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Zusmarshausen

23.04.2019

Die Mission schmackhaftes Craft-Bier

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4 Bilder
Beim so genannten Spindeln wird die Stammwürze des Biers gemessen.
Bild: Foto: Andreas Lode

 Ex&Hop ist die neueste Kreation der Brauerei Schwarzbräu in Zusmarshausen. Wie aus einer Idee ein preisgekröntes Getränk wird. 

Ex&Hop heißt das neue Craft-Bier der Brauerei Schwarzbräu aus Zusmarshausen. Mild, hopfig und frisch steht auf dem modern gestalteten Etikett. Statt des Buchstabens O ist eine grüne Hopfendolde in dem Wort Hop abgebildet. Ein kleiner Hinweis, dass es sich hier um ein Bier mit besonders viel Hopfen handelt. Trendig erscheint das Craft-Bier also schon von außen. Und nach dem ersten Schluck ist klar: Das ist kein herkömmliches Bier. Seit Anfang 2019 ist es auf dem Markt. Die beiden Entwickler, Braumeister Tobias Fischer und Marketingleiter Peter Spanrunft, erklären. wie das neue Getränk entstanden ist.

Ein Craft-Bier machen, das schmeckt

„Wir wollten ein Craft-Bier machen, das schmeckt“, sagt Fischer. Gemeinsam mit seinem Kollegen Spanrunft hatte Fischer die Idee für die neue Biersorte. Das Ex&Hop ist die bayerische Interpretation eines Pale Ales. Das ist ursprünglich eine englische Sorte. Inzwischen gibt es Pale Ale – übersetzt blasse Ale-Bier – weltweit. Vor allem die amerikanischen Pale Ales, die besonders hopfenlastig sind, finden in der Craft-Bier-Szene großen Anklang. Oft schmecken Craft-Biere deshalb sehr bitter und überladen, fanden Fischer und Spanrunft, bevor sie ihre eigene Rezeptur entwickelten. Sie wollten es besser machen.

Bereits bevor das Ex&Hop offiziell in den Einzelhandel kam, wurde es mit Preisen überhäuft. Die neue Biersorte holte sich beim „International Craft Beer Award“ und dem „Singapore Taste Award“ jeweils den zweiten Platz. Zudem wurde das Zusmarshauser Craft-Bier bei dem Wettbewerb European Beer Star in der Kategorie New Style Lager mit einer Silbermedaille ausgezeichnet.

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Angefangen habe alles im Jahr 2016, als Craft-Bier immer mehr in Mode kam und gefühlt auf jeder Fachmesse zig neue Sorten vorgestellt wurden, erinnern sich Fischer und Spanrunft. Das einzige Problem war damals: Die neuen Sorten wollten die beiden nicht überzeugten. „Man muss beim ersten Schluck schon Lust auf den zweiten haben“, sagt der Braumeister gerade heraus. Das sei sein Anspruch an ein gutes Bier.

Im Zusmarshauser Bräustüberl entstand die Idee

Vom gemeinsamen Traum bis hin zum fertigen Produkt: In der Mittagspause im Zusmarshauser Bräustüberl schwärmten die beiden Kollegen von einer eigenen Kreation. Bereits am Nachmittag wurde die Idee Brauereibesitzer Leopold Schwarz vorgestellt. Rund 20 Testversuche hat es gebraucht, bis die Rezeptur feststand. Im Laufe der Entwicklung durchlief das Bier eine Vielzahl interner und externer Tests. Es fanden direkt am Stammtisch des Bräustüberls Kostproben des neuen Craft-Biers statt.

Der Name Ex&Hop war der Projektname. Er setze sich aus dem Exportbier „Exquisit“, dessen Grundwürze im neuen Craft-Bier zum Einsatz komme, und der wichtigen Zutat Hopfen zusammen, erklärte Spanrunft. Der griffige Projektname wurde dann als offizieller Produktname übernommen.

Das unfiltrierte Ex&Hop hat einen Alkoholgehalt von 5,4 Prozent und einen IBU-Wert von 30. Die International Bitterness Units (kurz IBU) geben an, wie bitter ein Bier schmeckt. Je nach Sorte und Stil müssen gewisse IBU-Werte eingehalten werden. Die drei Hopfensorten „Select“, ein deutscher Traditionshopfen aus der Spalt, und die beiden amerikanischen Sorten „Simcoe“ und „Cascade“ schaffen das Geschmackserlebnis in dem neuen Craft-Bier.

Der fruchtig-exotische Geruch entstehe durch die Zugabe der verschiedenen Hopfensorten, erklärt der Braumeister. Bis zu 300 verschiedene Aromen könne ein Hopfen in das Bier bringen. Durch eine geschickte Kombination aus unterschiedlichen Sorten sogar noch mehr. „Man sucht mehr ein spezielles Aroma als einen besonderen Hopfen“, sagt der Experte.

Der Spalter Traditionshopfen kommt bereits während des Brauens im Sudhaus in das Bier. Die beiden amerikanischen Hopfensorten werden dem Ex&Hop erst im Keller als Kalthopfung beigefügt. Dieses spezielle Verfahren sorge für einen besonders starken Hopfengeschmack im Bier.

Reinheitsgebot wird in Zusmarshausen eingehalten

Wie jedes der 20 Biersorten und der beiden Saisonbiere aus dem Hause Schwarzbräu werde auch das Ex&Hop nach dem Reinheitsgebot gebraut. Eine Besonderheit der Zusmarshausener Brauer ist, dass sie ausschließlich Malz aus der hauseigenen Mälzerei verwenden. Das eigene Malz und die doppelte Gärung machen den Geschmack der Biere aus. „Wir nehmen uns Zeit für das Brauen“, sagt Besitzer Schwarz stolz. Seit Generationen ist die Brauerei im Familienbesitz. Und die zahlreichen Prämierungen sprechen für sich: Seit Jahren wird die Brauerei aus dem Augsburger Land mit Preisen ausgezeichnet.

Was man unter einem Craft-Bier versteht, ist nicht leicht zu beantworten. Es gibt wohl mindestens so viele Definitionen wie Sorten. Jeder Brauer habe da seine eigene Vorstellung, sagt Leopold Schwarz. Für ihn sei ein Craft-Bier ein Bier, das keinem traditionellen Bierstil zugeordnet werden könne.

Spanrunft sieht in einem Craft-Bier vor allem das Handwerk, wie es die wörtliche Übersetzung andeutet. Fischer hingegen will sich zu keiner Definition hinreißen lassen, viel mehr freut es ihn, dass durch die Craft-Bier-Bewegung das Bier und das Brauhandwerk zu neuen Ehren komme.

Damit das Trinken zum Geschmackserlebnis wird, empfehlen die Experten, das Ex&Hop vor dem Öffnen kurz zu drehen und anschließend in ein Ale-Glas zu füllen. Nur so entfalten sich alle Aromen und der Genuss beginne schon beim Riechen, sagt Fischer. Und nimmt anschließend einen kräftigen Schluck vom neuen Craft-Bier.

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