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Grüner Gärtnern

06.10.2019

Die Weihenstephaner Kiwi ist eine Beere von Welt

Die winterharte Bayerische Kiwi wurde in Weihenstephan entwickelt.
Bild: azureus70, stock.adobe.com

Von der Kiwi gibt es auch eine Bayern-Variante. Sie kann man gut im eigenen Garten anpflanzen. So funktioniert`s.

Die Kiwi ist für uns eine exotische Frucht, die in den 80er Jahren in Deutschland im Trend war. Die lange Reise vom Nordosten Chinas im 19. Jahrhundert, damals noch unter dem Namen Chinesische Stachelbeere, kam 1904 nach Neuseeland, 1952 nach England, wo sie auch den Namen Kiwi nach dem Vogel, dem Nationalsymbol Neuseelands, bekam.

Erst danach kam die Beerenfrucht Actinidia deliciosa zu uns. Interessant ist, dass weltweit 4,3 Millionen Tonnen Kiwifrüchte erzeugt werden, davon sogar in Europa rund 800000 Tonnen. Forscher in der Schweiz brachten die neue Obstart Kiwiberry´s auf den Markt, die sogenannten Minikiwis, Babykiwis oder auch Traubenkiwis.

Dort, wo Himbeeren sich wohlfühlen, liebt es auch die Minikiwi

Doch eine Besonderheit ist die Weiki, die Weihenstephaner Kiwi. Sie kommt von Herrmann Schimmelpfeng, einem Diplomgärtner der Technischen Universität München. Und diese Bayern-Kiwi, auch Honigbeere genannt, kann man gut im eigenen Garten pflanzen. Sie ist winterhart bis zu minus 30˚ Celsius und mag es gerne in halbsonniger, feuchter und windgeschützter Lage. Dort, wo Himbeeren sich wohlfühlen, liebt es auch die Minikiwi. Idealerweise ein schattiger Fuß und eine sonnige Krone.

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Die Frucht, die zur Art der scharfzähnigen Strahlengriffel zählt, ist ungefähr so groß wie eine Stachelbeere, hat eine glatte Schale, ist unbehaart, hat ein kräftiges Kiwi-Aroma und eignet sich hervorragend, um Marmelade oder Saft daraus zu machen. Die Schale kann man mitessen. Die Pflanze selbst ist eine Schlingpflanze, die sich gerne bis zu sechs Meter hoch an Spalieren emporrankt. Somit kann sie wunderbar zur Wandbegrünung dienen, da sie eine Kletterkünstlerin ist und obendrein noch richtig schnell wächst. Die duftenden Blüten sind im Frühling cremefarben, das Laub im Herbst sonnig gelb.

Weiki ist widerstandsfähig und robust

In unseren Breiten hat die Weiki keine natürlichen Feinde. Sie ist widerstandsfähig und robust. Schädlingen oder Krankheiten sind nicht bekannt. Wichtig ist, dass man zur Befruchtung männliche und weibliche Pflanzen kauft, sonst wird es nichts mit dem Fruchtertrag, da die Bayern-Kiwi eine zweihäusige Pflanze ist. Manche bieten männliche und weibliche Pflanzen gleich in einem Topf an. Deshalb gut darauf achten, was man kauft. Eine männliche Bestäubersorte reicht für bis zu sechs weibliche Exemplare. Da gibt es die männliche Sorte „Honigmann“, deren starker Honigduft für die Insekten unwiderstehlich ist. Zur männlichen Sorte „Romeo“ passt natürlich die weibliche Sorte „Julia“ mit höchster Aromadichte. Ein Pflanzenpärchen benötigt einen Abstand von ein bis zwei Metern.

Die Weiki hat einen dreifach so hohen Vitamin-C-Gehalt wie die Zitrone und hat mehr als 70 Aromastoffe. Die gewöhnliche Kiwi hat dagegen nur 15 Aromaverbindungen. Deshalb schmeckt die Weiki sehr intensiv und lecker und ist obendrein sehr gesund. Die beste Pflanzzeit ist jetzt im Oktober, wenn der Boden noch warm von der Sonne ist. Wer Balkongärtner ist, kann sie auch in großen Kübeln oder Blumenkästen pflanzen. Die Kletterhilfe nicht vergessen.

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