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Abschied aus dem Rathaus

02.05.2020

Die Geduld ist sein großer Stolz

Karl Hörmann

Karl Hörmann hat in Gablingen zwölf fordernde Jahre erlebt. Worauf sich der Ex-Bürgermeister nun freut

Von wegen ruhiger Ausklang: Die letzten Wochen von Karl Hörmann als Bürgermeister der Gemeinde Gablingen waren noch einmal „sehr intensiv“. Die Auswirkungen und die Maßnahmen im Zusammenhang mit der Corona-Krise fielen zusammen mit dem Abschluss seiner Zeit an der Spitze der Gemeinde. „Es waren noch viele Dinge zu regeln und zu bewerkstelligen“, betont Hörmann.

Auf Trab hielt ihn in den letzten Wochen vor allem eins: „Es ging darum, möglichst viel Wissen und Informationen an meine Nachfolgerin weiterzugeben“, erklärt der Bürgermeister und ergänzt: „Auch laufende Projekte enden nicht einfach mit der Legislaturperiode.“ Beispiele sind die Sanierung und Überprüfung der Wasserversorgung, einige Bauprojekte und die Entwicklung von Bauland, die die Gemeinde nach wie vor beschäftigt.

Ein Vorteil: Hörmann kennt seine Nachfolgerin Karina Ruf schon länger. Sie war Gemeinderätin und Zweite Bürgermeisterin. „Ich glaube, wir haben das gut hingekriegt, aber natürlich hat jeder seinen eigenen Stil und seine eigenen Ideen“, erklärt der scheidende Bürgermeister.

Die Geduld ist sein großer Stolz

Mit Karl Hörmann verlässt ein sehr geduldiger Mensch das Bürgermeisteramt. Er selbst beschreibt seinen Führungsstil so: „Ich war nie derjenige, der mit dem Kopf durch die Wand will. Ich wollte immer alle Argumente einfangen und eine gemeinschaftliche Lösung finden.“

In der letzten Sitzung des alten Gemeinderats am vergangenen Dienstag betonte er: „Ich bin stolz darauf, dass ich nie die Geduld verloren habe, obwohl manche gesagt habe, dass ich mal auf den Tisch hauen muss.“ Seine Geduld bestätigte sich auch in der Zusammenarbeit mit der Presse. Obwohl die Verwaltung nicht immer im besten Licht erschien, nahm er sich Zeit für die Nachfragen unseres Mitarbeiters.

Zum Gefühl des Abschieds sagt Hörmann: „Ich verlasse das Amt mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Wobei ich weinend vornean stellen würde.“ Die vergangenen zwölf Jahre seien ein „nicht unwesentlicher“ Abschnitt in seinem Leben. In seine Tätigkeit als Bürgermeister sei „viel Herzblut und Engagement“ geflossen. „So etwas schiebt man nicht einfach auf die Seite“, betont der 58-Jährige. Trotzdem sei es jetzt an der Zeit, auf den eigenen Körper zu hören und auf die Gesundheit zu achten. „Das Amt fordert, man braucht viel Kraft“, ergänzt er.

Für die Pension hat er sich einiges vorgenommen: „Insgesamt werde ich einige Dinge aufarbeiten, die in den vergangenen Jahren liegen geblieben sind.“ Dazu gehören unter anderem Arbeiten an Haus und Hof, aber auch die Pflege von Freundschaften und Bekanntschaften.

Außerdem will Hörmann seinen Hobbys wieder mehr Zeit widmen. „Ich werde hoffentlich intensiver und mehr Musik machen“, sagt er. Auch als Bürgermeister war Hörmann mit seiner Klarinette aktives Mitglied im Musikverein. Auch das Radfahren zählt zu seinen „größten Hobbys“. Aus gesundheitlichen Gründen sei er mittlerweile zwar aufs Pedelec umgestiegen, trotzdem will er einige größere Touren machen. Ein paar Ideen sind schon in der Planung.

Abschließend will sich Hörmann die Chance nicht entgehen lassen, auch dem künftigen Gemeinderat und seiner Nachfolgerin Karina Ruf öffentlich alles Gute für die Zukunft und „ein glückliches Händchen“ in der Gemeindearbeit zu wünschen.

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