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Gersthofen

17.04.2018

Die Vereine sind Gersthofen lieb und teuer

Ein eigenes Domizil für die Musikvereine hat die Stadt Gersthofen gleichzeitig mit der neuen Mittelschule gebaut. Die Kapellen müssen dafür auch keine Betriebskosten bezahlen. Mit geänderten Zuschussrichtlinien sollen nun die Sportvereine in dieser Hinsicht gleichgestellt werden.
Bild: Marcus Merk

Nach dem Neubau des Hauses für die Gersthofer Musikvereine werden die Richtlinien geändert. Das kostet die Stadt 50.000 Euro im Jahr zusätzlich.

Mehr finanzielle Unterstützung für ihre über 100 Vereine möchte die Stadt Gersthofen bieten. Deswegen wurden die Zuschussrichtlinien überarbeitet und vom Kulturausschuss befürwortet. Einer der Gründe für diese Neubewertung war der Bau des Musikerheims, das gleichzeitig mit dem Neubau der Gersthofer Mittelschule entstanden ist.

Die Höhe der Zuschüsse für alle Vereine der Stadt lag nach Angaben der Stadt im Jahr 2016 bei 659.000 Euro. Bisher gelten unterschiedliche Regelungen für Musik- und Sportvereine, was die Übernahme der Betriebskosten betrifft. Vor dem Einzug ins neue Musikerheim probten die Musiker in der Aula der alten Mittelschule, mussten dafür keine Kosten an die Stadt entrichten.

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Die Betriebskosten werden laut den Vereins-Förderrichtlinien aufgeteilt in Fixkosten (zum Beispiel Grundsteuer, Niederschlagswasser, Kanal, Müll oder Kaminkehrer), variable Kosten wie Strom, Wasser und Heizung, Dienstleistungen (Hausmeister, Winterdienst, Platzwart, Grünpflege) sowie Reinigung.

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Die Fixkosten der Sing- und Musikschule trägt die Stadt Gersthofen seit Anbeginn. „Durch die Entscheidung, die vier Gersthofer Musikvereine im Anbau der Mittelschule mit insgesamt rund 600 Quadratmetern Fläche unterzubringen, sieht sich die Stadt zur Kostenübernahme in der Pflicht“, so die Argumentation der Verwaltung. Denn die kalkulierten und tatsächlichen Kosten seien wiegen ihrer Höhe von den Vereinen nicht zu leisten. Die Sing- und Musikschule sowie die Interessengemeinschaft der Gersthofer Musikvereine mussten bisher keine Fixkosten übernehmen. Das soll auch weiterhin so bleiben. Die Trachtenkapelle Hirblingen und der Musikverein Batzenhofen werden gegen Nachweis um diese Kosten entlastet.

Auch die variablen Kosten der Musikschule und künftig aller, nicht nur der Gersthofer Musikvereine sollen übernommen werden.

Nun kommen die Sportler ins Spiel: Um die Erstattung der variablen Kosten zwischen den Musik- und den Sportvereinen anzugleichen, sollen Letztere nun mit einem festen Betrag von vier Euro pro Mitglied bezuschusst werden. Diese Bezuschussung würde nach Auskunft der Verwaltung bei den beiden größten Sportvereinen, dem CSC Batzenhofen und dem TSV Gersthofen, eine Bezuschussung um 40 Prozent der variablen Kosten bedeuten.

Gersthofen übernimmt keine Kosten für Dienstleistungen

Bei den Dienstleistungen übernimmt die Stadt grundsätzlich keine Kosten, da es sich hier um vereinsspezifische Arbeiten handelt und daher eine Gleichstellung nicht erreicht werden kann. Einzig die Kosten der Musikschule sowie des neuen Musikerheims werden übernommen, weil es sich hier um städtische Gebäude handelt und die Stadt Gersthofen unter anderem auch in der Verkehrssicherungspflicht steht.

Bei den Reinigungskosten sieht die Stadt das größte Einsparpotenzial für die Vereine, weil diese ja selbst entschieden können, ob sie Fachfirmen gegen Geld beauftragen oder die Arbeiten in Eigenregie übernehmen.

Auch im Bereich der Jugendförderung sollen die Sportvereine künftig mit den Musikvereinen gleichgestellt werden. Hier wird der Berechnungsfaktor für die Förderung jugendlicher Mitglieder erhöht. Insgesamt ergibt sich aus diesen Erhöhungen eine zusätzliche jährliche Förderung für die Vereine in Höhe von 50000 Euro.

Die gesamte jährliche Förderung für die mehr als 100 Gersthofer Vereine erhöht sich damit auf circa 710000 Euro, erklärt Stadtsprecherin Ann-Christin Joder. Nun muss noch der Stadtrat über die Änderung der Vereinsförderrichtlinien abstimmen.

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