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Allmannshofen

08.04.2018

Die Quad-Freunde aus Allmannshofen

Ein paar Leute von der X-Quad Community finden sich immer zu einem Ausritt zusammen. Community-Chef Maik Salzmann (links) freut sich über die ständig wachsende Zahl der Mitglieder.
Bild: Sonja Diller

Die Quad-Fahrer träumen von schön gelegenen Off-Road-Wegen, gerne auch mal mit Schlammlöchern. Warum sie nicht zum Ärgernis werden wollen.

Biker finden, dass die Dinger zwei Räder zu viel haben. Autofahrer vermissen das schützende Dach. Doch für Quad-Fans wie Maik Salzmann gibt es nichts Schöneres als eine Ausfahrt mit seinem vierrädrigen, nach oben mit Freiheit punktenden Kraftpaket. Vor fast genau einem Jahr machte er sich im Internet auf die Suche nach Gleichgesinnten und traf mit seiner X-Quad-Community voll ins Schwarze. „Ich hätte nie gedacht, dass sich unser Freundeskreis so schnell entwickelt“, ist der Allmannshofer immer noch ganz geplättet von den vielen Anfragen, die er über seine Seite seitdem bekommen hat.

16 Fahrer und Beifahrer mit 14 Maschinen sind inzwischen registriert, und ständig kommen neue Interessierte dazu. Sie fahren die unterschiedlichsten Modelle vom soliden Spaßmobil bis zum All-Terrain-Plastikbomber. Alle finden sie, dass es viel mehr Spaß macht, zusammen zu fahren und neue Touren auszutüfteln, als alleine durch die Gegend zu düsen.

Wenig Gewicht und viel Leistung – das sind für Thomas Greschke die Pluspunkte der Quads. Seines sieht öfter mal leicht paniert aus, denn er liebt Ausflüge in die Botanik. Anregungen holt sich der Riese mit dem selbst erklärenden Spitznamen „2-11“ gerne im Offroad-Park in Langenaltheim, doch bei den Stunts der wildesten Fahrer bleibt auch ihm die Luft weg. Auf Schotterpfaden fast senkrecht nach oben, „das würde ich nie machen“, ist er sich sicher. Immer schön mit Bedacht, ist die Devise der Freizeitfahrer, die sich im Frühjahr zu einer gemütlichen Kaffeerunde bei Maik und seiner Frau Nathalie getroffen haben, um Pläne fürs neue Jahr zu schmieden.

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Durch den hohen Schwerpunkt können die Quads in der Kurve kippen

Der Schwarzwald wird ebenso anvisiert wie die Alpen. Sie möchten dorthin, wo es freigegebene Strecken gibt, auf denen sie gern gesehen sind. Denn zum Ärgernis wollen sie mit ihren nicht gerade leise auftretenden Gefährten mit den dicken Reifen nicht werden. Immer mit Augenmaß sind sie unterwegs, „dann ist Quadfahren auch nicht gefährlicher, als mit Auto oder Motorrad unterwegs zu sein“, ist Community-Chef Maik Salzmann überzeugt.

Durch den hohen Schwerpunkt können die bulligen Boliden bei schnellen Kurvenfahrten kippen, da hilft nur angepasst fahren und sich Schritt für Schritt hineinleben in das ungewohnte Fahrverhalten. Vorherige Erfahrung mit Zweirädern ist für das Fahren mit dem Quad nicht erforderlich. Der Autoführerschein reicht aus – ein weiterer Pluspunkt für Maik, der zwar mal mit dem Motorradführerschein geliebäugelt, doch seiner Frau zuliebe den Traum wieder aufgegeben hat.

Nach zwei Stunden braucht es eine Pause, denn Quadfahren ist anstrengend

Bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 80 sei ohnehin die Obergrenze für nachhaltigen Fahrspaß erreicht, ist Thomas Greschke überzeugt. Und nach zwei Stunden braucht es eine Pause, denn sie ist anstrengend, die Dressur des streckenweise doch recht widerspenstigen Quads, das ursprünglich als Arbeitsfahrzeug für den Geländeeinsatz konzipiert wurde. Das ist nicht nur bei den durchschnittlich motorisierten Modellen mit um die 500 Kubikzentimetern Hubraum und 30 bis 50 Pferdestärken so.

Auch wenn man doppelt so viel Hubraum unter dem sehr komfortabel gepolsterten Sattel hat wie Udo Appelmann-Roelke und seine Frau Karin Roelke. Die beiden Aindlinger fahren einen der Nobel-Hobel der Quad-Szene mit allem, was an Luxus und Technik zu haben ist, und sind trotzdem keine Anhänger der Heizer-Fraktion, über die Maik Salzmann und seine Freunde nur die Köpfe schütteln.

Mit 40 Jahren liegt Salzmann alterstechnisch im Durchschnitt der Community. Zur Zeit ist der Jüngste am Start 26 Jahre alt, der Älteste knapp vor der Rente. Gerade die gute Altersmischung sei wohl der Grund für die entspannte Atmosphäre, sind sich die Team-Player einig. Im Herbst sind die letzten der aktuell Aktiven dazugekommen und haben über den Winter den Traum vom landschaftlich schön gelegenen Off-Road-Weg gehegt, über den sie gemeinsam cruisen wollen. Wenn es nach Greschke geht, kann der auch gerne Schlammlöcher haben.

Für Salzmann ist das nichts, er mag es picobello sauber. Sobald sein Quad dreckig wird, kommt sofort der Hochdruckreiniger zum Einsatz. Wenn ihm dabei der Schlamm mit Anlauf unterm Dampfstrahl direkt ins Gesicht explodiert, dann, aber auch nur dann, kann es sein, dass ihm der Quad-Spaß kurzzeitig vergeht.

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