Newsticker

Massive Kontaktbeschränkungen sollen schon ab 2. November gelten
  1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg Land)
  3. Dominikus-Ringeisen-Werk: 250 Besucher kommen nach Holzen

Allmannshofen-Holzen

25.03.2019

Dominikus-Ringeisen-Werk: 250 Besucher kommen nach Holzen

In der Montageabteilung werden Bauteile für Porsche gefertigt. Genau wurde die Arbeit der Mitarbeiter begutachtet. Selbst Hand anlegen wollte hier keiner dieser Besucherrunde. 

Der erste Tag der offenen Tür im Dominikus-Ringeisen-Werk wird mit zehn Führungen durch die Werkstätten für Menschern mit Behinderung ein voller Erfolg.

Etwa 250 Interessierte folgten der Einladung des Dominikus-Ringeisen-Werks (DRW) nach Holzen und blickten dort hinter die Kulissen der Werkstatt, die die Arbeitsstelle für aktuell 68 Menschen mit Behinderung ist (wir berichteten). Für Bernhard Christi, der für Werkstatt und Förderstätte verantwortlich zeichnet, war der Tag der offenen Tür damit ein „super Erfolg“.

Das Konzept ist aufgegangen, erklärt er: „Es sind viele gekommen, die unsere Einrichtung bereits kennen, aber nicht genau wussten, was wir tun.“ Das habe sich nun für die Besucher geändert. Insgesamt zehn Führungen fanden statt. Neben Christi standen auch Stefan Weigl und Daniela Fendt den Besuchern Rede und Antwort. Auch Mitmachen war beim Tag der offenen Tür ausdrücklich erlaubt.

Barbara Kopold, die mit ihrem Mann als Besucherin zu Gast war, ließ sich von Anita Fischer genau erklären, wie die Anleitung zu falten und in die Plastiktüte zu packen ist. Ihre Intention am Tag der offenen Tür vorbeizuschauen, war ihr Interesse an den Tätigkeitsbereichen der DRW-Werkstatt-Mitarbeiter. Auch die Lebensfreude, welche die Menschen hier ausstrahlen, wollte sie erleben.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Einblick in die Werkstatt in Holzen

Die Schwestern Maria Weichselbaumer aus Augsburg und Anna Moser aus Edenbergen hatten bereits Berührungspunkte mit dem DRW in Ursberg. Gemeinsam nutzten sie die Chance, am Tag der offenen Tür am Standort in Holzen einen Blick in die dortige Werkstatt zu werfen. Auch sie testeten die eine oder andere Aufgabe selbst, die die Mitarbeiter mit Behinderung hier in ihrem Arbeitsalltag zu bewerkstelligen haben und merkten schnell: Zum Bekleben der fertig gepackten Pakete braucht es eine ruhige Hand.

Die Führungen am Tag der offenen Tür deckten alle Bereiche der Werkstatt ab, was auch bedeutete, dass die Besucher Kosmetikartikel bekleben, Rauchmelder eintüten und Plastikteile für den Porsche vorbereiten durften. An eben diesen Arbeitsschritt wagten sich allerdings nur wenige Gäste heran, schließlich konnten sie hautnah beobachten, wie viel Akribie und Genauigkeit an diesem Arbeitsplatz in der Montageabteilung nötig ist.

Bewundernde Blicke richteten die Gäste auch auf die Keramikabteilung. Während Keramikartikel handbemalt wurden, erklärte Gruppenleiterin Sonja Hartmann, dass die Mitarbeiter sich hier mit 90 verschiedenen Glasuren auskennen und quittierte die erstaunten Blicke der Gäste mit diesen Worten: „Man unterschätzt, was wir hier tun.“

„Eine der besten Einrichtungen bayernweit für Autisten“

Die DRW-Werkstätten noch genauer kennenzulernen, war auch der Beweggrund für Friedrich Tieber, beim Tag der offenen Tür vorbeizuschauen. Seit einem halben Jahr lebt und arbeitet sein Sohn im DRW in Holzen. Er sei Autist, erklärt der Vater, der vor allem die „humane Organisation“ lobte: „Es ist eine der besten Einrichtungen bayernweit für Autisten“, erklärte Tieber, der auch an der Entwicklung einer Autismus-Strategie für Bayern mitwirkt.

Nach einem Rundgang durch die Werkstatt im Innenbereich durften die Gäste die Sonne genießen und sich die Arbeiten in der Naturwerkstatt von Gruppenleiterin Pia Winkler erläutern lassen. „Wir sind die Gruppe für alle Fälle“, erklärte sie, bevor sie ihre Arbeiten auflistete, die beim Versorgen der Tiere beginnen, das Brennholzmachen, das Rasenmähen, das Anpflanzen des Friedhofs umfassen und beim Schneeräumen und Straßenkehren noch lange nicht enden. Beendet haben viele Gäste ihren Tag auf Kloster Holzen hingegen im Klosterladen, wo sie Keramikartikel erwarben – als Erinnerung an einen aufschlussreichen Tag mit tüchtigen Menschen mit Behinderung.

Eine Wiederauflage des Tags der offenen Tür wird es sicher geben, stellt Christi in Aussicht, aber nicht in Holzen. Der nächste Tag der offenen Tür wird dann in der neuen Werkstatt stattfinden, die in Meitingen entstehen wird.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren