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Gessertshausen

13.04.2018

Die Schwarzachhalle „aus der Portokasse“ bezahlt

Dieter Merz, der Altbürgermeister von Gessertshausen, feiert am Wochenende seinen 75. Geburtstag.
Bild: Marcus Merk

Als Bürgermeister von Gessertshausen stemmte Dieter Merz ab 1986 viele Großprojekte. Nun wird er 75 Jahre alt und erinnert sich an die glücklichste Zeit in seinem Berufsleben

Auf seine zwölfjährige Amtszeit von 1986 bis 1998 als Bürgermeister der Gemeinde Gessertshausen blickt Dieter Merz zufrieden „als die glücklichste Zeit in seinem Berufsleben“ zurück. Eine hoch verschuldete Gemeinde hatte er 1986 übernommen, übergeben hat er sie mit einer frisch gebauten Schwarzachhalle und fünf Millionen D-Mark in der Kasse. „Die vier Millionen Mark für den Bau der Schwarzachhalle konnten wir aus der Portokasse bezahlen“, ist er stolz und zufrieden.

Sein Start als Bürgermeister sei aber miserabel gewesen, erinnert sich Merz und so galt es für ihn anzupacken. „Ich habe in meiner Amtszeit die komplette Infrastruktur von Gessertshausen geschaffen und auf den neuesten Stand gebracht“, verweist er unter vielen anderen Projekten auf den Wasserkanal von Margertshausen über Wollishausen nach Gessertshausen.

Noch heute erinnert er sich gerne daran, dass er für diesen Bau an der Bahnlinie entlang etwa 150 Grundstücke abgegangen ist und sich das Einverständnis der Eigentümer per Handschlag eingeholt hat. Auch der Bau der Eisenbahnlinie ist seiner „Umtriebigkeit“, wie er es selbst nennt, zu verdanken. War allerdings vor seiner Amtszeit von einer Überführung nach Deubach die Rede, so hat er daraus eine Unterführung gemacht. „Eine Brücke im Ortsbereich und dem Schwarzachtal konnte ich mir nicht vorstellen“. Merz ist es gelungen, dass die kompletten Kosten für die Unterführung, den Fußweg usw. der Landkreis übernommen hat. Man merkt ihm an, dass er sich noch heute über diesen Schachzug diebisch freut.

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Als nächstes Projekt der Ära Merz folgte der Park-and-ride-Platz am Bahnhof. Ein wenig müsse er immer in sich hinein lächeln, wenn er Aussagen über die Staudenbahn lese. „Ich habe dafür gesorgt, dass die Weichen in der Hauptstrecke zur Abzweigung Staudenbahn geblieben sind“. Dafür sei er ständig in München vorstellig geworden und habe dafür auf den Bau eines Bahnsteigs verzichtet.

Aber auch auf kultureller Ebene stellte Merz einiges auf die Beine. Neujahrsempfang, Sportlerehrung, Begrüßung der Jungbürger sowie ein vierteljährlicher „Liederabend“ gehen ebenfalls auf sein Konto. „Ich war umtriebig und nicht einfach“, weiß der Altbürgermeister. Mit den fünf Millionen Mark in der Kasse konnte sein Nachfolger Anton Mayer die Bürgerhäuser in Margertshausen und Döpshofen problemlos in Angriff nehmen. „Als Abschiedsgeschenk habe ich den Gemeinderat noch mit brachialer Gewalt zum Neubau des Feuerwehrhauses Gessertshausen gebracht“, so der Altbürgermeister, der im Gemeinderat als Mitglied der Freien Wähler nie auf eine Mehrheit zählen konnte.

Auf ärztlichen Rat musste Merz mit relativ jungen 55 Jahren sein Amt zur Verfügung stellen. „Ich war wohl zu umtriebig“, weiß er heute. Nach seinem Ausscheiden aber hat sich Merz stets komplett aus dem kommunalpolitischen Geschehen der Gemeinde Gessertshausen herausgehalten. Dabei sei er nach wie vor emotional stark mit dem Ort verbunden. Dass Leben nicht nur Arbeit, sondern auch Feiern bedeutet, auch das stellte Merz gerne immer wieder unter Beweis. So kamen zu seiner Abschiedsfeier unglaubliche 530 Gäste. Er habe das als Anerkennung der Bevölkerung wahrgenommen. Seinen 75. Geburtstag feiert er nun wieder mit seinen Gessertshausern. Leger und zwanglos will er mit allen Vereinen, in welchen er Mitglied ist, bei einem Weißwurstfrühstück feiern. (jkw)

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