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06.07.2010

Die Problemzonen von jungen Erwachsenen

Auch das Thema Gewalt wird in dem Theaterstück "Problemzonen" angesprochen. Foto: Johanna Weberstetter
Bild: Johanna Weberstetter

Neusäß Für leichte, oberflächliche oder gemütliche Vorabend-Unterhaltung war die Theatergruppe des Neusässer Justus-von-Liebig Gymnasiums noch nie bekannt. Auch in diesem Jahr haben die Schüler, unter der Leitung von Heike Mössinger, wieder ein außergewöhnliches und emotional aufwühlendes Theaterstück geschrieben, das den Namen "Problemzonen" trägt. Dieses Stück handelt nicht, wie der Titel vermuten lässt, von Körperfettanteil oder Rundungen viel zu dünner Mädchen. Die Schüler haben sich stattdessen weitaus schwierigeren und tiefgründigeren Themen gewidmet.

Kampf um Zuneigung

"Problemzonen" erzählt von einsamen Jugendlichen, deren Eltern sich nicht um sie kümmern wollen oder können und die für Zuneigung oder Aufmerksamkeit jede moralische Grenze überschreiten. Es geht darum, wie man sich gewaltsam Respekt und Anerkennung verschaffen kann. Es erzählt von Kindern, die nie ein friedliches Miteinander lernen konnten und deshalb zu Problemfällen werden: zu Problemzonen der Gesellschaft.

Das Theaterstück entstand, so Heike Mössinger, durch Gespräche mit Jugendlichen die vom Verein "Brücke" in Augsburg betreut werden. Vor dem Hintergrund dieser Gespräche verfasste die Theatergruppe anschließend das Stück.

Die Problemzonen von jungen Erwachsenen

"Problemzonen" stellt drei Jugendliche aus vollkommen unterschiedlichen sozialen Schichten in den Mittelpunkt, die alle drei mit den Wirrungen des Erwachsenwerdens zu kämpfen haben. Bei ihren Versuchen ihren konfliktreichen Alltag zu meistern, missachten sie alle moralischen und ethischen Grundsätze und versuchen ihr soziales Umfeld durch physische sowie psychische Gewalt zu beherrschen.

Verpackt ist diese Geschichte in eine typische Talkshow, wie man sie, samt Themenauswahl und Vokabular der Gäste, aus dem Privatfernsehen kennt. Dabei wird die Handlung der drei Protagonisten in Rückblenden in dieser Talkshow nachgestellt. Statt Hilfe oder eine Therapie zu bekommen, werden die Jugendlichen in eine Talkshow abgeschoben, werden hinter Gittern gehalten wie bissige Tiere. Zur Ergötzung der Allgemeinheit.

Integrierter Zuschauerraum

Vollkommen neu dieses Jahr ist der in das Bühnenbild integrierte Zuschauerraum. Dadurch entsteht beim Publikum ein authentisches Gefühl den Abend in einer Reality- Soap zu verbringen und nicht im Theater. Livemusik und Videoeinspielungen unterstützen dieses gesellschaftskritische Theaterstück und fesseln den Zuschauer durch akustische und optische Reize.

Mit "Problemzonen" ist es der Neusässer Theatergruppe erneut gelungen, ein Stück auf die Beine zu stellen, das sich nicht scheut, die sozialen und gesellschaftlichen Problemzonen unseres Landes anzusprechen und zu diskutieren.

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