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Gersthofen

21.10.2017

Die Dagoberts vom Lech können ihr Geld nicht schnell genug ausgeben

Die Lage für Gersthofen  ist rosig das und soll auch so bleiben. Es gibt nur ein Problem Heuer kann die Stadt gar nicht die Summen verbauen, die geplant waren

Das aktuelle Jahr läuft sogar besser als geplant und auch 2018 wird Gersthofen nicht knausern müssen. Von der finanziellen Lage der Stadt und den weiteren Aussichten waren die Mitglieder des Finanzausschusses bei der Vorstellung des Haushaltsverlaufes 2017 schon fast begeistert. Von „alles im grünen Bereich“ über „hervorragend“ bis zum rustikalen „mit voller Hose ist gut stinken“ von Peter Schönfelder ( SPD/ Die Grünen) führten die Daten, die Finanzverwalter Manfred Eding vortrug, zu aufgeräumter Heiterkeit im Sitzungssaal.

Es wird erwartet, dass bei der gut sprudelnden Haupteinnahmequelle der Stadt, der Gewerbesteuer, auch heuer die 26-Millionen-Marke erreicht wird. Die vielen Firmen im Stadtgebiet überweisen zuverlässig und auch wenn beim einen oder anderen gewerblichen Steuerzahler mal ein Einbruch zu verzeichnen wäre, schadet das im Durchschnitt nicht, erklärte Eding auf Nachfrage.

Im Gegensatz zu früher sei Gersthofen vor allem im Mittelstand sehr breit aufgestellt und Schwankungen beim Steueraufkommen würden den Haushalt deshalb nicht mehr fühlbar beeinflussen. „Das gleicht sich unter dem Strich alles aus“, so der Kämmerer. Auch bei der Einkommensteuer gehört Gersthofen zu den Gewinnern. Hochgerechnet zum Jahresende werden aus dem Topf der Arbeitnehmerabgaben gut 13 Millionen Euro in den Stadtsäckel gespült werden. Das sind 800 000 Euro mehr als zu Jahresbeginn veranschlagt. Die Ansiedlungspolitik der Stadt zeige damit gute Resultate, waren sich die Räte einig.

Im Gegensatz zu den ärmeren Schluckern im Landkreis steht in Gersthofen nicht die Frage nach der Geldbeschaffung als die des Ausgebens im Mittelpunkt. „Können wir denn überhaupt alles verbauen“, fragte Karl-Heinz Wagner (CSU) den Stand der Dinge bei den Bauvorhaben ab. Das wird vermutlich nicht klappen, denn bisher ist erst die Hälfte der Mittel ausgegeben, höchstens 65 Prozent werden es bis Ende des Jahres werden. Fast zehn Millionen Euro waren für Baumaßnahmen im Vermögenshaushalt 2017 vorgesehen. Reste der nicht verbrauchten Summen soll es nicht geben, „wir werden neu veranschlagen“, so Eding.

Eher verhaltene Begeisterung herrschte über die Höhe der Kreisumlage, die immerhin bei 17,8 Millionen Euro liegt. Dafür erwarten sich die Freien Wähler einen roter Teppich für den Bürgermeister bei seinen Besuchen im Landratsamt. So weit wollte der nicht gehen, doch eine Senkung der Kreisumlage wäre auch für Michael Wörle eine wünschenswerte Option. Grundsätzlich sollte Gersthofen auf Kreisebene mehr von seinen hohen Einzahlungen profitieren, so der Rathauschef.

Auf der Ausgabenseite schlagen neben den Zahlungen an den Landkreis vor allem die stark gestiegenen Lohnkosten zu Buche. Das Plus von 1,9 Millionen Euro geht aber vor allem auf das Konto der Kinderbetreuung. Allein dafür werden 1,5 Millionen mehr aufgewendet. Viel Geld, aber eine gute Investition in die Zukunft, waren sich alle Fraktionen einig.

Doch bald ist 2017 Vergangenheit und die neuen Pläne und Zahlen müssen auf den Tisch. Der Haushalt 2018 soll am 13. Dezember im Stadtrat verabschiedet werden, dafür wird der Finanzausschuss ab dem 9. November in vier Sitzungen die nötige Vorarbeit leisten.

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