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Gefahr: FSME

11.04.2018

Die Zecken sind wieder im Anmarsch

Zecken sitzen vor allem auf Gräsern, im Unterholz oder im Gebüsch. Man sollte nicht querfeldein spazieren. So vermeidet man, im Vorbeigehen Zecken von den Halmen abzustreifen.
Bild: Patrick Pleul, dpa (Symbolbild)

Jetzt im Frühling werden die gefährlichen Blutsauger wieder aktiv. Wie kann man sich vor Zecken schützen? Und was ist im Augsburger Land so besonders?

Wenn der Frühling kommt und es draußen wärmer wird, dann blühen nicht nur Blumen und Bäume. Auch die Zecken werden wieder aktiver und versuchen, Menschen und Tiere zu befallen. Im Augsburger Land ist die Situation besonders. Nahezu ganz Süddeutschland ist als Risikogebiet für die Krankheit Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) eingestuft, deren Erreger von Zecken übetragen wird. Doch der Landkreis ist eine Ausnahme. Das Robert-Koch-Institut (RKI) verzeichnet in Deutschland alle Risikogebiete für FSME auf einer Karte. Es vergibt den Risiko-Status, wenn in einem Gebiet mehr als ein Fall pro 100.000 Einwohner auftritt. Das Augsburger Land ist auf dieser Karte wie eine Insel, dort treten nur vereinzelt FSME-Fälle auf.

Der FSME-Erreger wird sich weiter ausbreiten

"Warum das so ist, lässt sich schwer erklären", sagt Birgitt Kopp, Biologin beim Amt für Grünordnung der Stadt Augsburg. "Klarheit könnte man erst erhalten, wenn man zahlreiche Zecken gezielt untersuchen würde." Doch sie betont auch: "In den noch nicht als Risikogebiet geltenden Bereichen wird sich der Erreger im Laufe der nächsten Jahre oder Jahrzehnte aufgrund des Klimawandels weiter ausbreiten und die Lücke schließen." Ende April veröffentlicht das RKI eine neue Karte. Dann wird man sehen, ob die Viren sich weiter ausgebreitet haben.

Apropos Krankheitserreger: Zecken übetragen Krankheitserreger über einen Rüssel, mit dem sie sich an einem Wirt feststechen – nicht beißen – und Blut saugen. Wie viele Zecken es im Jahr gibt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Birgitt Kopp sagt: "Ich bin kein Freund von Prognosen wie: Das war ein kalter Winter, deshalb gibt es weniger Zecken." Viel entscheidender für die Population sei, wie erfolgreich sie an Nahrung komme. Die Temperatur sei nebensächlich: "Zecken verkraften Frost bis minus 20 Grad locker." Ab Temperaturen von sechs Grad Celsius werden die Tiere aktiv und warten im Gras, im Unterholz oder in Büschen auf einen Wirt, der sie im Vorbeigehen abstreift. "Dass sich Zecken von Bäumen fallen lassen, ist ein Mythos", sagt Kopp.

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Zecken befallen Menschen und Tiere

Gelangen die Parasiten auf ein Tier oder einen Menschen, suchen sie nach einer geeigneten Körperstelle. "Sie wandern gerne dorthin, wo die Haut besonders dünn ist. Bei Kindern ist das zum Beispiel die Kopfhaut", erklärt Ulrich Storr, Leiter des Gesundheitsamtes Augsburg. Hat die Zecke eine Stelle gefunden, sticht sie zu. Dabei kann sie Krankheiten übertragen, zum Beispiel die Borreliose. Susanne Glasmacher vom RKI erklärt: "Die Borrelien sitzen im Darm der Zecke. Sie brauchen mehrere Stunden, bis sie von dort ins Blut gelangen." Findet man die Zecke frühzeitig und entfernt sie sofort, seien die Chancen gut, sich nicht zu infizieren. Die Zecke zieht man am besten mit einer Pinzette oder Zeckenzange.

Doch nicht nur Menschen können sich mit der Borreliose infizieren. Auch Tiere können erkranken. Vor allem Hunde reagieren empfindlich auf die Borrelien. "Die Symptome seien aber von Tierart zu Tierart unterschiedlich", sagt Birgitt Kopp. Die zweite Krankheit ist die Frühsommer-Meningoenzephalitis, eine schwere Form der Hirnhautentzündung. Sie wird über Viren im Speichel der Parasiten übertragen. Susanne Glasmacher vom RKI erklärt: "Sticht die Zecke zu, gelangen die Viren unmittelbar ins Blut des Wirtes. Dagegen kann man sich nur mit einer Impfung schützen."

 

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