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Waldfreibad

06.07.2010

Dinkelscherben: Badegast rettet Bub vor Ertrinken

Wie ein Film kommt Kai Sahler am Tag danach der Vorfall im Freibad Dinkelscherben vor. Der 20-Jährige rettete einen Achtjährigen aus vier Meter Tiefe. Foto: Marcus
Bild: Marcus

Die Mutter hatte ihnen verboten in das Schwimmerbecken im Waldfreibad Dinkelscherben zu springen. Doch die beiden Achtjährigen hielten sich nicht daran. Für einen hätte das fast ein tragisches Ende genommen.

Kai Sahler wohnt erst seit einer Woche in Dinkelscherben und schon sind alle voll des Lobes über ihn: Durch sein beherztes und schnelles Eingreifen hat der 20-Jährige am Montag einem achtjährigen Buben im Freibad Dinkelscherben das Leben gerettet. Das Kind war laut Polizei im vier Meter tiefen Schwimmerbecken untergegangen, wurde aber von dem jungen Mann wieder nach oben gezogen.

Buben wollten "hüpfen" gehen

Der Vorfall hat sich gegen 16.50 Uhr ereignet: Zwei achtjährige Buben waren mit ihren Müttern im Waldfreibad. Die Kinder planschten zunächst im Nichtschwimmerbecken, ehe sie einer Mutter sagten, dass sie zum "Hüpfen" gehen wollen. Die Mutter sagte den Jungen, lediglich vom Beckenrand des Nichtschwimmerbeckens zu hüpfen, zumal einer der beiden Achtjährigen kein so guter Schwimmer ist. Die Freunde gingen dann aber doch zu den Startblöcken im Schwimmerbecken. Dort sprangen sie neben dem Sprungturm ins Wasser. Kurze Zeit später sank der Bub, der nicht so gut schwimmen konnte, auf den vier Meter tiefen Beckenboden.

Dinkelscherben: Badegast rettet Bub vor Ertrinken

Zu seinem großen Glück beobachtete dies Kai Sahler, der mit seiner Freundin zum Sonnen am gegenüberliegenden Beckenrand lag. "Ich habe die zwei Frauen gesehen, die um Hilfe riefen und immer wieder aufs Wasser deuteten," erzählt er. Mehrere Kinder hätten versucht, in die Tiefe zu tauchen. Ohne viel zu denken, sei er sofort ins Becken gesprungen und zum Boden getaucht. Dort sah der 20-Jährige das Kind liegen. Der sportliche Retter, der früher Zehnkampf gemacht hat, brachte den Bewusstlosen nach oben und überprüfte Atmung und Puls. "Die Lippen waren bereits blau, aber sein Herz hat noch geschlagen." Bereits nach rund 20 Sekunden sei der Bub wieder ansprechbar gewesen, erinnert sich Kai Sahler. Der Achtjährige wurde trotzdem vorsorglich in die Kinderklinik gebracht.

Der Vater des Buben hat noch am gleichen Abend bei dem Lebensretter angerufen. Die Eltern des Achtjährigen wollen sich in aller Ruhe nochmal entsprechend bedanken.

Kai Sahler will ab dem neuen Semester Wirtschaftsinformatik in Augsburg studieren. Er kommt aus Fürth und ist zu seiner Freundin nach Dinkelscherben gezogen. Der junge Mann hat sich am neuen Wohnort schon nach kurzer Zeit einen Namen gemacht. Von Regine Kahl

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