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Faktencheck

19.07.2019

Die Mondlandung: Alles echt? Oder nicht?

50 Jahre Mondlandung / Sternwarte Diedorf / im Bild Dr. Christine Zerbe
2 Bilder
50 Jahre Mondlandung / Sternwarte Diedorf / im Bild Dr. Christine Zerbe
Bild: Marcus Merk

Plus Manche bezweifeln, dass es die Mondlandung gab. Dr. Christine Zerbe von der Astronomischen Vereinigung Augsburg räumt damit auf.

Am 20. Juli 1969 setzte Neil Armstrong als erster Mensch seinen Fuß auf den Boden eines außerirdischen Himmelskörpers. Die Mondlandung zählt zu den Höhepunkten der Raumfahrt. Doch viele Menschen haben Zweifel daran und schenken verschiedenen Verschwörungsthesen Glauben. Dr. Christine Zerbe macht den Faktencheck. Sie ist die Vorsitzende der Astronomischen Vereinigung Augsburg. Der Zusammenschluss von Amateurastronomen betreibt ehrenamtlich die Volkssternwarte und das Planetarium in Diedorf.

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Die Aufnahmen von der Mondlandung seien gefälscht, behaupten die Verschwörungstheoretiker: Es seien ja keine Sterne zu sehen. Woran lag’s?

Dr. Christine Zerbe: Im Landebereich war während des Aufenthalts der Astronauten heller Tag. Die Kameras waren deswegen auf eine sehr kurze Belichtungszeit eingestellt. Damit lassen sich keine Sterne fotografieren. Inzwischen gibt es auch länger belichtete Aufnahmen, zum Beispiel von der ISS aus, die den Sternenhimmel und die Erde zeigen.

Die Mondlandung: Alles echt? Oder nicht?

Auch an den Schatten auf den Nasa-Bildern stören sich die Verschwörungstheoretiker: Sie verlaufen parallel, was angeblich an Studioscheinwerfern liegt.

Zerbe: Die Verschwörungstheoretiker stören sich meistens daran, dass die Schatten nicht parallel verlaufen und von nebeneinanderstehenden gleich großen Objekten unterschiedlich lang sind. Das kann verschiedene natürliche Gründe haben – zum Beispiel ein unebener Boden, die Verzerrungen durch das Fotoobjektiv oder die natürliche Perspektive. Das müsste man im Einzelfall an einem konkreten Bild diskutieren.

Die Astronauten hatten einen Flaggenmast in die Mondoberfläche gerammt: Die Fahne scheint zu wehen, obwohl es auf dem Mond keine Atmosphäre und damit keinen Wind gibt.

Zerbe: Wenn man nicht nur Ausschnitte, sondern die kompletten Filmsequenzen ansieht, sieht man, dass vorher ein Astronaut den Flaggenmast in den Boden rammte und sie in Schwingungen versetzte. Da keine Luft vorhanden ist, werden diese Schwingungen nicht dadurch gedämpft und dauern länger an.

Angeblich hätten die Triebwerke der Mondfähre einen Krater hinterlassen müssen. Doch der ist nicht zu sehen. Warum?

Zerbe: Die Landefähre landete mit sehr geringem Schub. Außerdem ist der Mondboden doch recht fest und nur die oberste Schicht aus lockerem Staub. Es gibt Fotos, auf denen man sieht, dass auf dem Boden unter der Fähre der Staub weggeblasen wurde. Teilweise sieht man auch Muster, die unterhalb des Triebwerks strahlenförmig nach außen verlaufen.

War eigentlich die Technik damals ausgereift, um auf dem Mond zu landen zu können?

Zerbe: An den unbemannten Landungen zweifelt niemand. Der Sprung zur bemannten Landung war damals nicht so groß wie heute. Die Technik der 60er-Jahre entsprach nicht unserem heutigen Sicherheitsdenken. Man hielt 90 Prozent Zuverlässigkeit für ausreichend. Die ersten Astronauten waren Test- oder Kampfpiloten. Denen reichte das. Es ging ja auch vieles schief, beziehungsweise konnte nur durch ein Eingreifen des Menschen oder das Umplanen von Abläufen gerettet werden.

Angeblich geht die Mondlandung auf eine Verschwörung der US-Regierung zurück, die im Wettstreit mit der Sowjetunion einen Erfolg vorzeigen wollte. Die erfolgreiche Mission sei nur vorgespielt. Stimmt das?

Es gibt immer noch Menschen die glauben, dass die Mondlandung gar nicht stattgefunden hat.
Bild: Nasa

Zerbe: Die USA musste damals davon ausgehen, dass die UdSSR ebenfalls bald bemannt auf dem Mond landet. Dann wäre eine Schummelei mit Studio ja schnell aufgeflogen. Und dass die Sowjetunion auch bei der Verschwörung mitmacht, ist eine ziemlich lächerliche Vorstellung. Anders herum: Eine Möglichkeit, die USA mit einer aufgedeckten Schummelei bloß zu stellen, hätte man sich doch nicht entgehen lassen. Ein wichtiges Argument gegen die Verschwörungstheorien kommt meiner Ansicht nach immer etwas zu kurz: Die Fälschungen müssen auch alle Untersuchungsmethoden der Zukunft überstehen.

Das heißt?

Zerbe: Heute kann man Fotografien, Mondgesteine, Solarwindfolien von der Mondoberfläche oder Aufzeichnungen der Seismometer von Mondbeben, mit Verfahren auswerten, von denen man vor 50 Jahren nichts wusste. Diese Untersuchungen werden von Laboren weltweit durchgeführt – nicht nur von der USA! Bis jetzt fielen dabei noch keine Unstimmigkeiten auf.


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