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Frühlingsanfang

15.03.2011

Die Störche beziehen Quartier

Sie sind zurück

Viele Horste sind schon bewohnt, doch gebrütet wird noch nicht

Landkreis Augsburg Langsam bevölkern sich die großen Horste auf den Kirchtürmen: Die Störche kommen zurück – und das jedes Jahr früher, wie Storchenfachmann Anton Burnhauser sagt. Zusamzell, Gablingen und jetzt auch Wörleschwang, hier können bereits wieder ein oder zwei Tiere beobachtet werden. Manchmal allerdings nur für eine kurze Zeit: Es kommt auch vor, dass Störche in den hiesigen Nestern eine längere Pause vor ihrem Weiterflug in Richtung Norden machen.

Die Störche in Wörleschwang scheinen jedoch vorzuhaben, dauerhaft ihr Nest wieder in Beschlag zu nehmen. Andrea Steppich, die neben der Kirche in dem Zusmarshauser Ortsteil wohnt, hat sie schon einige Tage lang beobachtet. „Vielleicht klappert es ja bald schon wieder“, hofft sie. Es sind nicht nur die hier immer wärmer werdenden Winter mit wenig Schnee, die die Störche früher zurückkommen lassen, so Anton Burnhauser. Viele fliegen nicht mehr so weit weg wie früher. Ihr Überwinterungsgebiet liegt in Westafrika oder sogar nur in Spanien oder Südfrankreich, „die sind dann einfach schneller wieder hier“, so der Experte.

Was jedoch nicht bedeutet, das sie sofort anfangen zu brüten. Die Legereife werde normalerweise dann erreicht, wenn auch das größte Futterangebot zu erwarten ist, erklärt Anton Burnhauser. Spätester Termin ist dabei etwa die erste Maiwoche. Wenn ein Storchenpaar bis dahin nicht anfängt zu brüten, ist wenig wahrscheinlich, dass die Jungtiere am Ende des Sommers schon groß genug sind, um ins Winterlager mitzuziehen.

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Gerade hier in Schwaben gibt es aber auch immer mehr Störche, die überhaupt nicht mehr wegziehen. Und das liegt kaum an der Klimaveränderung, so Burnhauser. Sie haben einfach keinen Zugtrieb mehr. Meist stammen diese Tiere aus Zuchtprojekten, wie es sie in den Siebziger und Achtziger Jahren gab, als hier kaum noch Störche heimisch waren. Die Zuchtstörche wurden am Wegfliegen gehindert, dieses Verhalten ging auf ihre Nachkommen über. Zu ihnen gehört wohl auch zumindest einer der Gablinger Störche, der einen Hühnerring trägt und vielleicht einmal längere Zeit von Menschen gepflegt wurde.

Etwa 20 Störche sind es, die in den vergangenen Jahren in Schwaben auch während der kalten Jahreszeit zu beobachten sind. Die jetzt üblichen Winter sind dabei von den Temperaturen her kaum ein Problem für die Tiere. Und wenn sie ein nicht zugefrorenes Bächlein oder gar eine Forellenzucht finden, ist normalerweise auch die Nahrung gesichert. Denn an Tagen ohne Schnee suchen sie sich dann auch wieder Regenwürmer, Libellenlarven oder Mäuse. (jah)

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