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Meitingen

26.06.2015

Die heiße Frage nach der Wärme

Wissenschaftler und Forscher setzen sich mit dem Energieknotenpunkt Meitingen auseinander. Ein Thema dabei ist die Frage, wie man die Abwärme der Betriebe in Meitingen zum Heizen von Häusern verwenden kann.

Forscher wollen herausfinden, wie man die Abwärme in Meitingen nutzen kann. Warum bald jeder Haushalt in der Marktgemeinde befragt wird

Meitingen Wissenschaftler und Forscher beschäftigen sich seit einigen Monaten mit der Energiewende in Meitingen. Nun liegen erste Ergebnisse dieser Studie vor, die nun in der Sitzung des Marktgemeinderates am Mittwochabend vorgestellt wurden. Der nächste große Schritt wird die Befragung aller Haushalte in Meitingen sein. Dabei wird es vor allem um die Frage gehen, wie man Abwärme, zum Beispiel von Betrieben, besser nützen kann.

Doch warum ist Meitingen für solch eine große Studie interessant? In der Marktgemeinde mit seinen rund 11000 Bewohnern finden sich derart viele Facetten rund um das Thema Energie, wie kaum in einem anderen Ort dieser Größenordnung. Das reicht vom Wasserkraftwerk über das Windrad bis hin zu Betrieben, die enorme Mengen an Energie verbrauchen.

Wissenschaftler der Ludwig-Maximilians-Universität München und des Umweltinstituts Bifa wollen deshalb herausfinden, wie der Meitinger Bürger über die Energiewende denkt. Doch nicht nur das. Es geht auch um die Frage, wie das Energiesystem umweltverträglich umgebaut werden kann. Nach vielen Befragungen und dem Zusammentragen der Fakten sollen dabei Vorschläge und Konzepte herauskommen, die von den Bürgern oder der Marktgemeinde umgesetzt werden können.

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Die Studien in Meitingen laufen im Rahmen eines Forschungsprojektes mit dem Namen „Lokale Passung“. Dieses wird vom Staat gefördert, so dass der Marktgemeinde keine Kosten entstehen.

Im September vergangenen Jahres war der Marktgemeinderat erstmals über das Forschungsprojekt informiert worden. Mittlerweile hat sich einiges getan. Dr. Michael Schneider vom Umweltinstitut bifa hat gemeinsam mit seinem Team einige örtliche Interessengruppen befragt und 21 Interviews durchgeführt. Mit dabei waren beispielsweise Betriebsräte, Gemeinderäte, Geschäftsführer, Vertreter des Bund Naturschutzes oder des Fischereivereins. Dabei zeigte sich unter anderem, dass alle Befragten sich einig waren, dass die Energiewende wichtig und richtig sei.

Allerdings wurde kritisiert, dass es bei der Umsetzung chaotisch zugehe. Wichtig ist vielen in Meitingen, dass für die zwei großen Betriebe – Lech-Stahlwerke und SGL – weiterhin genügend Strom zur Verfügung steht, so dass die Arbeitsplätze dort gesichert sind. Schneider zeigte auf, dass derzeit ein Zehntel des Stroms, der in der Marktgemeinde verbraucht wird, durch regenerative Energien vor Ort bereitgestellt wird. Dass dieser Anteil so gering ist, liegt auch an dem immensen Stromverbrauch der Lech-Stahlwerke.

Bei den Interviews war immer wieder die Wärmerückgewinnung ein Thema. Dieser Aspekt soll nun näher untersucht werden. Dabei wird es um die Frage gehen, wie man die Abwärme der Industrie besser und sinnvoller nutzen kann. Dieses Thema wird eine zentrale Rolle bei der Befragung aller Haushalte in Meitingen spielen.

Die Wissenschaftler werden einen Fragebogen entwerfen, der an allen Haushalte in der Marktgemeinde geht. Wie der genau aussehen wird und wann die Verteilung startet, konnte Schneider noch nicht sagen. Er versprach aber, dass die Bürger im Vorfeld ausführlich darüber informiert werden.

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