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Projekt

18.12.2019

Doch keine Eislaufbahn für den Rothauepark

Der Rothauepark in Horgau soll ein knapp vier Hektar großes Gelände zum Erleben der Natur werden. Doch die Kosten dafür schießen in die Höhe. Den ursprünglichen Plan kann sich die Gemeinde offenbar nicht mehr leisten

In der letzten Sitzung vor Weihnachten hatte der Gemeinderat noch eine harte Nuss zu knacken. Denn der Rothauepark wird um einiges teurer als geplant. Gründe dafür sind die erhöhten Kosten der Aushubarbeiten und die Entsorgung des Torfbodens.

Das allein koste in etwa 600000 Euro, hieß es bei der jüngsten Sitzung. Hinzu kommen Kosten für die Ausstattung, rund 400000 Euro. Dadurch ergibt sich eine Steigerung von rund 400000 Euro zur ersten Schätzung. Diese lag damals bei insgesamt 600000 Euro. Josef Steinle (FW) vermutet den Fehler bereits in der ersten Kostenplanung.

Landschaftsarchitekt Reinhard Baldauf musste eingestehen, dass bei der ersten Kalkulation die Hoffnung bestand, dass der Torf anderweitig entsorgt werden könne. „Der Landschaftsbau ist im Moment extrem teuer“, sagte er. Bürgermeister Thomas Hafner erklärte, dass für die Entsorgung ein Nachweis erbracht werden muss. „Wir müssen versuchen, einen Abnehmer zumindest für einen Teil des Aushubs zu finden.“ Einsparmöglichkeiten könnten sich durch Erhöhung der Fördersumme oder durch eine zeitliche Verschiebung um ein Jahr ergeben. Baldauf schlug vor, die Erdarbeiten zu reduzieren, damit das Ziel noch erreicht werden kann. Darunter fallen die Rothschleife, die Eislauffläche und der Wasserspielteich. Steht der Park damit auf der Kippe? Die Mehrheit im Gremium hatte den Rothauepark bei der jüngsten Sitzung nicht infrage gestellt – und dennoch gab es einige Diskussionspunkte.

Doch keine Eislaufbahn für den Rothauepark

„Warum soll jetzt ein Zukunftsprojekt zerpflückt werden?“, fragte Thomas Christ (FW). Für Zweiten Bürgermeister Johann Ohnesorg (Bürgerverein Rothtal) hingegen ist der Unsicherheitsfaktor zu hoch, wenn das Projekt um ein weiteres Jahr verschoben werden würde. „Die Höhe der Fördergelder ist im nächsten Jahr nicht sicher“, sagte er und plädierte wie auch Hafner auf Planungsreduzierung. Um Kosten zu sparen, könne die Rampe am Friedhof entfallen und die Asphaltierung der Zufahrt auch zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen. „Ich möchte den Eislaufplatz nicht aufgeben“, so Hafner. Und dennoch fiel die letztendliche Entscheidung des Gremiums für den Wegfall der Eislauffläche unter Beibehaltung des ursprünglichen Plans aus.

Nun soll der Landschaftsarchitekt bis zur nächsten Sitzung im Januar einen überarbeiteten Plan mit detailliertem Angebot aufstellen.

„Erlebnisaue Roth“ nennt sich das Gelände, das im kommenden Jahr entstehen soll. Pläne dazu gibt es bereits seit rund zwei Jahren. Der ursprüngliche Plan sieht an der neuen Rothschleife zum Beispiel einen großen Spielteich mit Insel vor. Dazu ein Wasserspielplatz mit Wasserfall, Sandbaustelle einem Sandbagger und einem Matschtisch. Nördlich davon sieht der Plan einen Holzpavillon vor. Im Spielteich ist eine kleine Kiesinsel sowie eine größere Insel eingezeichnet. Am Ufer finden sich Trittsteine und Baumstämme zum Balancieren. Östlich vom Spielteich ist eine Fläche vorgesehen, die im Winter zum Eislaufen genutzt werden kann. Außerdem soll der Fußgängersteg saniert werden. Weil man damit rechnet, dass viele Besucher von außerhalb kommen werden, um den neuen Park zu besuchen, ist auch ein neuer Parkplatz geplant. Dazu soll der bestehende Parkbereich am Friedhof erweitert werden. (mit kinp)

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