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Gemeinderat

17.01.2020

Die Bahn soll wieder in Mödishofen halten

Der Gemeinderat in Ustersbach verfolgt mit dem geplanten Streckenausbau der Bahnlinie zwischen Augsburg und Ulm ein klares Ziel: die Wiederaktivierung des stillgelegten Bahnhalts im Ortsteil Mödishofen.
Foto: Siegfried P. Rupprecht

Im Zuge des Ausbaus der Strecke zwischen Augsburg und Ulm will das Gremium den Nahverkehr verbessern. Eine gemeinsame Sitzung mit weiteren Kommunen soll dem Kreistag den Rücken stärken

Dieser Tagesordnungspunkt erforderte weder einen Beschluss noch eine Entscheidung. Dennoch sahen die Gemeinderäte bei ihrer jüngsten Sitzung großen Handlungsbedarf. Denn: Die Vorberatung zum Ausbau der Bahnlinie zwischen Ulm und Augsburg entpuppte sich als ein Thema, das beim Gremium viele Fragen aufwarf.

Hintergrund der ausführlichen Debatte ist die am Montag, 3. Februar, in der Stadthalle Neusäß stattfindende öffentliche Sitzung mehrerer Gemeinden des westlichen Landkreises. Dort sollen die Gremien aus Adelsried, Diedorf, Gessertshausen, Neusäß, Ustersbach und Zusmarshausen über weitere Maßnahmen und Forderungen zum Ausbau der Bahnlinie beraten und abstimmen. Ein gemeinsames Vorgehen gegenüber der Bahn sei sicherlich wesentlich wirkungsvoller als Einwände und Forderungen nur einzelner Kommunen, meinte dazu Bürgermeister Willi Reiter.

Aktuell werden zwei Varianten untersucht

Wichtigstes Ziel des Ausbaus des Streckenabschnitts zwischen Ulm und Augsburg ist die dortige Verkürzung der Fahrzeit der Fernschnellzüge auf unter 30 Minuten. Die ist laut Bahn für den angestrebten Deutschlandtakt von entscheidender Bedeutung. Aktuell werden in diesem Zusammenhang zwei Varianten untersucht: eine Neubaustrecke entlang der A8 und eine kombinierte Neu- und Ausbaustrecke, die überwiegend der bestehenden Trasse folgt. Die Entscheidungsfindung darüber soll bis 2025 abgeschlossen werden.

Mittlerweile gehe es jedoch nicht mehr allein um die Erhöhung der Geschwindigkeit im ICE-Verkehr, so Reiter. Von Ulm nach Augsburg sei ein drei- bis viergleisiger Streckenausbau erforderlich, um die notwendigen Kapazitäten für einen vernünftigen, zukunftsorientierten Schienennahverkehr schaffen zu können. Dabei haben sich der Augsburger Kreistag und Landrat Martin Sailer bereits klar positioniert.

Sie plädieren für einen raschen Ausbau der Bestandsstrecke. Das geforderte dritte Gleis zwischen dem Augsburger Hauptbahnhof und Dinkelscherben soll vor allem einem attraktiven Nahverkehr dienen. Eine Trasse entlang der Autobahn werfe die Planungen um Jahre zurück, so der allgemeine Tenor. Die gemeinsame Sitzung der sechs Kommunen in Neusäß solle offenbar Miteinander demonstrieren und dem Kreistag den Rücken stärken. Reiter: „Wenn sechs Landkreisgemeinden aus dem gleichen Rohr sprechen, erregt das mehr Aufmerksamkeit.“

Fundierte Angaben über die Vor- und Nachteile fehlen

Doch so weit war der Ustersbacher Gemeinderat noch nicht. „Uns fehlen fundierte Angaben über die Vor- und Nachteile der beiden ins Auge gefassten Streckenvarianten“, stellte Dritte Bürgermeisterin Anja Völk bedauernd fest. Sie forderte vorab mehr Informationen. Ins gleiche Horn stießen die Gemeinderäte Andrea Braun, Thomas Kögel und Christian Braun. Sie wollten wissen, ob bei der gemeinsamen Sitzung in Neusäß Referenten anwesend seien, die ausführliche Informationen geben. Reiter will nachhaken, zumindest den Beschluss des Kreistags über dessen favorisierte Bahnstrecke anfordern und den Gemeinderat rechtzeitig darüber informieren.

Völk machte auch aufmerksam, dass Ustersbach die einzige der erwähnten Gemeinden sei, die zwar an der Bahnlinie läge, aber keinen eigenen Bahnhof besäße. „Deshalb ist von unserer Seite nachdrücklich die Wiederaktivierung des Bahnhalts in Mödishofen erforderlich“, betonte sie. Unterstützung erhielt sie für ihre Forderung auch vom Bürgermeister: „Uns ist ein verbesserter Nahverkehr wichtig, um die Region nachhaltig attraktiver zu gestalten.“

Die weiteren Themen im Gemeinderat

  • Am Hopfenweg in Mödishofen soll ein Einfamilienhaus mit Doppelgarage errichtet werden. Das Grundstück liegt nicht im Geltungsbereich eines rechtsverbindlichen Bebauungsplans, sondern innerhalb eines im Zusammenhang bebauten Ortsteils. Das Bauvorhaben fügt sich ins Ortsbild ein, der Gemeinderat stimmte dem Bauantrag einstimmig zu.
  • Aus Gründen der Gleichbehandlung wurde dem Antrag auf Befreiung für die Errichtung eines 1,1 Meter hohen Doppelstabmattenzauns am Libellenweg zugestimmt.
  • Ebenfalls ohne Vorbehalt befürwortete das Gremium den Antrag eines Grundstückseigentümers am Hopfenweg auf Übernahme einer Abstandsfläche von rund 13 Quadratmeter auf eine Teilfläche eines gemeindlichen Grundstücks.
  • Der Vorsitzende des neu gegründeten Burschenvereins, Hannes Völk, präsentierte dem Gemeinderat das Konzept und die Ziele der Vereinigung.
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