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Landkreis Augsburg

16.03.2019

Diese Bürgermeister stehen im Augsburger Land zur Wahl

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9 Bilder
Silvia Kugelmann
Bild: Fotos: Adobe Stock, Marcus Merk, Jessica Wenninger, Christian Ziegler, Gemeinde Ellgau

Plus In einem Jahr werden die Chefsessel in den Rathäusern neu besetzt. So sehen die Pläne der Amtsinhaber im Landkreis aus.

Nach der Wahl ist vor der Wahl. In einem Jahr werden die Bürgermeister der Städte und Gemeinden gewählt. In Augsburg gab es mit der Ankündigung von OB Kurt Gribl, nicht mehr anzutreten, eine faustdicke Überraschung. Wer von den Amtsinhabern im Augsburger Land hat Lust weiterzumachen? Wer macht Schluss? Wir haben bei den Chefs in den Rathäusern nachgefragt.

Wer hört auf?

Kutzenhausen: Als eine der ersten hat die Bürgermeisterin von Kutzenhausen, Silvia Kugelmann (UGG), das Ende ihrer Amtszeit bekannt gegeben. Sie hat bereits im Herbst erklärt, noch einmal einen Neustart zu wagen. Damit endet für sie die Zeit im Rathaus nach zwei Amtsperioden.

Nordendorf: Eine längere Zeit im Amt auf dem Buckel haben einige Bürgermeister im Lechtal und im Holzwinkel, die aufhören möchten. Ganz früh hat Elmar Schöniger aus Nordendorf reinen Tisch gemacht. Er erklärte in der ersten Gemeinderatssitzung 2018, dass er nicht mehr antreten werde. Nach 18 Jahren soll Schluss sein. Schöniger, der nächstes Jahr 66 Jahre alt wird, wünscht sich im Sinne der Demokratie, dass sich mindestens zwei Kandidaten um seine Nachfolge bewerben, damit die Bürger wirklich eine Wahl haben.

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Ellgau: Manfred Schafnitzel aus Ellgau hat bereits an Weihnachten an seinem 70. Geburtstag gegenüber der Zeitung erklärt: „Ich bin gerne Bürgermeister, aber im Jahr 2020 ist nach 36 Jahren Schluss.“ Er freut sich vor allem auf mehr Zeit mit der Familie.

Welden: Nach 30 Jahren im Amt macht Peter Bergmeir in Welden den Platz frei. Er wird nächstes Jahr 60 Jahre alt. Bergmeir, der von SPD und Freien Wählern nominiert wurde, freut sich darauf, „nicht mehr nach dem Terminkalender leben zu müssen“. Ihm war zweifelsfrei klar, dass er aufhören wird. „Ein halbes Leben als Bürgermeister ist genug.“ In Welden zeichnet sich jetzt schon ab, dass mehrere Kandidaten sich um die Nachfolge bewerben werden.

Emersacker: Nach über 30 Jahren im Gemeinderat und einiger Zeit als zweiter und erster Bürgermeister im Ehrenamt hört auch Michael Müller in Emersacker auf. Er wird nächstes Jahr 63 Jahre alt und will es ruhiger angehen lassen. Die zunehmende Bürokratie in dem Amt mache im die Entscheidung leichter, sagt er. Müller ist hauptberuflich bereits im Vorruhestand.

Altenmünster: Mit 62 Jahren will Bernhard Walter im nächsten Jahr in Altenmünster nicht noch einmal kandidieren. „Es entspricht nicht meinem Anspruch, diese Herausforderung bis zum 68. Lebensjahr meistern zu wollen“, erklärt er seine Entscheidung. Das Amt in einer Flächengemeinde wie Altenmünster mit neun Orten sei eine „schöne und anspruchsvolle Aufgabe“. Das bedeute auch Einschränkungen im Privatleben. „Damit sollte es dann auch mal gut sein.“

Allmannshofen: Nicht aus Altersgründen, sondern weil es für ihn die richtige Zeit zu gehen ist, will Manfred Brummer in Allmannshofen den Stab übergeben. Nach drei Perioden in dem zeitaufwendigen Ehrenamt will er mehr Zeit für sein Privatleben und Hobbys haben. „Die Doppelbelastung mit dem Beruf ist schon grenzwertig“, sagt Brummer, der nächstes Jahr 56 Jahre alt wird. Er gehe mit einem guten Gefühl. „Ich habe es gerne gemacht und mag meine Bürger.“ Er ist froh, dass sich bereits abzeichnet, dass es Kandidaten für eine Nachfolge in dem kleinen Ort geben wird. 1993 hatte es in Allmannshofen eine „Urwahl“ ohne Bürgermeisterkandidaten gegeben.

Gablingen: In Gablingen wird es auch einen Umbruch geben. Karl Hörmann hat bereits vor längere Zeit erklärt, aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr für eine Wiederwahl anzutreten.

Wer will weitermachen?

Es gibt eine Reihe Bürgermeister, die weitermachen würden – vorausgesetzt sie werden nominiert.

Neusäß: Zu ihnen gehört der Neusässer Bürgermeister Richard Greiner (CSU). Er will im Sommer Gespräche mit seiner Partei führen. Grundsätzlich mache ihm das Amt Freude, sagt der ehemalige Gymnasiallehrer. Er möchte gerne Großprojekte wie die Bebauung des Schuster-Areals oder die Erweiterung des Feuerwehrhauses weiter voranbringen. Für Greiner wäre es die zweite Amtsperiode.

Diedorf: Lust weiterzumachen hat auch sein Kollege in Diedorf, Peter Högg. Auch wenn es zurzeit oft schwierig sei, bezeichnet er seine Arbeit als „das schönste Amt in der Kommunalpolitik“. Die Gruppierung „Wir für Diedorf“ stehe weiter hinter ihm, sagt er. Högg wird nächstes Jahr 58 Jahre alt. Eine weitere Amtsperiode sei daher „locker drinnen“. Er habe außerdem den Ehrgeiz, große Vorhaben in der Gemeinde fortzusetzen, sagt Högg.

Meitingen: Der Meitinger Gemeindechef Michael Higl (CSU) hat noch viel vor in seiner Gemeinde. Er wolle gerne „den spannenden Job“ weitermachen. Ihm gefällt die Vielfalt der täglichen Aufgaben. Higl hatte vor fünf Jahren keinen Gegenkandidaten in Meitingen. Sollte 2020 seine dritte Amtsperiode beginnen, ist er 45 Jahre alt.

Biberbach: „Ich trete wieder an, wenn ich aufgestellt werde,“ sagt klipp und klar der Biberbacher Bürgermeister Wolfgang Jarasch. Die Arbeit mit den Menschen mache ihm Spaß. Für Jarasch würde mit 52 Jahren die dritte Amtszeit beginnen.

Horgau: „Sehr gerne“ würde auch der Kollege aus Horgau, Thomas Hafner“ wieder antreten. Er betont aber, dass er bis jetzt noch nirgends offiziell nominiert worden sei. In Horgau war er vor fünf Jahren der einzige Bewerber um das Amt gewesen. Im Falle einer Wiederwahl wäre es seine vierte Amtszeit.

Thierhaupten: „Als das schönste Amt der Welt“ bezeichnet Toni Brugger (CSU) den Beruf des Thierhaupter Bürgermeisters. Er führe das Amt „leidenschaftlich gerne“ aus und stelle sich gerne wieder zur Wahl. Brugger hatte 2014 eine Stichwahl gewonnen.

Ehingen: Sein Kollege im nördlichen Landkreis, Franz Schlögel, will seine Arbeit im Ehinger Rathaus gerne fortsetzen. Es wäre die vierte Amtszeit des 54-Jährigen. Der ehrenamtliche Bürgermeister möchte große Projekte wie die Mehrzweckhalle und die Erweiterung des Kindergarten begleiten. In Ehingen gibt es bisher nur eine Gruppierung im Gemeinderat. Die unparteiische Wählergruppe hat Franz Schlögel nominiert.

Kühlenthal: Im Nachbarort Kühlenthal trifft Bürgermeisterin Iris Harms eine klare Aussage zu ihren Plänen nach fünf Jahren im Amt: „Ich stelle mich gerne wieder zur Wahl.“

Adelsried: Auch Erna Stegherr-Haußmann geht davon aus, dass sie 2020 in Adelsried wieder in den Ring steigt. Es gebe viele große Projekte, die sie noch weiter umsetzen wolle. Außerdem wolle sie den neuen Geschäftsleiter ab Mai unterstützen. 2014 hatte die SPD-Bürgermeisterin knapp ihr Amt verteidigt.

Langweid: Klar fällt auch die Aussage des Langweider Bürgermeisters Jürgen Gilg aus. Er wolle die „abwechslungsreiche Tätigkeit“ gerne fortsetzen. Die Vorstandschaft des CSU-Ortsverbands habe ihm bereits die Unterstützung ausgesprochen. Gilg tritt damit zum dritten Mal an. 2014 hatte er keinen Gegenkandidaten.

Heretsried: Der Bürgermeister von Heretsried, Heinrich Jäckle, hat bereits bei der Bürgerversammlung im Februar seinen Hut in den Ring geworfen. Falls im Gemeinderat seine Kandidatur „positiv betrachtet“ werde, werde er sich als Kandidat zur Verfügung stellen.

Zusmarshausen: Fest entschlossen, weitermachen zu wollen ist auch Bernhard Uhl (CSU) in Zusmarshausen. Er hatte vor fünf Jahren auf Anhieb den Sprung ins Amt geschafft. Die vergangenen Jahre seien zwar sehr arbeitsintensiv gewesen, aber die Arbeit mache ihm viel Spaß. Er freue sich auf den neuen Wettbewerb.

Wer hält sich bedeckt?

Gersthofen: Der Gersthofer Bürgermeister Michael Wörle bestätigt, dass bereits Gespräche wegen einer erneuten Kandidatur laufen würden. Mehr will er momentan zu dem Thema aber nicht sagen. Wörle selbst ist parteilos, wurde aber bei den vergangenen Kommunalwahlen von den Freien Wählern und von SPD/Grünen unterstützt. Wörle hatte sich in einer Stichwahl gegen Jürgen Schantin durchgesetzt. Dieser hat bereits angekündigt, im nächsten Jahr sich in Gablingen um den Chefposten im Rathaus zu bewerben.

Aystetten: Der Aystetter Bürgermeister Peter Wendel (Freie Wähler)will zum jetzigen Zeitpunkt noch nichts zu einer erneuten Kandidatur sagen. Seiner Meinung nach ist es dafür noch zu früh. Für Wendel wäre es im Falle einer Wahl die dritte Amtsperiode.

Dinkelscherben: Der Bürgermeister von Dinkelscherben Edgar Kalb, der vor fünf Jahren nach einer Stichwahl Gemeindechef wurde, will erst abwarten, „wie sich wesentliche Themen in den nächsten Wochen und Monaten entwickeln und wie sich Kritiker und Befürworter meiner Arbeit im Vorfeld der Wahlen positionieren“. Der „tägliche Kampf und Krampf mit der Bürokratie“ verderbe ihm mehr und mehr die Freude an dem Amt, das ihm grundsätzlich Spaß mache. Gleichzeitig möchte er aber gerne angefangene Projekte zu Ende bringen.

Fischach: Der Fischacher Bürgermeister Peter Ziegelmeier ist noch „in der Überlegungsphase“. Seine Entscheidung hänge von mehreren Gesprächen ab, die er in der nächsten Zeit führen möchte. Ziegelmeier wird nächstes Jahr 66 Jahre alt. Er war 2014 von SPD und Unabhängigen nominiert worden und hatte keinen Gegenkandidaten.

Bonstetten: Auch in Bonstetten ist die Situation noch offen. Bürgermeister Anton Gleich sagt, dass die Fraktion von CSU und Unabhängigen Wählern die Entscheidung erst Ende April bekannt geben wolle. Daher könne er zu seiner weiteren Zukunft aktuell nichts „aussagekräftiges“ sagen. Auch der Westendorfer Bürgermeister Steffen Richter, der 2014 im Rathaus angefangen hat, kann noch nichts über seine weiteren Pläne sagen.

Wer hat noch Zeit?

Drei Gemeindechefs müssen sich noch keine Gedanken über eine neue Kandidatur machen, da die Wahlen dort einen anderen Turnus haben. Paul Metz in Stadtbergen, Jürgen Mögele in Gessertshausen und Willi Reiter in Ustersbach können den Wahlkampf entspannt beobachten.

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