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Gersthofen

05.09.2019

Die Suche nach den Keimen im Trinkwasser läuft weiter

Auch nach zwei Wochen dauert die Suche nach der Ursache der coliformen Keime, die an wechselnden Stellen im Gersthofer Wassernetz auftreten, weiter an. 
Bild: Marcus Merk

Seit zwei Wochen muss in Gersthofen das Leitungswasser abgekocht werden. Warum hier der Notverbund mit der Stadt Augsburg nichts nützt.

Eine Stadt kocht ab: Seit gut zwei Wochen soll das Gersthofer Leitungswasser nur noch abgekocht zur Zubereitung von Speisen und Getränken, zum Waschen und Duschen oder Zahnputzen verwendet werden, nachdem bei einer Routineuntersuchung coliforme Keime entdeckt wurden. Und noch immer fahndet die Stadtverwaltung nach den Ursachen.

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Die Suche in dem 130 Kilometer langen Leitungsnetz gestaltet sich laut von Bürgermeister Michael Wörle weiterhin schwierig, man tappe hinsichtlich der Ursache nach wie vor im Dunkeln: „Wir haben 47 Messstellen im gesamten Stadtgebiet. Da gibt es unterschiedliche Befunde.“

Chlorung steht derzeit noch nicht im Raum

So würden an einem Tag oftmals an einer Messstelle coliforme Keime festgestellt, und am nächsten Tag seien die Ergebnisse dort wieder vollkommen in Ordnung - dafür gebe es dann aber Befunde an anderen Messpunkten. Wörle betont: „Wegen des Abkochgebots besteht momentan keine Gefahr.“ Eine Chlorung, um das Wasser keimfrei zu machen, stehe derzeit nicht im Raum.

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Dennoch sei man sich bewusst: „Unser Wasserwerk ist in die Jahre gekommen, wir wissen, dass wir modernisieren müssen.“ Deswegen habe die Stadt schon lange, bevor vor zwei Wochen erstmals eine Verkeimung gemessen wurde, eine Studie in Auftrag gegeben, die aufzeigt, in welchen Bereichen der Wasserversorung etwas getan werden müsse. Ausgangspunkt war damals allerdings die Frage, wie sich der hohe Energiebedarf beim Wasserwerk zurückfahren lassen kann. „Diese Studie ist in den letzten Zügen. Die aktuelle Entwicklung hat uns jetzt noch einen weiteren Aspekt hinzugefügt.“ Die bereits erstellten Szenarien „reichen von mehreren Sanierungsvarianten bis hin zu einem komplett neuen Wasserwerk“.

„Wir arbeiten mit den besten Labors  zusammen“

Bis dato warte man täglich auf die neuen Untersuchungsergebnisse aus dem Labor. „Wir arbeiten mit den besten Labors in Deutschland zusammen.“ Es würden „prophylaktisch gewisse Dinge ausprobiert, um Fehlerquellen auszuschießen“, so Wörle weiter. Worum es sich dabei handle, erklärte er nicht. „Unser Anspruch ist es, die Bevölkerung zu informieren, wenn es Informationen gibt.“

Zwar ist die Stadt Gersthofen einen Notverbund mit der Stadt Augsburg eingegangen, dem sich auch die Gemeinde Gablingen angeschlossen hat. „Dieser hilft uns im aktuellen Fall aber nicht weiter, weil die Verkeimung wohl im Leitungsnetz geschieht“, so Rathaussprecherin Ann-Christin Joder. „Der Notverbund besteht nicht aus hygienischen Gründen – bis vor zwei Wochen gab’s noch nie Beanstandungen der Wasserqualität – sondern um eine durchgehende Wasserversorgung im Notfall, beispielsweise bei einem Ausfall der Brunnen, sicherzustellen.“

In Neusäß ist die Wasserversorgung deutlich komplizierter

In der Gersthofer Nachbarstadt Neusäß ist man nach Auskunft der Verwaltung froh, dass im dortigen Leitungsnetz noch keine Verkeimung festgestellt wurde. Hier ist die Wasserversorgung deutlich komplizierter organisiert als in Gersthofen, wo das Wasser über zwei Brunnen zwischen Gersthofen und Hirblingen gefördert wird.

In der Neusäß versorgen die Stadtwerke Augsburg die Stadtteile Alt-Neusäß, Westheim, Steppach, Schlipsheim und Hainhofen. Der Zweckverband Wasserversorgung Loderberggruppe beliefert Hammel, Ottmarshausen und Täfertingen sowie die Gemeinde Aystetten und die Gersthofer Stadtteile Edenbergen und Hirblingen. Letztere sind aus historischen Gründen dem Versorgungsgebiet angeschlossen, hier wurde früher ein Notverbund geschlossen.

 Die Stadtteile Edenbergen und Hirblingen wiederum beziehen ebenfalls teilweise das Wasser von der Loderberggruppe. Dank des neuen Notstromaggregats des Zweckverband Wasserversorgung Loderberggruppe (dieses wurde letztes Jahr in Betrieb genommen), ist der Zweckverband nun für Notfälle gerüstet und die Betriebssicherheit ist gewährleistet, so die Neusässer Rathaussprecherin Michaela Axtner.

In Gersthofen geht neben der akribischen Fehlersuche auch noch das laufende Geschäft weiter: „Am Sonntag musste zum Beispiel ein Wasserrohrbruch in Hirblingen behoben werden“, so Wörle.

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