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Meitingen

05.12.2020

Die Marktgemeinde Meitingen befürchtet sinkende Steuereinnahmen

Meitingen hat noch Millionen auf der hohen Kante, rechnet aber mit sinkenden Steuereinnahmen.
Bild: Büttner, dpa (Symbol)

Plus Die fetten Jahre scheinen vorbei. Doch die Marktgemeinde Meitingen hat Millionen auf der hohen Kante. Was sie damit vorhat.

Viele Wünsche, doch wer soll sie bezahlen? Auf der Tagesordnung des Meitinger Planungs-, Umwelt- und Werkausschusses stand in dieser Woche unter anderem das Investitionsprogramm für die Jahre 2021 bis 2024. Insgesamt setzt sich dieses Programm aus 122 Einzelpunkten zusammen. Die Ausgangssituation: So wie es derzeit aussieht, wird der Haushalt Ende dieses Jahres mit Rücklagen in Höhe von 19,2 Millionen Euro schließen. Dann wird der Schuldenstand 3,9 Millionen Euro betragen.

Meitingen plant für das kommende Jahr Schulden ein

Im kommenden Jahr sollen die Schulden steigen und die Rücklagen zurückgehen, wie Bürgermeister Michael Higl auf Nachfrage unserer Redaktion erklärte. Für 2021 wird derzeit mit einem Volumen von 9,5 Millionen Euro im Vermögenshaushalt gerechnet, während der Fehlbetrag bei 6,6 Millionen Euro liegen wird. Dieses fehlende Geld soll zu einer Hälfte über Verschuldung und zur anderen Hälfte über Rücklagen finanziert werden. Zustande kommt dieser Fehlbetrag laut Bürgermeister Michael Higl durch hohe Steuereinnahmen 2019, die 2021 wiederum hohe Umlagezahlungen nach sich ziehen werden.

 

Die Entwicklung erwischt das traditionell finanzstarke Meitingen zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Für 2021 rechnet die Finanzverwaltung der Marktgemeinde mit Gewerbesteuereinnahmen, die auf 7,5 Millionen Euro abschmelzen. Zurückgehen werden auch die Einnahmen durch die Einkommenssteuer, so der aktuelle Ansatz.

In diesem Zusammenhang bereiten die Probleme in der Industrie Sorgen, wie zum Beispiel bei SGL Carbon. In Hinblick auf die Corona-Krise und deren Auswirkungen auf die Meitinger Haushaltslage spricht Rathauschef Higl von einer „schleichenden Tendenz, deren starke Auswirkungen erst in den nächsten Jahren zu erwarten sind“. Prognosen seien schwierig, so Higl: „Leider kann man in Bezug darauf auf keine Erfahrungswerte zurückgreifen, um die weiteren Entwicklungen vorherzusagen.“

Meitingen leistet sich ein Haus der Musik

Dennoch stehen im kommenden Jahr für die Marktgemeinde einige große Bauprojekte an, so zum Beispiel die Personen- und Radunterführung am Meitinger Bahnhof, der Kindergarten am Freibad und das Haus der Musik im ehemaligen Kino. Einen Schatten voraus werfen unter anderem auch die Planungen zum Ausbau von Grundschule und Hort in Meitingen. „Kinderbetreuung und Bildung sind die großen Themen in nächster Zeit“, fasst der Rathauschef zusammen.

Am 16. Dezember tagt der Meitinger Marktgemeinderat zum letzten Mal für dieses Jahr. Auch dann werden die Finanzen wieder Thema sein. Der Marktgemeinderat soll den Haushalt verabschieden.

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