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Wahlen

13.09.2013

Die Wahlentscheidung fällt auf der Couch

Insgesamt drei Stimmzettel in den Farben Weiß, Gelb und Blau gibt es für die Landtagswahl am Sonntag.
Bild: Marcus Merk

Weil die Landtagswahl aufgrund der Volksentscheide unübersichtlicher ist als sonst, beantragen viele Bürger die Briefwahl

Landkreis Augsburg Am Sonntag entscheidet Bayern nicht nur über die Zusammensetzung des künftigen Landtags. Auch die Bezirkswahlen und fünf mögliche Verfassungsänderungen stehen an. Grund genug für einige Wähler, ihre Kreuzchen bequem von der Couch aus zu machen. Eine Änderung in der Landeswahlordnung macht dies erstmals möglich.

Erst seit Dezember des vergangenen Jahrs ermöglicht es die neue Gesetzeslage, einen Briefwahlantrag ohne Grund anzufordern. Für die Bundestagswahl gilt das schon seit 2008: Konnte früher nur derjenige seinem Wahlrrecht brieflich nachkommen, der einen Hinderungsgrund – wie etwa einen Urlaubsaufenthalt – angab, darf nun jeder Wahlberechtigte bequem in den eigenen vier Wänden seine Entscheidungen treffen.

Dies kommt dem Bürger nur zugute, da ihm am Sonntag einiges abverlangt wird: Fünf Stimmzettel soll er insgesamt ausfüllen, zwei für den Landtag, zwei für den Bezirkstag. Über fünf Änderungen in der Verfassung stimmt er auf einem weiteren Zettel ab. Vor allem Letzteres dürfte den Wähler in der Kabine „unter Druck“ setzen, meint Brigitte Kuffend von der Verwaltung in Stadtbergen. Allein das Informationsblatt zu den Volksentscheiden, das auch in den Wahlkabinen ausliegen werde, sei acht Seiten lang. „Es ist daher verständlich, dass sich manch einer lieber zu Hause in aller Ruhe damit auseinandersetzt“, findet Kuffend.

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Die eingereichten Anträge stellen die Kommunen auf eine harte Probe, da ihnen die nötigen Unterlagen ausgehen. „Wir mussten schon rund 300 Nachbestellungen anfordern“, erklärt Johanna Rödig vom Rathaus in Dinkelscherben. „Zwei Mitarbeiter mussten wir nur für den Briefwahldienst abstellen.“ In Fischach hatten es die Verantwortlichen nicht leichter. Rund 750 Unterlagen haben sie dort bereits verschickt. „Da uns die nötigen Papiere fehlten, mussten wir sie von anderen Kommunen ausleihen“, erzählt Rudolf Thoma, der den Wahlablauf mitorganisiert. Mangelware seien vor allem die Kuverts, in die die Stimmzettel hineingelegt und dann abgeschickt oder abgegeben werden. „Wir haben allerdings noch ein anderes Problem. Die Auszählung der eingeschickten Stimmzettel wird uns Schwierigkeiten bereiten“, befürchtet Thoma. Deswegen sei es im Gespräch, in Zukunft ein zweites Briefwahllokal einzurichten. Auch in Gersthofen sprechen die Zahlen für sich: Hatten bei der Landtagswahl im Jahr 2008 noch knapp 1800 Bürger mit der Post abgestimmt, so sind bereits wenige Tage vor dem Stichtag schon 2900 Anträge eingegangen. Einen ähnlichen Anstieg verzeichnet die Stadt Neusäß. Dort gibt es bisher rund 1500 Briefwähler mehr als beim letzten Mal.

Dass die Wahlen so knapp aufeinanderfolgen, hält Wolfgang Held vom Bürgeramt in Gersthofen für einen weiteren Grund, dass die Bürger sich für eine Briefwahl entscheiden. „Einige geben eben gleich für beide Wahlen Anträge ab“, erklärt er.

Briefwahl für die Landtagswahl kann noch heute bis 15 Uhr, für die Bundestagswahl bis Freitag, 20. September, um 18 Uhr in der zuständigen Kommune beantragt werden. Damit die Stimmzettel zählen, muss das Kuvert am jeweiligen Wahlsonntag bis spätestens 18 Uhr im Briefwahllokal vorliegen.

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