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Ernährung

17.10.2019

Die Kita Allmannshofen ackert

Egal ob unter heißer Sonne oder an kühlen Tagen: Die Mädchen und Buben der Kindertagesstätte Allmannshofen hegten und pflegten ihren Acker einen ganzen Sommer lang.
Bild: Anja Sturm

Die Kinder wühlen in der Erde und dürfen das Gemüse auch mit nach Hause nehmen

Gummistiefel und Sonnenhut waren bei den Kindern der Kita Allmannshofen in den vergangenen Monaten angesagt. Das Outfit brauchten sie für die Arbeit auf dem eigenen kleinen Gemüseacker, den sie mit Riesenspaß und jeder Menge Aha-Erlebnissen hegten und pflegten.

Vom ersten Pflanzen im April bis zur Ernte im Herbst gab es immer was zu tun auf dem Acker. Inklusive ganz persönlicher Begegnungen mit Erdbewohnern wie Willy Wurm, dem sie schon bei den Ackergeschichten begegnet waren, die dreimal in der Woche aus einem großen Buch mit Holzeinband und vielen bunten Naturbildern vorgelesen wurden.

Erzieherin Anja Sturm hatte das Projekt „Acker-Kita“ in die Hand genommen. Finanziert durch die AOK Bayern konnte die Kita beim Bildungsprogramm der Ackerdemia oder Gemüseackerdemie mitmachen. Die Organisation beschäftigt sich mit der Förderung des verantwortungsvollen Umgangs mit Natur und Lebensmitteln. Kitas, Grundschulklassen und ganze Schulen können sich bei den Gemüsespezialisten aktive Hilfe holen.

Die Kita Allmannshofen ackert

Über 4500 Kinder in 75 Kitas waren schon dabei. Am Ende haben sie neues Wissen erworben, sich mit gesunder Ernährung auseinandergesetzt und sich in der Natur bewegt. Sie haben Sozialkompetenzen und mehr Wertschätzung für Lebensmittel entwickelt und handeln verantwortungsbewusster, ergab die Wirkungsanalyse der Ackerdemia.

Im April rückte ein ganzes Team mit allen Pflanzen an und gab den Startschuss. Das Gartenjahr war für Anja Sturm zwar anstrengend, doch „es gab immer einen Ansprechpartner“, wenn es mal Fragen gab. Auch das große Vorlesebuch mit Willy Wurm und Kalle Kartoffelkäfer gehörte zur Ausstattung. Die Gemeinde hatte den vier auf sechs Meter großen Miniacker bei der Kita vorbereitet, damit die Pflanzen es gleich schön gemütlich hatten. Dann ging es ans Gießen, Unkrautziehen, Hochbinden, und schließlich gab es den Preis für all den Fleiß: „Es gab bald durchgehend etwas zu ernten.“ Kartoffeln, Zuckermais, Spinat und natürlich auch Tomaten und Gurken konnten die Kinder mit nach Hause nehmen.

Sogar ungewöhnliche Formen wie die Pflanzen des Palmkohls gediehen prächtig in der immer locker gehaltenen Erde. „Wir bekamen gut vorgezogene, alte und robuste Sorten, die nicht bei der kleinsten Kleinigkeit die Blätter hängen ließen“, lobte Sturm das gut durchdachte Angebot.

Nun weiß man ja, wie es geht, da werden die Pläne für das nächste Ackerjahr auf eigenen Füßen schon geschmiedet.

Ganz ungewohnt ist für die Kinder der Umgang mit viel Grünem nicht. Die rollende Gemüsekiste kommt regelmäßig vorbei. Deshalb steht immer ein schöner Teller Obst und Gemüse bereit, an dem sich die Kinder bedienen können. Die Finanzierung des gesunden Extras übernehmen zur Hälfte die Eltern, der Rest kommt aus dem EU-Programm „Schulobstkiste“, das gesunde Ernährung für Kinder und Jugendliche fördert.

Einmal im Monat gibt es ein Frühstücksbüfett „wie im Urlaub im Hotel“. Die Eltern bringen die verschiedensten guten Sachen mit, und die Kinder haben freie Auswahl. Süßes sollte sich am Büfett allerdings nur in Maßen finden, denn dafür gibt es den „süßen Freitag“. Bei der gemeinsamen Brotzeit darf es dann auch ein Marmeladebrot oder eine Semmel mit Nusscreme sein.

Denn „zur Ausgewogenheit gehört es auch, dass die Kinder lernen, dass in vernünftigem Rahmen so gut wie alles gegessen werden darf“, ist Anja Sturm wichtig.

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