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Ausstellung

02.10.2019

Die Welt durch die Linse der Jugendlichen

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2 Bilder
Malen mit Licht: Lonardo Incorvaia beschäftigt sich seit einigen Jahren mit Langzeitbelichtung.

Die Alte Dorfschmiede im Haus der Kulturen hat sich in eine Fotoausstellung verwandelt

Obwohl die alte Dorfschmiede in Diedorf nicht wirklich groß ist, gibt es in dem Raum seit einigen Tagen viel zu entdecken. An den Wänden hängen derzeit Fotografien in allen Formen und Farben. Kleinere, detaillierte schwarz-weiß Fotos wechseln sich mit großformatigen, bunten Landschaftsbildern ab. Filigrane Makroaufnahmen sind ebenso vertreten wie beeindruckende Experimente mit langer Belichtungszeit. Eine Wand wird fast zur Hälfte von einer Collage eingenommen. Viele einzelne Bilder schreiben hier das Thema, das alle Werke verbindet: Die Ausstellung „Unverblendet“ zeigt die Welt, wie Jugendliche sie durch die Sucher ihrer Kameras sehen.

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Inmitten der Menge bei der Vernissage steht Michael Hinterleitner. Als Kunstlehrer hat er das Projekt-Seminar zu Fotografie geleitet, dessen Werke noch bis zum 13. Oktober in der alten Dorfschmiede zu sehen sind. Hinterleitner erklärt: „Die Themen der einzelnen Projekte kommen vollkommen aus den Schülern.“ Vorgaben habe er keine gemacht, „aber ein Konzept mussten sie schon liefern“.

Schwierig sei vor allem die Suche nach einem Titel für die Ausstellung gewesen, erklären Jasmin Janz und Leonardo Incorvaia, beides Oberstufenschüler, die ihre Werke bei der Ausstellung präsentieren. „Wir hatten viele unterschiedliche Namensvorschläge, wollten uns aber auf keinen Fall thematisch einschränken“, erklärt Incorvaia. Der Titel „Unverblendet“ sei der entsprechende Kompromiss.

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Eine Art roter Faden zieht sich durch jede der Foto-Sammlungen. Jasmin Janz nimmt sich zum Beispiel auf vier bunten Fotos dem Thema „Plastikmüll“ fast auf sarkastische Art an. Der Titel des Werkes: „Do-It-Yourself – schnell, einfach, wirkungsvoll.“ Sie habe ein aktuelles Thema aufgreifen wollen, so die Schülerin. Außerdem gehe es ja um die Welt aus Sicht der Jugendlichen, „die natürlich viele Youtube-Videos anschauen“. Unter dem Schlagwort „Do-It-Yourself“ findet man auf der Plattform vor allem Anleitungen zum Selbermachen. Janz Fotoreihe beschreibt deshalb, wie man Plastikmüll nach einem Picknick am besten aus den Augen und aus dem Sinn schwimmen lässt. Ein nachdenkliches „Do-It-Yourself“ der Umweltverschmutzung.

Auch Leonardo Incorvaia hat sich viele Gedanken über seine Fotos gemacht. Er experimentiert schon seit einigen Jahren mit langen Belichtungszeiten und konnte seine Erfahrungen jetzt nutzen. Incorvaia hat zwei Fotos großformatig auf Leinwand drucken lassen. Auf beiden ist eine kreisförmige Form zu sehen, allerdings erreicht der Kreis auf keinem der Bilder eine perfekte Form. Während auf einem der Bilder kurze Abschnitte fehlen, zerfasert die Form auf dem anderen in unzählige feine Linien.

„Die Kreise sollen nicht perfekt sein, denn im Leben läuft auch nicht immer alles rund“, erklärt der Schüler. Auf einem der Bilder ist das Ursprungsmotiv, ein Fahrgeschäft auf dem Plärrer, noch zu erahnen. Auf dem anderen Bild hat Incorvaia brennende Stahlwolle verwendet, um das Motiv in die Kamera zu „malen“. Fotografie sei nichts anderes als Malen mit Licht, sagt er.

Michael Hinterleitner ist in jedem Fall begeistert von der Ausstellung. Die thematische Vielfalt, das technische Geschick und die Vielfältigkeit der Ideen findet er „fantastisch“. Allerdings betont er auch das Organisationstalent der Schüler: Um Geld für die Drucke zu verdienen, hätten sie alle Klassenfotos im vergangenen Jahr gemacht. Außerdem mussten sie in Zusammenarbeit mit der Gemeinde und Haus der Kulturen die Ausstellung auf die Beine stellen.

„Unverblendet“ kann im Laufe der Kulturtage noch besichtigt werden: am 3. Oktober von 14 bis 17 Uhr; am 4. Oktober von 17 bis 20 Uhr; am 6. Oktober von 14 bis 17 Uhr; am 7. Oktober von 17 bis 19 Uhr und am 8. Oktober von 17 bis 19 Uhr. Am 11. Oktober ist die Ausstellung von 19 Uhr geöffnet, das Ende ist offen, und am 13. Oktober ist ab 14 Uhr „Finissage“.

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