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Ehingen

25.04.2018

Doppelt kompliziert, zweifacher Spaß

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4 Bilder
Für einen kleinen Hund macht Emma große Sprünge. Sowohl die Mischlingshündin als auch ihr Frauchen hatten Spaß beim gemeinsamen Sport. Mit Begeisterung wurde über Hürden gesprungen und durch den Tunnel gekrabbelt.
Bild: Marcus Merk

Über Hürden springen und durch Tunnel krabbeln – unsere Testerin erlebt, wie anstrengend Hundesport für Tier und Mensch ist. Wie man als Anfänger beginnen kann.

Der Frühling ist da, das sommerliche Wetter versetzt uns in Hochstimmung, und sie läuft weiter: unsere Serie „Fit wie ein Turnschuh“. Im Selbstversuch testen wir in den kommenden Wochen verschiedene Möglichkeiten, sich fit zu halten, und geben anhand unserer dabei gesammelten Erfahrungen Tipps.

Schon nach wenigen Minuten schnappen meine Hündin Emma und ich um die Wette nach Luft und brauchen die erste Pause. Sie steckt ihr Maul erst mal gierig in den Wassernapf, ich halte mir keuchend die Seite. Beim Hundesport-Probetraining in Ehingen ging es von der ersten Hürde an richtig zur Sache.

Agility ist ein Wettkampfsport

Gabriele Müller von der Hundeschule Hundeblick bietet das sogenannte Spaß-Agility an. Sie erklärt, was wir machen müssen: „Agility ist ein Wettkampfsport in Vereinen. Der Hund muss dabei einen Hindernisparkour überqueren, es geht um Schnelligkeit und Punkte. Bei uns gibt es auch einen Parkour, aber es geht vielmehr um den Spaß und die Bindung zwischen Hund und Mensch.“

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Auf dem Platz der Hundeschule, einer großen Wiese am Rand von Ehingen, sind schon einige Hindernisse aufgebaut. Zuerst kommen drei Hürden, dann ein langer Tunnel, wieder einige Hürden, dann eine sogenannte kleine A-Wand, eine Art steile Kletterwand, und zum Schluss eine Wippe.

Mit „Hopp“ geht es los

Wie wir am besten anfangen, erklärt uns Gabriele Müller ausführlich. „Emma sitzt und Sie stehen rechts von ihr. In Ihrer linken Hand halten Sie die Belohnung und führen sie damit durch den Parkour.“ Mit Kommando „Hopp“ geht es los. Emma hat das Konzept gleich kapiert und nimmt mit Schwung – eins, zwei, drei – alle Stangen hintereinander. So schnell schaue ich gar nicht, ist sie schon an mir vorbeigeflitzt, und ich spurte los, um mitzuhalten.

Gabriele Müller feuert uns währenddessen an und erklärt: „Viele Hunde möchten vom Menschen geführt werden. Beide müssen währenddessen aufeinander achten. Das stärkt die Bindung und die Beziehung.“ Den Tunnel zu durchqueren, ist ihr am Anfang nicht geheuer. „Werfen Sie ein Leckerli hinein und rennen Sie auf die andere Seite, um sie gleich zu belohnen, wenn sie wieder rauskommt“, ruft mir Gabriele Müller hinterher. Es klappt sofort und Emma stürzt sich mit Karacho in die Öffnung.

Hunde lernen auch von anderen Hunden

„Es ist wichtig, den Hund in Ruhe und langsam Schritt für Schritt an ein neues Hindernis zu führen“, erklärt die ausgebildete Hundeverhaltenstherapeutin und -trainerin. Immer wieder gibt sie mir Hinweise, wie ich meine Hand vor Emma führen soll und worauf ich achten muss. „Es geht um non-verbale Kommunikation, die Körpersprache ist entscheidend.“ Das merke ich auch beim nächsten Hindernis, der A-Wand. Egal, wie viel ich lobe, Emma fürchtet sich zu sehr, um darüber zu klettern. Erst als Gabriele Müllers Zwergpudelhündin Momo vorausgeht, traut sich Emma und kraxelt hinterher. „Da sehen Sie: Hunde lernen auch von anderen Hunden und schauen sich Dinge ab. Das habe ich in meiner Schule immer wieder gesehen.“ Seit zehn Jahren betreibt sie selbstständig die Hundeschule. Heute macht sie mir bewusst: „Ich arbeite weniger mit den Tieren, sondern vor allem mit den Menschen. Denn wer denkt, der Hund wird geschult und man selbst muss nichts machen, verfolgt einen falschen Ansatz.“

Zum Ende des Parkours müssen wir noch über die Wippe, die Königsdisziplin. Mittlerweile bemerke ich, dass unsere Konzentration nachlässt. Für Emma ist diese Disziplin besonders schwierig. Es wackelt und ruckelt und knallt laut, wenn ein Ende aufschlägt. Einmal schaffen wir es mehr schlecht als recht hinüber, dann lassen wir uns erschöpft ins Gras plumpsen. Eine neue Sportart auszuprobieren, ist für mich alleine schon schwierig. Beim Hundesport ist noch mal alles doppelt kompliziert. Dafür macht es aber auch doppelt so viel Spaß.

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