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Meitingen

18.05.2018

Diese Schmiererei entsetzt Kinder und Lehrer

Ein unbekannter Täter hat in der Nacht auf Donnerstag ein Mosaik an der Grundschule in Meitingen beschmiert. Schüler und Helfer arbeiteten 600 Stunden an diesem Werk.
Bild: Kathrin Zander

Unbekannte besprühen ein Mosaik an der Grundschule in Meitingen. Kinder, Lehrer und Studenten hatten 600 Stunden an diesem Kunstwerk gearbeitet

Das ist fies: Unbekannte haben in der Nacht auf Donnerstag ein Mosaik an der Grundschule in Meitingen beschmiert. Ernst Lumper, der Direktor der Schule, berichtet: „Kinder und Kollegen sind einfach niedergeschmettert.“ Immerhin waren es vor allem die Kinder, die das Mosaik in mühevoller Kleinarbeit schufen.

Es entstand vor rund fünf Jahren im Rahmen einer Projektarbeit. 50 bis 90 Schüler arbeiteten damals rund drei Wochen lang gemeinsam an dem Bild, das aus vielen Einzelteilen zusammengesetzt wurde. Unterstützt wurden sie dabei von Lehrern, Studenten, Eltern und Handwerkern. „Insgesamt stecken mindestens 600 Stunden Arbeit in dem Mosaik“, schätzt Lumper.

Dass dieses Werk nun mutwillig demoliert wurde, kann der Direktor, der seit zehn Jahren die Schule in Meitingen leitet, gar nicht richtig fassen. „So einen Vandalismus an der Schule habe ich in den ganzen Jahren in Meitingen nicht erlebt“, sagt er.

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Nun geht es um die Frage, ob das Mosaik noch irgendwie zu retten ist. Lumper hat sich aus diesem Grund an Achim Zwick vom Ordnungsamt der Marktgemeinde gewandt. Zwick selbst macht der Vorfall sprachlos. „Das schlägt dem Fass dem Boden aus“, sagt er. Er schätzt den Gesamtschaden auf rund 7000 Euro.

Seit eineinhalb Jahren beobachtet der Leiter des Ordnungsamtes, dass die Graffiti-Schmierereien in Meitingen wieder zunehmen. Dass die Täter nun ein Kunstwerk von Kindern übersprühen, entsetzt ihn einfach nur. „Wo soll das alles noch hinführen?“, fragt er sich.

Nun steht er vor dem Problem, wie das Mosaik gerettet werden kann. „Einfach wegputzen geht da nicht“, sagt er. Die Farbe sei an den Steinen und in den Fugen. Gerade die unebene Fläche wird eine Beseitigung der Farbe schwer machen. „Wahrscheinlich müssen wir die Hälfte der Steine runternehmen, sauber machen und wieder an die Wand kleben“, erklärt Zwick. Dabei sei jetzt schon klar, dass die ganze Sache sicher nicht billig werden wird.

Die Marktgemeinde habe schon alle Hände voll zu tun, um die Folgen der vielen mutwilligen Zerstörungen zu beseitigen. „Allein im vergangenen Jahr hat das rund 15000 Euro gekostet“, berichtet Zwick. „Dafür könnte man schon ein schönes Spielgerät für einen Spielplatz anschaffen.“

Mittlerweile gebe es so viele Schmierereien, dass der gemeindliche Bauhof mit der Beseitigung und dem Übermalen kaum nachkomme. Diese finden sich beispielsweise an der Realschule, dem Bahnhofsgebäude, den Lärmschutzwänden oder auf Garagen. Immer wieder sei dabei im Gemeindegebiet das Bild eines grünes Kaktus oder der Schriftzug „Kaissr“ aufgetaucht.

Zwick ärgert sich in diesem Zusammenhang auch über fehlende Zivilcourage. Er hört immer wieder von Leuten, die ihm im Nachgang berichten, dass Jugendliche etwas zerstört hätten. Zwick fragt sich, warum diese Leute dies nicht gleich bei der Polizei melden, damit die Täter gefasst werden können.

Gemeinde zahlt 250 Euro für Hinweise auf den Täter

Übrigens: Zwick hat den Vorfall an der Grundschule bei der Polizei angezeigt. Die Marktgemeinde Meitingen zahlt 250 Euro für Hinweise, die zur Ergreifung des Täters führen. Wer den Sprayer beobachtet hat oder kennt, soll sich bei der Polizeiinspektion in Gersthofen unter der Telefonnummer 0821/323-1810 melden.

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