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Porträt

06.09.2014

Die Datschi-Königin aus Diedorf

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Zehntausende Menschen vertrauen den Rezepten von Uschi Faulhaber. Sie sind im Internet ein wahrer Renner

Tausende Menschen können sich nicht täuschen: Der Zwetschgendatschi von Uschi Faulhaber aus Diedorf ist der beste. Wer bei „chefkoch.de“, einem der erfolgreichsten Koch- und Backportale überhaupt, den Begriff „Zwetschgendatschi“ sucht, bekommt eine lange Trefferliste. Ganz oben steht die Kreation aus Diedorf. Auch der Schweizer Wurstsalat von Uschi Faulhaber hat die meisten Aufrufe. Ihr Rezept für Cordon bleu hat zurzeit nur einen Konkurrenten vor sich.

Kochen und backen, das ist die Leidenschaft der 56-Jährigen. Aber womit Uschi Faulhaber regelmäßig für Begeisterung, ja Sprachlosigkeit sorgt, sind ihre Motivtorten. Kuchen, die mit Fondant überzogen und mit wunderschönen Blumen aus Modellierzucker verziert werden, damit sie ganz genau zum Beschenkten passen.

Unter der ganze Zierde verbergen sich dann Schwarzwälder Kirschtorte, Pfirsich-Maracuja-Joghurt-Kreationen, ein Nuss-Schokolade-Zwetschgenkuchen, ein Schachbrettmuster verschiedener Biskuitschichten und andere Überraschungen. Und nur das „Drunter“ wird gegessen.

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Die wunderschöne Verzierung außen herum, das Fondant, das sei nur ein „besonderes Geschenkpapier“ und so süß, dass nicht einmal die dreifache Mutter hineinbeißt. „Das ist vergängliche, unbezahlbare Kunst“, erklärt sie, „das muss aber keiner essen.“ Ob Hochzeit, Hausbau, Halloween, Taufe, Schulanfang oder runde Geburtstage, Anlässe für Motivtorten gibt es bei drei erwachsenen Kindern und drei Enkeln zuhauf.

Nur die Familie und gute Freunde bekommen so ein persönliches Geschenk. „So mache ich mindestens einmal im Monat eine Motivtorte. Und jeder bekommt eine passende.“ 32 Stunden braucht Uschi Faulhaber für eine dreistöckige Hochzeitstorte. So etwas zu verkaufen, das lohnt sich nicht. „Wenn ich eine Hochzeitstorte mache, ist die 800 Euro wert. Das ist viel zu teuer. Im Geschäft bekommen Sie auch eine für 300 Euro.“ Die Aufbauten auf den Kuchen, etwa das detailgetreu gestaltete Hochzeitspaar, lassen sich abnehmen und sind jahrelang haltbar.

Zum fünften Hochzeitstag der Tochter, der sogenannten hölzernen Hochzeit, verpackte die backende Mama den Kuchen in einer selbst gemachten Truhe. Die traute sich keiner zu öffnen, so schön war die Truhe. Der Kuchen darunter zerfiel irgendwann zu Staub.

Viele Rezepte hat Uschi Faulhaber von ihrer Mutter, das Künstlerische stamme von ihrem Vater. Den Zwetschgendatschi hat die Diedorferin während der Schulzeit gelernt. Kurz vor ihrem 50. Geburtstag suchte die quirlige Hobbykonditorin ein Kuchenrezept und stieß im Internet auf „chefkoch.de“. „Da habe ich gedacht, was die können, das kann ich auch.“

Seitdem wurde die Küche nach und nach um moderne Geräte erweitert. Das Werkzeug, um Gesichter, Blumen oder Tiere zu modellieren, verwahrt die gelernte Zahntechnikerin in sechs Koffern. Daneben stehen 105 verschiedene Lebensmittelfarben, als Gel, Puder oder flüssig, in allen Farbschattierungen, glänzend oder matt. Natürlich hat die Künstlerin einen Lebensmitteldrucker, der Fondantpapier bedruckt und ein Airbrush-Gerät. „Mein Mann ist sehr großzügig und finanziert mir das Hobby“, sagt sie und strahlt.

Und dann hat die leidenschaftlicher Tortenkünstlerin noch eine Passion: das Internet. Ob bei Chefkoch, auf anderen Kochseiten, bei Facebook oder ihrer eigenen Homepage, alles, was Uschi Faulhaber einfällt, stellt sie online. Und jede Frage, die ihr gestellt wird, beantwortet sie, oft nachts. „Aber ich finde, wenn man etwas veröffentlicht, dann muss man auch Antworten geben.“ Regelrechte Lehrgänge mit Schritt-für-Schritt-Fotos und Erklärungen stellt die 56-Jährige ins Internet und hat inzwischen überall Fans. Während sie das alles erzählt und zeigt, dreht Uschi Faulhaber aus der Zuckerpaste, mithilfe von Palmin und selbst gemachtem Zuckerwasser, eine kleine Blüte. Auch die Blumen hat sie inzwischen perfektioniert. Viele landen nicht mehr auf Kuchen, sondern in Vasen und Töpfen auf der Fensterbank. Dort erkennt man die echten Orchideen nur an den hängenden Köpfchen. „Sehen Sie, die gehen kaputt. Aber die aus Zucker, die muss man nicht gießen und Läuse kriegen sie auch nicht. Die sind mir viel lieber.“ "Diese Woche

Im Internet

http://zuckerblume58.jimdo.com/

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