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Willmatshofen

09.04.2019

Die Kleinsten stürmen sogleich die große Bühne

90 Jahre Turnverein Willmatshofen: Für den Sportabend legten sich die Aktiven des Vereins, ob Jung oder Alt, mächtig ins Zeug. 
Bild: Von Siegfried P. Rupprecht

Der Turnverein Willmatshofen weckt bei seiner 90-Jahr-Feier schöne Erinnerungen und präsentiert auch den hohen Leistungsstand der Aktiven. 

Der Sportabend des Turnvereins Willmatshofen entwickelte sich zu einer publikumswirksamen Veranstaltung. Hatten die Organisatoren zuletzt mit Mottos wie „Rasant durchs Jahr“ und „Zirkusshow“ gepunktet, so ließen sie sich diesmal zur 90-Jahr-Feier ein besonders unterhaltsames und abwechslungsreiches Programm einfallen.

Diese Mischung hielt das dicht gedrängte Publikum auf der Tribüne der Staudenlandhalle in Fischach bis zur letzten Darbietung in Atem. Ein flüchtiger Blick auf den Programmzettel ließ zunächst vermuten, dass hier Titel von TV-Serien gelistet seien: Die Ableger, Mädels auf hoher See, Die rollenden Rocker oder Lollipops. Doch dahinter verbargen sich glanzvolle sportliche Schmankerln mit teilweise amüsanten und witzigen Einlagen. Oder wie Vorsitzender Wolfgang Angerer in seiner Begrüßung meinte, „eine Fest für alle Sinne, nicht nur für Augen und Ohren“.

Sport im Verein ist keine Frage des Alters

Überaus deutlich wurde dabei, dass Sport im Verein keine Frage des Alters ist. Gleich zu Beginn enterten beim Eltern-Kind-Turnen die Kleinsten die große Bühne. Sie experimentierten im Hüpfen, Klettern und Laufen. Die rund 30-köpfige Riege des Mädchenturnens der ersten bis dritten Klasse zeigte bereits grundlegende Übungen wie Rolle, Rad und Handstand, die fließend in Turnkombinationen übergingen. Aber auch die Seniorengruppe 60 plus und fit machte deutlich, dass sie keinen Rost angesetzt hatte. Ihre Choreografie mit Keulen zu einer modernen Version des Chansons „Lili Marleen“ beinhaltete Schwung, gleichzeitig sah man die Freude an der Bewegung.

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Eine ganz andere Fitness verkörperten die Taekwondo-Sportler. Mit ihren Bruchtests beim Zerschlagen von Brettern sorgten sie bei den Zuschauern für Wow-Effekte. Das Kinder- und Mädchenturnen und der Bubensport der etwas älteren Akteure demonstrierten wiederum eindrucksvoll fließende Übungen am Boden wie Handstand-Überschlag, rasante Sprünge sowie Körperhaltung und Motorik an verschiedenen Geräten. Kleine Tänzerinnen läuteten die Pause mit einer bezaubernden Choreografie zu rhythmischer Abba-Musik ein und verdeutlichten mit sichtbarem Spaß Kreativität und Körpergefühl. 

Anmutig frei im Raum geschwebt

Danach erlebte das Publikum hautnah die Faszination des „Fliegens“. Die Sportler am Großtrampolin setzten für Momente die Schwerkraft aus und schwebten anmutig frei im Raum. In schrillem Outfit erinnerten die Aerobic-Damen an die 1980er-Jahre. In ihrer dynamischen Darbietung mit Steppbrett war Power angesagt. Mit leichter Eleganz warteten die Dancing Teens und Tanzmäuse auf. Letztere hatten wegen der vorgerückten Stunde zwar kleine Abstimmungsschwierigkeiten, ernteten aber gerade dafür vom Publikum einen aufmunternden Riesenbeifall.

Cooler ging es bei Badminton zu. Die Spieler zeigten, dass viel Ballgefühl und Lauffreudigkeit erforderlich ist. Koordination, Kondition, Ausdruck und Ästhetik entfalteten die Boden- und Geräteturnerinnen. Sie starteten ihre Vorführung mit einer raffinierten Bodenwelle, die Kraft, Körperspannung und Beweglichkeit illustrierte.

Einen heißen Willkommensgruß in den Sommer brachten der brasilianische Übungsleiter Marlitu und seine Zumba-Gruppe auf die Bühne. Umgeben von Sonnenliegen und -schirmen zauberten sie mit rhythmischen und fließenden Bewegungen Fitness-Partystimmung.

Salto, Synchronspringen und Schraubendrehen 

Höhepunkt des Sportabends war zweifelsfrei jedoch die Wettkampftruppe am Großtrampolin. Sie überzeugte vom Salto über Synchronspringen bis hin zum Schrauben- drehen. Deutlich wurde auch, dass hier nicht nur die Lust zum freien Bewegen in der Luft gehörte, sondern auch die sichere Landung.

Neben den 17 Programmpunkten gab es für die Zuschauer Bilder und Videos, die auf einer Leinwand die neun Jahrzehnte des Turnvereins symbolisierten. Die gezeigten Personen und Ereignisse weckten Erinnerungen und Impressionen. Die Umbaupausen nutzte Roland Wendler, der charmant und fachkundig durch den Abend führte, die Zuschauer mit Quizfragen rund um den Turnverein einzubinden.

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