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Kommunalwahl

17.03.2014

Die Wahl geht in die Verlängerung: Hier wird es noch spannend

Gestern war der Tag des großen Auszählens: Überall in der Region waren die Wahlhelfer mit dem Auswerten der Stimmzettel beschäftigt, teilweise geht die Arbeit für sie auch heute noch weiter.
Bild: Marcus Merk

Noch ist längst nicht überall entschieden, wer in der Region künftig regiert. In mehreren Städten geht die Wahl in die Verlängerung. Wie sich die politische Landschaft verändert.

Kommunalwahl 2014: Die meisten Bürgermeister sind gewählt. Bis auf acht Gemeinden in der Region Augsburg. Dort geht der Wahlkampf in die Verlängerung – unter anderem in Friedberg, Gersthofen und Königsbrunn.

Ebenso wurde die Entscheidung über die Nachfolge des Aichacher Landrats Christian Knauer auf den 30. März vertagt. Aber auch in den anderen Orten sorgt die Auszählung der Kommunalwahl noch weiter für Spannung – und für die eine oder andere Überraschung.

Die Wahl in den Landkreisen

Aichach-Friedberg: Im Jahr 2008 hatte die CSU ihre Mehrheit im Kreistag hauchdünn mit einem Sitz gehalten – und dann vor Gericht doch noch verloren. Das Verwaltungsgericht entschied damals, dass der gewählte Thomas Weißinger seinen Hauptwohnsitz nicht in Kissing, sondern in Horgau im Kreis Augsburg hat.

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Wie es im neuen Kreistag aussieht, stand gestern Abend noch nicht fest. Fünf von 24 Kommunen waren noch nicht ausgezählt. Tendenz: Die CSU verliert leicht, die SPD stärker. Gewinner sind Unabhängige, Grüne und Freie Wähler.

Augsburger Land: Im Kreis Augsburg hat die CSU die Rückkehr zur absoluten Mehrheit wohl verfehlt – trotz eines starken CSU-Landrats Martin Sailer. Gestern Abend, als fast alle Orte ausgezählt waren, wurde von 34 Sitzen für die CSU ausgegangen, 35 würde sie benötigen.

Verluste gab es für die SPD. Sie hat nun zwölf Sitze und ist gleichauf mit den Freien Wählern. Die Freien Wähler gewannen damit an Gewicht, ebenso wie Grüne (7) und ÖDP (2). Die FDP sank von drei auf zwei Sitze. Die Republikaner bleiben bei einem Sitz.

Kurt Gribl
10 Bilder
Das sind die Sieger der Wahl in der Region
Bild: Fred Schöllhorn

Die großen Kommunen im Wittelsbacher Land

Aichach: Die CSU und die Freien Wähler müssen je einen Sitz im Stadtrat abgeben – beide Gruppen waren bei der Bürgermeisterwahl mit ihren Kandidaten gegen den mit 74 Prozent bestätigten Amtsinhaber Klaus Habermann (SPD) unterlegen. Die Sitze gehen an die Grünen und das neue Bündnis Zukunft Aichach.

Friedberg: Wer in Friedberg Bürgermeister wird, steht erst nach der Stichwahl fest. Sicher ist jetzt schon: Weder Thomas Kleist (CSU) noch Roland Eichmann (SPD/Parteifreie Bürger) können auf eine eigene Mehrheit im Stadtrat hoffen.

Die CSU wurde nach dem Absturz vor sechs Jahren mit 13 Sitzen wieder stärkste Fraktion, doch allein regieren kann sie im 30-köpfigen Gremium nicht. SPD und Parteifreie Bürger haben nach der Trennung im Herbst drei Sitze verloren, die Grünen legen um einen auf drei Sitze zu, die Freien Wähler bleiben mit zwei Sitzen stabil. ÖDP und FDP ziehen neu in den Rat ein.

Die großen Kommunen im Augsburger Land

Bobingen: Ein Gleichgewicht der Blöcke ist im Stadtrat von Bobingen Gewohnheit. So haben hier CSU und SPD je neun Sitze, je zwei Mandate die Freie Bürger-Union und die Freien Wähler sowie nun auch die Grünen. CSU und SPD bekräftigten gestern den Willen zur „konstruktiven Zusammenarbeit“. Früher wurde viel gestritten, doch seit drei Jahren gelten nun schriftlich vereinbarte Regeln.

Gersthofen: Das Wahlergebnis in Gersthofen zeigt, dass die Bürger vor allem die CSU für die Querelen der letzten Jahre verantwortlich machen: „Abgewatscht“ fühlte sich stellvertretender Ortschef Max Poppe angesichts drei verlorener Sitze. Dagegen schaffte die Gruppierung WIR des aus der CSU ausgetretenen Bürgermeisters Jürgen Schantin auf Anhieb sieben Mandate und ist zweitstärkste Kraft.

Schantin muss in der Stichwahl ums Bürgermeisteramt gegen Michael Wörle (SPD/Freie Wähler) antreten. Einen Sitz, von fünf auf vier, verlor die SPD – die zweite Bürgermeisterin Annegret Kirstein verfehlte nach 30 Jahren ein Stadtratsmandat. Die Sitze der Grünen verdoppeln sich auf zwei, die Freien Wähler konnten sechs Sitze halten. Pro Gersthofen verlor ein Mandat und hat noch zwei Sitze.

Königsbrunn: Ob nun CSU-Mann Franz Feigl oder Amtsinhaber Ludwig Fröhlich für die Freien Wähler die Stichwahl in zwei Wochen gewinnt – die Mehrheitsfindung im Königbrunner Rat wird schwierig. Die CSU verlor ihre absolute Mehrheit – sie hat noch zwölf von 30 Sitzen.

 Freie Wähler und SPD sind erstarkt (je sechs Sitze), die Grünen weiter mit drei Räten vertreten. Für die FDP sitzt Seiteneinsteiger Christian Toth im Rat. Zwei Stadträte stellt die neue Bürgerbewegung Königsbrunn.

Neusäß: Im Neusässer Stadtrat behält die CSU ihre Mehrheit: 51,7 Prozent fielen auf die Partei. Mit der Stimme von Bürgermeister Richard Greiner könnten die 15 Stadträte ihre Entscheidungen durchboxen.

Für eine Überraschung sorgte das Abschneiden der Grünen: Sie konnten um vier Prozent auf 17,8 Prozent der Stimmen zulegen und erreichten damit das zweitbeste Ergebnis. Auch die Freien Wähler haben dazu gewonnen (15,5 Prozent). Enttäuscht ist hingegen die SPD. Sie sackte um fünf Prozent auf 12,9 Prozent ab.

Schwabmünchen: Die CSU um den wiedergewählten Schwabmünchner Bürgermeister Lorenz Müller verliert im Stadtrat einen Sitz. An der Mehrheit ändert das nichts: Trotzdem hat die Partei noch ein Mandat mehr hat als die drei anderen Parteien zusammen.

Stadtbergen: Im bisher SPD-regierten Stadtbergen stellt nun die CSU die stärkste Fraktion: Die Partei hat elf Sitze im Stadtrat, einen mehr als zuletzt. Die SPD hat nur noch sieben anstelle von zehn Räten. Zu den Verlierern zählt auch Pro Stadtbergen mit nur noch zwei statt bislang drei Sitzen.

Die Grünen legen dagegen einen Sitz zu und stellen künftig drei Räte. Neu sind die Freien Wähler mit einem Stadtrat. Den Bürgermeister wählten die Stadtberger bereits im Oktober 2011: Hier hatte sich Paul Metz (CSU) gegen Herbert Woerlein (SPD) durchgesetzt.

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