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Erinnerung

25.02.2020

„Die letzten Zeitzeugen“ ziehen in den Bann

Bewegende Erzählungen über die Zeit vor und nach dem Kriegsende

Es war eine bewegende Filmvorführung im sehr gut besuchten Saal der Sportgaststätte in Biberbach. Landtagsabgeordneter Johann Häusler sowie Landratskandidatin Melanie Schappin hatten zur Vorführung von „Die letzten Zeitzeugen“ eingeladen.

In dem Film von Michael Kalb und Timian Hopf gibt es viele Erzählungen aus Schwaben aus der Zeit vor und nach Kriegsende von mehr als 30 Zeitzeugen aus dem Landkreis Augsburg, die noch aus eigener Erfahrung von der Zeit zwischen 1920 und 1950 berichten können.

Anschließend interviewte Landratskandidatin Melanie Schappin einen allseits bekannten Zeitzeugen – den langjährigen Kreisheimatpfleger Alois Sailer. Zu guter Letzt ließ auch Herbert Reiter aus Erlingen die Zuhörer an seinen Erinnerungen teilhaben. Nach der Veranstaltung gab es noch zahlreiche Diskussionen in der Gaststätte. Johann Häusler resümierte: „Mein Beitrag zur immer wichtiger werdenden Erinnerungskultur hat seinen Zweck mehr als erfüllt, worüber ich mich sehr freue. Auch heute noch erreichen mich zahlreiche positive Rückmeldungen .“

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Auch Melanie Schappin zeigte sich beeindruckt: „Der mitreißende und emotionale, aber teilweise auch sehr witzige Film mit vielen Erzählungen aus der NS-Zeit zeigt, wie die Menschen in Schwaben und Augsburg damals den Krieg erlebt haben. Die Thematik ist heute – leider – aktueller denn je.“

Filmemacher Michael Kalb begleitet Günther und Heinz Barisch auf eine Reise in die Vergangenheit und besucht mit ihnen die Orte ihrer Kindheit. Die Brüder sind oft nicht einer Meinung. Doch wenn es um ihre Heimat geht, leuchten beider Augen gleichermaßen. Das kleine Städtchen Zülz heißt heute Biała und gehört seit Ende des Zweiten Weltkrieges zu Polen. Für Heinz und Günther ist es jedoch der beschauliche oberschlesische Ort geblieben, welchen sie vor knapp 75 Jahren verlassen mussten.

Doch was passiert, wenn mit den Menschen auch die Erinnerungen an damals sterben? Neben den Gebrüdern Barisch interviewte Kalb 35 weitere Zeitzeugen aus dem Landkreis Augsburg, die noch aus eigener Erfahrung von der Zeit zwischen 1920 und 1950 berichten können. Wie ein Mosaik aus Erinnerungen soll der Film „Die letzten Zeitzeugen“ die Grausamkeit und Widersprüche des Dritten Reiches, das Chaos nach Kriegsende, aber auch den Alltag und manche Lichtblicke dieser Zeit greifbar machen.

Mit dem Wissen um die Hintergründe dieser unmenschlichen Zeit erzeugt gerade die Unreflektiertheit mancher Zeitzeugen ein noch größeres Unbehagen. Ohne auf konkrete gegenwärtige Ereignisse zu verweisen, wird klar, dass das damalige Geschehen heute brisanter und aktueller erscheint denn je. (AL)

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