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Meitingen

25.11.2020

Die Realschule in Meitingen verschenkt Wärme für Flüchtlinge

Eine ehemalige Lehrerin der Dr.-Max-Josef- Metzger-Schule arbeitet ehrenamtlich auf Lesbos und bittet um Wärmflaschen.
Bild: imago/Rubra (Symbolfoto)

Plus Eine ehemalige Lehrerin der Dr.-Max-Josef-Metzger-Schule in Meitingen arbeitet ehrenamtlich auf Lesbos und bittet um Wärmflaschen für Flüchtlinge.

„Den Kopf halt' kühl, die Füße warm, das macht den besten Doktor arm": Jedes Kind kennt das Sprichwort und das wohltuende Gefühl, wenn es im Winter vom Spielen im Schnee durchgefroren nach Hause kommt, und die Mutter mit einer Wärmflasche die blau angelaufenen Zehen wieder auf Betriebstemperatur bringt. Doch was für viele ein alltäglicher Gebrauchsgegenstand ist, bedeutet für einige Menschen einen großen Luxus. So auch für die Flüchtlinge im Auffanglager auf der griechischen Insel Lesbos. Dort arbeitet nach ihrem Referendariat an der Realschule Meitingen Isabella Schreiner für die Organisation "Refugee4Refugees". Und mit einer ganz besonderen Bitte hat sie sich jetzt an ihre früheren Kollegen gewandt.

"Hallo, liebe Schülerinnen und Schüler der Dr.-Max-Josef-Metzger-Schule in Meitingen." Mit diesen Worten wendet sich Isabella Schreiner in ihrer Videobotschaft an die Kinder und Jugendlichen. Zwei Jahre lang hat sie dort als Referendarin gearbeitet, nun ist sie ehrenamtlich für eine Flüchtlingsorganisation auf der griechischen Insel Lesbos tätig. Und sie hat eine ganz besondere Bitte. "Denn auch die Winter in Griechenland werden sehr, sehr kalt", sagt sie.

Flüchtlinge auf Lesbos sind in Zelten untergebracht: Meitinger Schule hilft

Schreiner bittet daher ihre ehemaligen Schüler um eine Spende. Da die Flüchtlinge in Zelten untergebracht sind und keine Heizung haben, wünscht sich die ehemalige Lehrerin, dass die Schüler Wärmflaschen für die Flüchlinge sammeln. "Ich wäre euch unendlich dankbar", sagt sie und winkt zum Abschied in die Kamera. Eine Bitte, der die Schulleitung und die ehemaligen Kollegen der Relschule sehr gerne nachkommen.

"Wir unterstützen unsere frühere Kollegin natürlich sehr gerne", sagt Rektor Michael Kühn. Schließlich laute die Philosophie der Schule "gute Gedanken, gute Worte, gute Taten". Zusammen mit den Verbindungslehrern Dominik Füßmann und Lisa Ottmann hat die Realschule daher die Aktion "Wir schenken Wärme" ins Leben gerufen. Die rund 900 Schüler sind dabei aufgerufen, nicht mehr benötigte Wärmflaschen von daheim mitzubringen und den Flüchtlingen auf Lesbos zu schenken.

Erste Wärmflaschen für Flüchtlinge wurden in Meitingen abgegeben

"Die Aktion kommt sehr gut an", sagt Kühn. Schon unmittelbar nach Bekanntwerden des Spendenaufrufs seien die ersten Wärmflaschen im Sekretariat abgebeben worden. Allerdings habe es anfangs auch ein wenig Verwirrung gegeben. "Einige Schüler haben sich gewundert, dass es in Griechenland überhaupt so kalt im Winter ist", sagt Füßmann. Tatsächlich aber können die Temperaturen gen null Grad fallen. Vor einem Jahr haben sogar Schneefälle für ein erhebliches Verkehrschaos gesorgt. Eine gute Gelegenheit also, um das Thema auch im Unterricht zu platzieren. "Wir reden beispielsweise im Religions- und Ethikunterricht über die Situation in den Flüchtlingslagern und versuchen, entsprechende Werte und Solidarität zu vermitteln", erklärt der Verbindungslehrer.

Isabella Schreiner arbeitet ehrenamtlich auf Lesbos in einem Flüchtlingscamp und sammelt Wärmflaschen für die Bewohner, da die Zelte nicht beheizt sind.

Die rund 900 Realschüler aus zehn Nationen sind nun gespannt, welchen Erfolg die Aktion haben wird. "Weitere Sammlungen finden noch am Donnerstag und am Freitag, 26. und 27. November, in unserer Schule statt", sagt Kühn. Ziel sei es, ein möglichst großes Paket auf die Insel Lesbos zu schicken. Lisa Ottmann ist optimistisch, dass die Aktion Erfolg haben wird. Sie weiß aus eigener Erfahrung, wie gut die Wärme tut. "Ich persönlich mache mir jeden Abend mindestens drei Wärmflaschen, wenn es kalt ist", sagt sie. So ziemlich jeder Haushalt verfüge über einen solchen Wärmespender. "Es müssen ja keine neuen Flaschen sein", sagt Ottmann. Gebrauchte Wärmflaschen würden ebenso ihren Zweck erfüllen.

Realschule Meitingen hilft bereits an der Südküste von Sri Lanka

Mit der aktuellen Aktion "Wir schenken Wärme" folgt die Realschule einer schönen Tradition. So unterhält die Einrichtung bereits seit der furchtbaren Tsunami-Katastrophe im Dezember 2004 eine enge Beziehung zu ihrer Patenschule im „Unesco-Village“ bei Kosgoda an der Südküste von Sri Lanka. "Dort wird von uns die Stelle für eine Lehrkraft finanziert", sagt Kühn. Er und das gesamte Lehrergremium hoffen nun zusammen mit den Schülern, dass die aktuelle Aktion ebenfalls erfolgreich sein wird und möglichst viele Flüchtlinge einen kühlen Kopf und warme Füße zu Weihnachten haben können.

Wer ebenfalls eine Wärmflasche spenden möchte, kann diese am Donnerstag und Freitag, 26. und 27. November, im Sekretariat der Dr.-Max-Josef-Metzger-Schule in Meitingen, Gartenstraße 3, abgeben. Die Schule hat bis 16 Uhr geöffnet. Bei der Abgabe ist die Einhaltung der Hygienevorschriften (Mund-Nasenbedeckung und Abstand) zu beachten.

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