macht. „Erst, wenn alle Fragen zum pädagogischen Konzept, zur pädagogischen Besetzung, der geplanten Schülerzahl und deren Entwicklung sowie zu einem dauerhaften Standort geklärt sind, erhält ein privater Träger die nötigen Genehmigungen von Regierung und Kultusministerium.“ Gerade das pädagogische Konzept macht die Schule so besonders, es folgt der Montessori-Pädagogik in einem europäischen Modell, dafür steht auch die Abkürzung Emile. Dazu gehören bilingualer Unterricht und interkulturelles Lernen, das in seiner Qualität über die isolierte Behandlung von Sachfächern und Fremdsprache hinausgehen soll. In ganz Bayern kann nur an einer einzigen weiteren Montessori-Schule das Abitur abgelegt werden. In der Region führt die Montessori-Schule in Wertingen bis zum Fachabitur. Auch der Mittelschulabschluss, der qualifizierende Mittelschulabschluss und ein mittlerer Schulabschluss sollen in Stadtbergen möglich sein.

„Das gesamte Personal steht in den Startlöchern“

Weil die Emile-Schule im bayerischen Schulsystem aber anerkannt sein muss, dürfe wiederum die Diskrepanz zwischen der individuellen Pädagogik und den allgemeingültigen Inhalten nicht zu groß sein, erklärt Höpflinger. „Nach mehreren Gesprächen mit den Genehmigungsbehörden über unser pädagogisches Konzept sind alle Fragen hierzu geklärt“, sagt sie. Von ihr aus könnte es schon losgehen. „Das gesamte Personal steht in den Startlöchern“, freut sie sich, sowohl internationale Pädagogen für den Unterricht und die Betreuung am Nachmittag als auch für Verwaltung, Haus und Küche seien gefunden. Zunächst soll die Schule in einem Übergangsquartier starten, der Neubau soll dann Platz für 450 Kinder und Jugendliche bieten.

Die Privatschule ist für die Schüler nicht umsonst, je nach Alter werden bis zu 5400 Euro Schulgeld im Jahr fällig, hinzu kommen Einmal- und Sonderzahlungen. Einige Anwohner der Panzerstraße hatten sich im vergangenen Jahr übrigens zunächst gegen die Schule ausgesprochen, sie befürchteten eine Verkehrszunahme.

Termin Der Infoabend zur Neugründung, zum Konzept und zur Aufnahme an der Emile-Schule findet am Mittwoch, 13. Februar, um 19 Uhr im Post SV, Sheridan Park Augsburg, Max-Josef-Metzger-Straße 5, statt.

Ob es diesmal zum Schuljahresbeginn 2019/20 klappt? Lesen Sie hierzu unseren Kommentar: Das Zeitpolster ist wieder dünn

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