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Millionenvorhaben

12.01.2019

Die Bahn baut eine neue Brücke

Derzeit geht es zwischen Langweid und Achsheim nur einspurig unter den Bahngleisen der Strecke nach Donauwörth hindurch. Die Eisenbahnbrücke ist mehr als 100 Jahre alt und wird nun durch einen Neubau ersetzt. Damit verschwindet auch das Nadelöhr für den Straßenverkehr. Am Montag beginnen die Bauarbeiten.
Bild: Marcus Merk

In Langweid beginnen am Montag die Arbeiten für ein Projekt, das nicht mehr auf der Höhe der Zeit ist. Damit verschwindet das Nadelöhr nach Achsheim. Auch die Gemeinde muss viel Geld ausgeben

Ab kommenden Montag legt die Bahn los mit dem Neubau der Brücke über die Schmuttertalstraße in Langweid. Dafür wird die Ortsverbindungsstraße zwischen Langweid und Achsheim komplett gesperrt. Voraussichtlich bis Ende März 2020 werden die Bauarbeiten dauern, so die Verkehrsbehörde des Landkreises. Die Umleitung wird über Eisenbrechtshofen ausgeschildert sein. Radfahrer und Fußgänger können über die Römer-, Bahnhofstraße und Flurstraße ausweichen.

Schon seit Jahren laufen die Vorbereitungen für den Neubau der Brücke auch im Rathaus. Denn dort hat man sich gegen eine Neuauflage der einspurigen Unterführung mit dem durchaus nicht ungefährlichen, engen Fuß- und Radweg entschieden. Nach dem Neubau wird die Durchfahrt zweispurig sein und ein breiter, erhöhter Weg für Fußgänger und Radfahrer zur Verfügung stehen.

Das lässt sich Langweid etwas kosten. Mit einem Kreisverkehr wird zusätzlich die Unterführung an die Flurstraße und den südlichen Wirtschaftsweg angebunden. Die gesamte Bausumme beläuft sich auf rund 6,5 Millionen Euro, aktuell rechnet die Gemeinde mit einem Eigenanteil von etwa 1,6 Millionen Euro. Viel Geld. Doch danach ist Schluss mit dem Nadelöhr nach Achsheim, war sich der Gemeinderat in allen Beratungen zum Bauvorhaben einig.

Dass die über 100 Jahre alte Brücke kein Sanierungsprojekt, sondern ein Fall für den Abrissbagger ist, war lange klar. Der Instandhaltungsaufwand lohnt sich einfach nicht mehr. Über die Jahre dringt Wasser von oben in die Stahlbetonkonstruktion ein. Bei Frost wird Beton abgesprengt. Schäden müssen ständig im Auge behalten und repariert werden, so ein Bahnsprecher. Hunderte von Zügen rollen jeden Tag über die Gleise, dafür wird die neue Brücke auf eine Achslast von 22,5 Tonnen ausgelegt sein. Der höchsten europäischen Norm entsprechend, die auch schwere Güterzüge nicht überschreiten.

Allerdings ist die neue Brücke nicht für das dritte Gleis zwischen Augsburg und Donauwörth ausgelegt, das Ende letzten Jahres von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer als beschlossene Sache angekündigt worden war. Das Projekt wurde als Maßnahme des vordringlichen Bedarfs eingestuft. Doch damit steht der Ausbau noch ganz am Anfang einer Verwirklichung erklärte ein Sprecher der Bahn in München.

Der dreigleisige Ausbau sei erst im November in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplanes aufgenommen worden. Ein Planungsauftrag durch den Bund an die Bahn sei noch nicht erfolgt, wie er zum Beispiel für den Ausbau der Bahnstrecke zwischen Augsburg und Ulm schon vorliegt.

Deshalb dürfe die Bahn bei der Brückenerneuerung in Langweid keine Planungen zur möglichen Mehrgleisigkeit berücksichtigen, so der Bahnsprecher. Bis alle Planungs- und Genehmigungsschritte für das dritte Gleis durchlaufen sind, wird es wohl noch Jahre dauern. Wenn es Klagen gegen den Ausbau gibt, zieht sich das Verfahren noch länger hin. So lange kann die Erneuerung der Brücke in Langweid nicht warten, denn sie hat ihr Lebensalter definitiv erreicht.

Ein gutes Jahr werden die Bauarbeiten an der Brücke und am Kreisverkehr dauern. Verkehrsteilnehmer werden Umleitungen in Kauf nehmen müssen, die Anwohner werden schon nach dem Abbau der Lärmschutzwände im Brückenbereich den Bahnverkehr wieder deutlicher hören. Gebaut wird tagsüber, aber auch zu Nachtzeiten. Über den auf die Anlieger zukommenden Baulärm wird die Bahn mit einem Faltblatt informieren, so ein Bahnsprecher auf Nachfrage.

Die zweite große Baumaßnahme an den Gleisen in Langweid ist in diesem Jahr der Neubau einer barrierefreien Fußgängerunterführung am Bahnhof. Und hier ist zeitlich und baulich Maßarbeit gefragt. Vom 19. bis zum 24. Juni fahren wegen des Einschubs der neuen Brückenteile an der Schmuttertalstraße keine Züge. Zeitgleich soll deshalb auch an den Bahnhöfen in Meitingen und Gersthofen gearbeitet werden (wir berichteten).

Genau dann muss auch in Langweid die neue Unterführung eingebaut werden. Aktuell läuft die Ausschreibung für die Bauarbeiten. Früher konnte die Suche nach einem Bauunternehmen nicht beginnen, da die nötige Freigabe durch das Eisenbahn-Bundesamt noch ausstand.

Anstatt der dunklen, steilen Röhre unter den Bahngleisen soll ein 2,50 Meter breiter Durchgang die Bahngleise über zwei Rampen für alle Passagiere erreichbar machen. Ob die Bahnreisenden während der Bauarbeiten per Pendelbus oder über eine provisorische Fußgängerüberführung zu den Gleisen kommen, steht noch nicht fest.

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