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Horgau

20.08.2016

Die Trauminsel soll nun in Horgau entstehen

Barrierefrei soll die Wohnanlage in Horgau sein - und noch viel mehr: Dort sollen Menschen mit Behinderung leben können, die rund um die Uhr Betreuung brauchen. (Symbolfoto)
Bild: Jeanette Dietl/Fotolia

Eine Firma will an der Greuter Straße ein inklusives Wohnquartier bauen. Für einige Eltern und ihre behinderten Kinder würde sich dadurch ein großer Wunsch erfüllen. Doch auch andere könnten von dem Projekt profitieren.

Diese Eltern haben einen großen Traum: Sie haben behinderte Kinder, die teilweise rund um die Uhr Betreuung brauchen. Doch die Eltern werden älter – wie lang werden sie sich noch kümmern können? Deshalb wünschen sie sich eine Alternative zum klassischen Heim: ein inklusives Haus, in dem Menschen mit und ohne Behinderung zusammen leben können. Die Eltern haben sich vor sieben Jahren zum Verein „Trauminsel“ zusammen geschlossen und seitdem überlegt, wie sie ihren Traum verwirklichen können. Immer wieder haben sie Rückschläge erlebt – aber jetzt könnte es tatsächlich klappen: Die Trauminsel soll in Horgau entstehen. Es gibt schon einen Investor, einen Architekten und ein Grundstück.

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In den vergangenen zwei Jahren hatten die Eltern noch auf das Gelände der ehemaligen Zusamklinik in Zusmarshausen gesetzt, das jetzt Pfifferlingstal heißt. Mit Investor Joachim Merkel gab es viele Gespräche. Doch konkret ist das Projekt dort nicht geworden. Jetzt sagt die Trauminsel-Vorsitzende Elke Klein: „Wir distanzieren uns vom Standort Pfifferlingstal, da inklusives Wohnen für Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf und daneben stationäre Pflegeplätze, noch dazu in diesem Umfang, einfach nicht zusammen passen.“ Wie berichtet, sollen in dem ehemaligen Klinikgebäude 130 Pflegeplätze für Senioren, Demenzkranke und Menschen mit Behinderung entstehen – die Eltern wünschen sich dagegen Inklusion. Vereinsmitglied Wolfgang Meitinger aus Altenmünster äußert seine Enttäuschung darüber, dass es in Zusmarshausen nicht geklappt hat: „Wir haben zwei Jahre gestrampelt und versucht etwas zu initiieren, aber irgendwie haben wir uns benutzt gefühlt.“

In Horgau soll die Trauminsel nun doch noch Realität werden. Die ersten Voraussetzungen sind geschaffen: Der Verein hat einen Investor gefunden, die Firma Deurer aus Augsburg. Und die hat auch schon ein Grundstück gekauft. Es ist fast 13.000 Quadratmeter groß und liegt an der Greuter Straße im Ortsteil Horgauergreut. Die Baufirma will dort ein inklusives Wohnquartier schaffen – mit etwa 50 Wohneinheiten. Für Menschen jeden Alters und jeden Einkommens soll etwas dabei sein, erklärt Geschäftsführer Markus Deurer: „normale“ Wohnungen, Sozialwohnungen, betreutes Wohnen und eben auch eine Wohngemeinschaft für Menschen mit Behinderung, die bis zu 24 Stunden Assistenz oder Pflege brauchen. Etwa zehn solche Plätze soll es dort geben, sagt Wolfgang Meitinger. Er ist nicht nur Mitglied bei der Trauminsel – und will selbst mit seiner behinderten Tochter dorthin ziehen – sondern auch Architekt und hat schon Vorskizzen für das Projekt gezeichnet. Er stellt sich eine „locker-lässige Bebauung“ vor, also keinen Wohnblock, sondern mehrere einzelne Elemente. In zwei bis vier Jahre könnten sie stehen – wenn alles klappt.

Der Investor betont, dass es bei Inklusion und Barrierefreiheit nicht nur um Behinderte geht: „Wir stellen fest, dass immer mehr ältere Menschen in die Stadt ziehen, weil es dort barrierefreie Wohnungen gibt“, sagt Deurer. „Aber wir brauchen diesen Wohnraum auch auf dem Land.“ Die meisten, mit denen er schon über sein Vorhaben in Horgau gesprochen hat, seien positiv eingestellt gewesen, sagt er: Die Gemeinde zum Beispiel, die einen Bebauungsplan aufstellen muss, und die Regierung von Schwaben, bei der es um die Förderung der Assistenz geht. Deurer hofft, dass die Horgauer von dem Projekt ebenfalls begeistert sein werden. Von dem Wohnquartier sollen schließlich nicht nur die Bewohner profitieren, sagt Meitinger. Es könnte dort zum Beispiel einen behindertengerechten Spielplatz und einen Treffpunkt für alle geben.

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