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Meitingen

15.09.2015

Die Feier nach dem großen Feuer

Über ein Jahr ist es her, als drei Hallen des Kunststoffherstellers Wibo in Meitingen in Flammen standen. 200 Feuerwehrleute waren damals im Einsatz. Um ihnen zu danken, gab es jetzt ein Fest.

Vor eineinhalb Jahren brannten die drei Lagerhallen der Firma Wibo ab. Es hätte noch schlimmer kommen können. Jetzt gab es ein Fest für die, die das Unternehmen damals retteten.

Erinnerungen dominierten den Freitagabend auf dem Firmengelände der Wibo Kunststofftechnik GmbH. Obgleich es ein ausgelassenes Fest war, erinnerten sich die Helfer doch alle an das Vorjahr, in dem die Halle in Flammen stand, in der nun das Helferfest stattfand. Direkt über der Bühne, auf der die Musikgruppe „Die fabulösen Prosnjeks“ spielten, war der Brandherd, erklärt Martin Weise, technischer Leiter der Firma Wibo, bei einer Werkführung für die Gäste.

Dabei kamen Erinnerungen hoch an jene Nacht im April. „Das war mein Einsatzort“, erinnert sich Thomas Altmann von der Freiwilligen Feuerwehr Meitingen, als die Führung beginnt. Gerade für die Hilfskräfte, die am 10. April 2014 morgens um 1.30 Uhr zum Werksgelände gerufen wurden, war es interessant zu sehen, was sich hinter den Hallen verbirgt und wie diese vor dem Brand ausgesehen haben müssen. Damals brannten drei Lagerhallen der Firma vollständig ab.

„Als wir hier ankamen, lag alles in Schutt und Asche“, sagt Hansjörg Berchtenbreiter, Erster Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Eisenbrechtshofen. 15 Feuerwehrleute aus dem Biberbacher Ortsteil waren damals im Einsatz – über 200 fanden sich insgesamt auf dem Firmengelände ein, um zu verhindern, dass das Feuer auf die umliegenden Produktionshallen übergreifen konnte. Über 60 Produktionsmaschinen befinden sich derzeit auf dem Werksgelände. Wären diese zerstört worden, wäre der Schaden zu groß gewesen, um einen Wiederaufbau des Betriebs zu ermöglichen.

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Selten ist ein Großbrand in diesem Ausmaß, noch seltener ist ein derart großes Dankeschön an die Helfer. Darüber sind sich die Gäste einig. Üblich sei ein Dank an die Feuerwehr nicht und darauf komme es gar nicht an, sagen die Helfer, jedoch kam die Geste bei allen Gästen des Wibo-Helferfestes sehr gut an.

„Das heutige Fest fordert höchsten Respekt“, erklärt Erhard Merkle von der Feuerwehr Eisenbrechtshofen. Einen Dank erwartete auch die Herbertshofener Wehr nicht, die Einladung zum Helferfest sei jedoch eine „freundliche Überraschung“ gewesen, erklärt Wolfgang Eberle, der stellvertretende Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Herbertshofen. „Es ist schön, dass man sieht, dass jetzt so tolle, neue Hallen entstanden sind“, sagt er.

Wilhelm Bosch, Geschäftsführer der Wibo Kunststofftechnik GmbH, freute sich sichtlich, den vielen Helfern eine Freude zu machen. In einer kurzen Ansprache bedankte er sich bei allen, die tatkräftig geholfen haben, das „Herzstück“ der Firma – die Produktionshallen – zu retten. Die Tatsache, dass der Betrieb weiterlaufen konnte, verdanke er aber auch den Mitarbeitern, erklärt der Wibo-Chef. So sei es selbstverständlich, auch die Belegschaft zum Helferfest begrüßen zu dürfen. Der Normalzustand in der Firma Wibo sei nun fast wieder erreicht, erklärt Wilhelm Bosch und ergänzt, dass circa 4000 Quadratmeter Lagerfläche wieder in der Größe entstanden seien, wie sie vor dem Brand waren. Vor gut eineinhalb Monaten konnte die ausgelagerte Produktion wieder zurückgeholt werden, in den neuen Hallen fehlen nun nur noch Regale, Stapler und Kleinigkeiten.

Lobende Worte fand auch Meitingens Bürgermeister Michael Higl für den Einsatz der Feuerwehren sowie die Kraft und das Engagement der Belegschaft. Freudig feierten sie alle am Freitagabend zusammen, auch wenn Karin Matt, eine langjährige Wibo-Mitarbeiterin, so ein Fest eigentlich nicht noch einmal feiern will, „denn das würde ja heißen, dass es wieder gebrannt hat“.

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