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Stadtbergen

25.08.2020

Die soziale Ader liegt bei Alois Strohmayr in der Familie

80 Jahre ist Alois Strohmayr heuer im April geworden. Die Familie hat im Hause Strohmayr schon immer eine große Rolle gespielt – über mehrere Generationen hinweg.

Plus Für das Stadtberger Urgestein Alois Strohmayr sind Eltern und Großeltern die Vorbilder. Die Generationen halten bis heute zusammen. Welche Rolle seine Frau Irmgard dabei spielt.

Ein Sommernachmittag, Alois Strohmayr und seine Frau Irmgard waren nachmittags trotz Hitze draußen, schließlich muss Hund Apollo bewegt werden. Ein vierbeiniges Temperamentsbündel von beachtlicher Größe und voller Jugendkraft springt an der Leine seines Herrchens aus dem Auto und wird, zum Glück für den Besucher, erst einmal in einem eigenen Zimmer geparkt. 80 Jahre ist Alois Strohmayr heuer im April geworden; die Herausforderung mit dem stürmischen Weimaraner scheut der bekannte Stadtberger trotzdem nicht. Aber sie hätten sich, räumen Irmgard und Alois Strohmayr ein, bei der Versorgung des Hundes der Unterstützung der Familie versichert. Und es klappt.

Die Familie hat im Hause Strohmayr immer eine große Rolle gespielt

Wie überhaupt die Familie im Hause Strohmayr schon immer eine große Rolle gespielt hat, dies über mehrere Generationen hinweg. Nicht zuletzt waren es die Großeltern von Alois Strohmayr, die ihren Enkel zu dem gemacht haben, was er war und ist: zu einem erfolgreichen Architekten und begeisterten Kommunalpolitiker, der es auf rund 25 Jahre im Kreistag (1972 bis 1996 und noch einmal 2001 bis 2002) und auf 24 Jahre im Gemeinde- beziehungsweise Marktrat Stadtbergen (1972 bis 1996) gebracht hat. Zum anderen aber ein vom Herzen her sozial engagierter Mensch: Das zeigt sich nicht nur in seiner schon 60 Jahre währenden Mitgliedschaft in der Stadtberger SPD, sondern auch in seinem Engagement für die Arbeiterwohlfahrt ( AWO), der er ebenfalls seit 60 Jahren angehört. Seit 50 Jahren führt er den Vorsitz bei der AWO im Landkreis Augsburg.

Wie kam’s? Rückblickend zu den Wurzeln bis zur heute jüngeren Generation Strohmayr – Strohmayrs Söhne mit Familien – kann schon fast von einer „Dynastie“ gesprochen werden. Der frisch und vital wirkende 80-Jährige führt seine soziale Ader auf seine Großeltern zurück, nämlich die Großmutter aus Offingen, damals schon sozialpolitisch ein weitschauender Geist und Frau des Maurerpoliers Alois Strohmayr, eines gebürtigen Stadtbergers. Diese Großeltern hätten seinen eigenen Vater, ebenfalls einen Alois, politisch motiviert. Bekanntlich war dieser, 1908 geboren, engagierter SPD-Politiker, Land- und Bundestagspolitiker, stellvertretender Landrat, führend bei der AWO – und Architekt. Als 1948 die Straßenbahn nach Stadtbergen geführt wurde, sei sein Vater ein treibender Geist gewesen, erzählt Alois Strohmayr. Klar, dass das abfärbt. „Meine erste politische Handlung war, als Bub für ihn nach der Kirche vor der Kommunalwahl in Stadtbergen Prospekte auszutragen“, erinnert er sich. „Mein Vater war ein Vorbild. Es lag mir im Blut, das ich auch beruflich in seine Fußstapfen getreten bin!“

Alois Strohmayr hat das Stadtbild in Stadtbergen geprägt

An der TU München machte der junge Alois seinen Abschluss als Diplom-Ingenieur, lernte damals seine Frau Irmgard, ebenfalls eine Architektin und Augsburgerin, kennen. 1966 wurde geheiratet. Das Paar arbeitete beim Vater Strohmayr im Haus und Büro am Graben, wo schon die Großeltern gewohnt hatten und wo Alois und Irmgard Strohmayr heute noch wohnen. Die Büroübergabe auf die Jungen erfolgte nach und nach. Irmgard Strohmayr, eine temperamentvolle Frau, arbeitete weiter, als die Söhne Alois 1967 und Stefan 1970 geboren wurden. Eine gute Haushälterin machte es möglich, „und deren Tochter wurde praktisch als drittes Kind hier aufgezogen“, erzählt Irmgard Strohmayr.

Als Architekten prägten die Strohmayrs nicht nur Stadtbergen. Der Bau des heutigen Rathauses ist ein Strohmayr-Projekt. „Unser Büro war im Landkreis, in Schwaben und nach der Wende in Sachsen aktiv“, blickt Alois Strohmayr zurück. Bis heute besteht eine enge Verbindung nach Olbernhau, wo es ein Strohmayr-Büro gab. Strohmayr beriet Olbernhau bei Bebauungsplänen und Flächennutzungsplänen.

Die beiden Söhne von Alois Strohmayr übernehmen das Familiengeschäft

Der Rückzug aus dem aktiven Berufsleben erfolgte bei Irmgard und Alois Strohmayr fließend. Dass beide Söhne auch wieder Architekten geworden, „ist mein größtes Glück gewesen“, sagt Irmgard Strohmayr. Aber bewusst seien die Söhne nicht die Nachfolger, sondern jeder hätte sein eigenes Büro gegründet.

Der Bau des heutigen Stadtberger Rathauses ist ein Strohmayr-Projekt.
Bild: Marcus Merk (Archiv)

Auch das Büro von Sohn Alois Ludwig Strohmayr befindet sich in dem Gebäude am Graben, ebenso das Büro von Schwiegertochter und SPD-Landtagsabgeordneter Simone Strohmayr. Natürlich hat auch der Senior noch sein eigenes Büro. 54 Jahre sind die Strohmayrs jetzt verheiratet. „Wir passen einfach zusammen und haben im Großen und Ganzen die gleiche Auffassung“, sagt das lebhafte Paar. Natürlich gebe es „kleine Kämpfle“, aber die „schmieden zusammen“. Mit 65 Jahren offiziell in Rente zu gehen, sei nie eine Option gewesen, lacht Alois Strohmayr nahezu spitzbübisch. Irgendwann habe er doch aufgehört. Der Familienverbund ist gerade jetzt sehr wichtig. Zu ihm gehören fünf Enkelkinder im Alter zwischen zehn und 27 Jahren und auch die Familien der Schwiegertöchter. Alois Strohmayr: „Wir sitzen oft zu 20 zusammen. Das ist für mich natürlich, dass man zusammengehört.“

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