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Landkreis Augsburg

14.08.2019

Die Küche ist meistens der Brandherd: So schützen Sie sich

Oft findet man die Brandursache in der Küche. 
Bild: Alexander Kaya (Symbol)

Ein defekter Kühlschrank hat in einer Fischacher Firma ein Feuer ausgelöst. Warum elektronische Geräte gefährlich werden können und wie man sich schützt.

Ein defekter Kühlschrank hat am Montagabend in Fischach ein Feuer in einer Lagerhalle ausgelöst. Die gleiche Ursache hatte auch im Winter der Großbrand im Schloss von Emersacker. Technik hat ihre Tücken: Rund 40 Prozent der Brände gehen auf elektrische und wärmeproduzierende Geräte zurück, schätzt der Gersthofer Feuerwehr-Kommandant Wolfgang Baumeister.

Von einem Kühlschrank in der Halle der Firma an der Neufnachstraße ging das Feuer in Fischach aus. Mitarbeiter des Unternehmens hatten den Qualm bemerkt und die Feuerwehr alarmiert. Sie konnten die Halle rechtzeitig verlassen. Rund 90 Einsatzkräfte löschten den Brand in kurzer Zeit. Laut Polizei entstand ein Schaden von rund 15000 Euro.

Auch Schlossbrand in Emersacker von Kühlschrank ausgelöst

Schlimmer waren die Folgen in Emersacker im November 2018: Eineinhalb Millionen Euro Schaden, eine zerstörte Kneipe und der Schock sind das, was nach dem Brand im Schloss Emersacker blieb.

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Wie wahrscheinlich ist es, dass ein Kühlschrank einen Brand auslöst? Feuerwehrsprecher Friedhelm Bechtel sieht mehrere Gefahren. Das größte Problem liege darin, dass der Kühlschrank andauernd mit Strom versorgt ist, um die Lebensmittel ständig zu kühlen. Damit das Gerät nicht überhitzt, gibt es die Lüftung. Dennoch heizt sich der Kühlschrank an seiner Rückseite auf. Hat sich dort Staub abgesetzt, reiche der kleinste Funken, um ein Feuer zu entfachen, erläutert Bechtel: „Wenn es gut läuft, springt die Sicherung raus, aber das muss nicht der Fall sein.“ Auch die reine Überhitzung könne einen Brand auslösen, sagt der Feuerwehrsprecher. Das passiere zum Beispiel, wenn der Kühlschrank falsch stehe und die Luft dahinter nicht zirkulieren könne oder wenn die Lüftungsschlitze verstopft seien. Ein technischer Defekt, wie ein durchgeschmortes Kabel, könne genauso ein Feuer verursachen.

Der Kommandant der Neusässer Feuerwehr, Christian Kannler, weiß aus Erfahrung, dass im Haushalt seltener der Kühlschrank, sondern häufiger Trockner und Waschmaschine einen Brand auslösen. Ein Schmorbrand könne sich mit der Zeit ausweiten. Gefährlich seien generell Geräte mit hoher elektronischer Last. Der Klassiker sei der Wasserkocher, der überhitzt.

Bügeleisen, Tauchsieder oder Wasserkocher können gefährlich werden

Diese Erfahrung macht auch der Kommandant der Gersthofer Feuerwehr, Wolfgang Baumeister. Der Kühlschrank sei eher die Ausnahme als Brandursache. Bügeleisen, Tauchsieder oder Wasserkocher seien häufiger schuld. Auch ein überlastetes Verlängerungskabel, auf dem zu viele Geräte angeschlossen sind, berge Gefahren. Baumeister prophezeit, dass die Brände wegen elektronischer Geräte in Zukunft noch zunehmen werden. In jedem Haus würden immer mehr Dinge des täglichen Lebens ans Stromnetz angeschlossen. Baumeister nennt ein Beispiel: „Eine Alexa funktioniert eben nur mit Strom.“ Ein nach einem Kurzschluss „explodierter“ Zusatzakku habe vor wenigen Tagen in Täfertingen einen Zimmerbrand nach sich gezogen. Auch in die Jahre gekommene Geräte können zum Risiko werden, weiß Baumeister. Der Brand vor einem Jahr in einer Lagerhalle im Gersthofer Industriegebiet in der Dieselstraße sei beispielsweise von einem alten Radio verursacht worden.

„Die meisten Brände im Haushalt entstehen in der Küche“, weiß Bechtel. Besonders betroffen seien Geräte wie Wasserkocher oder Kaffeemaschine, denn sie seien oft mit einem billigen Schalter ausgestattet. Der gehe auch mal automatisch an. Um vorzusorgen, lohnt sich dem Experten zufolge ein Kippschalter für die Steckdose, der sich umlegen lässt. Dadurch lasse sich die Stromversorgung unterbrechen.

Wie kann man sich schützen?

Was kann der einzelne noch zur Vorsorge tun? Baumeister rät dazu, beim Kauf von elektronischen Geräten auf Qualität und Prüfsiegel zu achten. Wichtig sei auch, einmal die Lüftungsgitter von Kühlschrank oder Computer vom Staub zu reinigen und damit vor Überhitzung zu schützen. Generell gelte: „Die Geräte brauchen Wartung und Reinigung.“ Der Verbraucher sollte auch kontrollieren, nicht zu viele Geräte an eine Leitung zu hängen und gute Kabel zu verwenden.

Feuerwehrsprecher Bechtel rät, den Kühlschrank regelmäßig einem Elektro-Check zu unterziehen. Das übernimmt ein Elektriker. Dabei werde ein Kurzschluss durchgespielt, um zu schauen, wie das Gerät reagiert, sagt der Sprecher. Außerdem prüfe der Fachmann, ob die Lüftung offen und sauber ist. Je älter das Gerät, desto öfter soll te die Prüfung gemacht werden. Grundsätzlich bestehe nämlich bei älteren Kühlschränken mehr Gefahr, weil sie auch schon länger in Gebrauch seien. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, solle dem Kühlschrank über eine kürzere Phase eine Ruhepause gönnen. Das schone ihn, sagt Bechtel. (mit mke)

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