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Wörleschwang

14.08.2018

Die rezeptfreie Apotheke aus Wörleschwang im Wald

Michaela Wiedemann kennt viele Gründe, warum der Wald so entspannend auf die Menschen wirkt.
Bild: Michaela Krämer

Wie die Forstwirtin Michaela Wiedemann auf die Idee kam, Wellness unter Fichten anzubieten. Damit jeder zur Ruhe kommt, ist erst einmal Schweigen angesagt

Bewusst atmen. Schweigen. Gehen – zu sich finden. Ist es so einfach, seine innere Ruhe wieder zu finden? Für Michaela Wiedemann schon. Die 29-jährige aus Wörleschwang bietet Waldwellness an. Sie sagt: „Durch den Alltagsstress und Hektik gehen viele schöne Momente verloren. Mit der Entspannung im Wald und in der Natur kommt die innere Kraft und Ruhe wieder zurück, der Stress wird fortgespült.“

Achtsamkeit und Meditation in den Alltag zu integrieren, ist der Frohnatur wichtig. Auf die Idee zu „Waldwellness“ kam sie während ihrer Ausbildung zur Forstwirtin. Nach einem Unfall hatte sie viel Zeit und ging öfters im Wald spazieren. Hier konnte sie sich gut erholen. „Sauerstoff, der ätherische Duft von Harz, Fichtennadeln und Moos tun Körper und Geist gut“, sagt sie. Drei Jahre später hatte sie wieder einen Unfall. Dieses Mal musste sie in eine Reha. Dort lernte sie, wie man sich richtig entspannt. Und dieses Wissen gibt sie seit November vergangenen Jahres weiter.

Was Waldwellness so einzigartig macht, erklärt die gelernte Forstwirtin und Floristin so: „Die Farbe grün spricht für Hoffnung und Entspannung. Achtsam sein und mit allen Sinnen wahrnehmen. Das haben viele Erwachsene leider verlernt und brauchen dann eine Anleitung. Und die kann ich ihnen geben.“

Erst einmal den Mund halten

Wer mit Michaela Wiedemann in den Wald geht, muss erst einmal den Mund halten. „Wir schweigen. Damit beginnt schon einmal die Herausforderung, einmal ruhig zu sein. Wenn wir schweigen, kehrt die Aufmerksamkeit zurück. Danach machen wir eine Yoga-Übung. Und dann kommt eine „waldbezogene Gedankenreise“. Michaela Wiedemann erklärt: „Der Text von mir ist individuell.“ Ihre Klientel reicht von Menschen mit Burn-out, vermehrt aber Menschen mit Depressionen. „Und es kommen überwiegend weibliche Erwachsene zu mir, die die Ruhe suchen. Deswegen gilt im Wald: schweigen.“ Und das ist gar nicht so einfach. Denn: „Irgendwie sind wir alle fortwährend mit der Vergangenheit oder Zukunft beschäftigt. Wir müssen einmal still sein und lauschen. Den Moment wahrnehmen, dem Rauschen der Bäume zuhören oder dem Zwitschern der Vögel“, sagt sie. So könne eine kurze Auszeit vom Alltag gelingen und sich ein Wohlfühl-Effekt einstellen. Vielen würden eineinhalb Stunden im Wald reichen. „Andere kommen wieder, weil sie noch ein bisschen an sich arbeiten müssen oder es alleine nicht schaffen, die innere Ruhe zu finden“, sagt die 29-Jährige. Neben Gruppen- und Einzeltherapie der Waldwellness bietet Michaela Wiedemann auch Waldführungen, Kräuterwanderungen und kreative Waldkunst an. Mit Kindern bemalt sie Vogelhäuschen oder schießt mit Pfeil und Bogen auf Tannenzapfen. „Der Wald ist ein Spielplatz für Kinder.“ Und ein Ruheort für Erwachsene.

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