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Neusäß

02.01.2019

Down Under in Neusäß: Wo ist das Känguru hingehüpft?

Ob ein Känguru dauerhaft in freier Wildbahn im Augsburger Land überleben kann? Denkbar wäre es.
Bild: Heyder, dpa (Symbolfoto)

Plus Eine Autofahrerin will nahe des Neusässer Erlebnisbads Titania ein Beuteltier gesehen haben. Die Polizei nimmt den Hinweis ernst. Eine Spurensuche.

Vom Känguru, das vergangene Woche nahe des Erlebnisbads Titania gesehen wurde, fehlt noch immer jede Spur. Bei der zuständigen Polizei in Gersthofen sind bislang keine neuen Hinweise eingegangen. Wie berichtet, hatte eine Frau gegen 6.30 Uhr auf dem Weg zur Arbeit das australische Beuteltier gesehen – es sei auf der Nordumgehung aufgetaucht und habe dann kurz vor dem Erlebnisbad Titania die Fahrbahn gekreuzt und sei dann in den Büschen verschwunden.

Wer hat das Känguru nahe des Erlebnisbads Titania gesehen?

Angeblich habe es sich um ein kleineres Tier gehandelt – aber ganz bestimmt um ein Känguru. Daran bestünde laut der Autofahrerin keinerlei Zweifel. Aber woher kam das Tier? Und wohin wollte es?

Aus dem Augsburger Zoo stammt es jedenfalls nicht. Dort wird kein Beuteltier vermisst, sagte gestern die Leiterin Dr. Barbara Jantschke. Dass ein Tier die Flucht ergriffen hat und vom Siebentischwald einmal quer durch Augsburg in den Westen hüpft, dürfte eher unwahrscheinlich sein. Denkbar ist dagegen, dass ein Tier einem Zirkus abhanden gekommen ist. Hat ein Familienbetrieb derzeit seine Zelte in und um Neusäß aufgeschlagen?

Im Ordnungsamt der Stadt gibt es nur ein Kopfschütteln – offiziell sei kein Zirkus angemeldet. Der nächste bekannte Zirkus, der bis Sonntag in Augsburg Station macht, ist der Moskauer Circus an der Rockfabrik in der Riedinger Straße.

Kängurus sind für Zirkusse schwierig zu halten

Im Programm der Weihnachtsgala gibt es allerdings keine dressierten Kängurus – einzig Tiger tanzen nach der Pfeife von Raubtierflüsterer Robano Kübler. Dazu kommen Löwen, Kamele, Elefanten, Esel und Pferde. Lana Frank vom Zirkus weiß: „Es gibt nur noch ganz wenige Kollegen, die Kängurus haben.“ Der Grund: „Sie sind schwierig zu halten.“

Auf was es ankommt, weiß Peter Hammer aus dem Landkreis Donau-Ries: Seine Familie hat drei Wallabys. Otto, Paula und Skippy heißen sie. „Sie brauchen ein Gehege und einen Stall, in den sie jederzeit rein und auch wieder raus können“, erklärt der Tierfreund. Denn: „Kängurus sind Fluchttiere.“

Entsprechend viel Zeit sei nötig, bis die Tiere zutraulich sind. Vielleicht spielen auch die „Leckerlis“ eine Rolle, damit sich die Tiere an den Mensch gewöhnen: Das ist Knäckebrot. Auch Erdnüsse lieben die Kängurus von Familie Hammer, die außerdem Gras im Sommer, Heu im Winter und Spezialfutter fressen. Ab und zu gibt es Karotten.

Wichtig seien außerdem Äste, die die Tiere abnagen und so ihre Zähne pflegen können. Die frostigen Temperaturen machten ihnen übrigens nichts aus, erklärt Hammer. „Die Tiere haben ein richtiges Winterfell angesetzt.“

Auch bei Wintertemperaturen können Kängurus überleben

Barbara Jantschke vom Augsburger Zoo erklärt: Die Bennett-Kängurus stammen aus Tasmanien, wo ähnliche klimatische Bedingungen herrschen. Also: Milde Winter, recht warme Sommer und in Höhenlagen ab und an Schneefall. „Wenn es den Tieren bei uns dennoch zu kalt wird, dann gibt es einen warmen Stall. Darüber freut sich jedes Tier“, sagt Jantschke.

Ob es dauerhaft in freier Wildbahn im Augsburger Land überleben kann? Denkbar wäre es. Aber auffallen würde ein hüpfendes Tier auf jeden Fall. Die Polizei jedenfalls hatte den Hinweis der Autofahrerin ernst genommen und die Gegend abgesucht. Siegfried Hartmann vom Polizeipräsidium Schwaben Nord sagt: „Es ist nichts unmöglich.“

Teuer kann es allerdings werden, wenn jemand absichtlich den Notruf missbraucht. Vor Jahren hatten zum Beispiel vier Jugendliche unabhängig voneinander der Polizei gemeldet, dass im Augsburger Siebentischwald ein Tiger unterwegs sei. Polizei und Feuerwehr durchsuchten denn Wald, sogar ein Hubschrauber mit Wärmebildkamera war im Einsatz. Die Kosten beliefen sich auf etwa 7000 Euro.

Notruf für eine kleine Feldmaus

Unklar war die rechtliche Lage vor zwei Jahren, als ein junger Mann bei der Polizei in Landsberg einen Notruf abgesetzt hatte. Er meldete, dass „jemand“ nahe der Lechstaustufe 15 ertrinken würde. 20 Feuerwehrmänner, mehrere Wasserwachten sowie Notarzt, Rettungswagen und Rotes Kreuz kamen, um dem vermeintlichen Ertrinkenden zu retten.

Sogar ein Rettungshubschrauber des ADAC machte sich auf den Weg. Vor Ort stellte sich dann heraus, dass es sich bei dem Ertrinkenden um eine Feldmaus handelte. Sie wurde gerettet.

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