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Kanalnetz

24.03.2015

Die Löcher im Adelsrieder Untergrund

Schäden bei Hausanschlüssen – Sanierungskosten umgelegt

In einem ersten Abschnitt hat die Gemeinde Adelsried knapp 4,5 Kilometer ihres Kanalnetzes auf Schäden per Fernsehkamera überprüfen lassen. Die gute Nachricht: Der Großteil ist schadensfrei oder zumindest nicht unmittelbar reparaturbedürftig. Die schlechte Nachricht: Zehn Prozent des öffentlichen Rohrnetzes und 14 Prozent der rund 200 überprüften Hausanschlüsse müssen sofort saniert werden. Es entstanden Kosten in Höhe von knapp über 80000 Euro – dazu kommt das Honorar für das mit der Abwicklung betraute Ingenieurbüro.

Früher war es eher der Zufall, der auf schadhafte Abwasserrohre hinwies. Allerdings waren die Schäden dann meist gravierend. Heute sind Gemeinden verpflichtet, das Abwassernetz alle zehn Jahre auf Schäden, insbesondere Undichtigkeit, überprüfen zu lassen. Dies ist im Interesse des Umweltschutzes und der Gesundheitsvorsorge sinnvoll und nötig, um vor allem das Eindringen von Abwasser in das Grundwasser zu vermeiden. Aus Kostengründen hatte sich Adelsried im vergangenen Jahr entschlossen, den Check abschnittsweise vornehmen zu lassen. Die aktuelle Überprüfung fand in den vergangenen Monaten statt.

Sorgen bestätigen sich zum Glück nicht nicht

Die Sorge von Bürgermeisterin Stegherr-Haußmann, es könnten etliche Schäden nur in offener Bauweise repariert werden, bestätigte sich nicht. Lediglich ein Hausanschluss ist so marode, dass Aufgraben angesagt ist.

Alle übrigen Undichtigkeiten wie Risse, Ausbrüche etwa durch eindringende Wurzeln und fehlende Rohrteile lassen sich mit bewährten Techniken sanieren. Zwar ist die Haltbarkeit bei derlei Vorgehen zeitlich begrenzt und nicht mit einem Komplettaustausch ganzer Rohrabschnitte vergleichbar. Aber Kosten von einigen 100 Euro stehen einem Aufwand von etlichen Tausend Euro gegenüber.

Kompliziert scheint die Aufteilung der Kosten, insbesondere eine Beteiligung der Eigentümer schadhafter Hausanschlüsse, zu sein. Die exakte Grenztrennung von öffentlichem zu privatem Rohr gilt als problematisch und ist schwer exakt bestimmbar. Dazu kommt, dass das Netz bis zum Kontrollschacht untersucht wurde, der aber meist innerhalb der Privatgrundstücke liegt. Rein rechtlich ist die Gemeinde zwar nur für das Netz bis zur Grundstücksgrenze verantwortlich, aber der Kontrollschacht auf Privatboden liegt auch in ihrer Verantwortung. Insofern scheint es sinnvoll zu sein, wenn die Gemeinde die Kosten der Sanierung übernimmt, zumal eine Refinanzierung über die Abwassergebühren nicht nur möglich, sondern sogar Pflicht ist. Denn die kommunale Dienstleistung Abwassernetz darf weder Gewinn noch Verlust machen.

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