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03.08.2012

Dracula mit britischem Humor

Zu Literatur im Biergarten kam der Übersetzer Andreas Nohl und las aus dem Roman „Dracula“.
Bild: Monika Hupka-Böttcher

Andreas Nohl hat den Roman neu übersetzt

Diedorf Vampire haben Konjunktur, und auch der Bestseller „Dracula“ aus der Feder von Bram Stoker wurde in 45 Sprachen übersetzt. Zahlreiche Filme, Geschichten und Comics entstanden nach dieser Romanvorlage. Jetzt hat Andreas Nohl, ein leidenschaftlicher Übersetzer, eine neue und – wie er selber sagt – ganz nah am Originaltext und der Intention des Autors angesiedelte Übersetzung erarbeitet. Kostproben davon gab Nohl im Rahmen von „Literatur im Biergarten“, zu dem die Buchecke Diedorf in die Gaststätte Fendt eingeladen hatte.

Die Zuhörer empfing allerdings eher britisches Wetter, das Nohl und die Zuhörer in die Gaststube trieb. Andreas Nohl spannte den Bogen von London nach Transsilvanien und beschreibt die Bahnreise des Juristen Jonathan Harker als eine Art klassischen Reisebericht ins Ungewisse. Harker wird als Gast bei Graf Dracula, der in einer düsteren Burg haust, aufgenommen. Doch bald merkt Jonathan Harker, dass sein Gastgeber ein unheimliches Nachtleben führt und er als Gefangener in der Falle sitzt; in letzter Minute gelingt ihm die Flucht.

Ein grässlicher Blutsauger in der Stadt

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Etliche Buchkapitel später hat der grässliche Blutsauger Dracula sein Betätigungsfeld in die von Menschen wimmelnde Großstadt London verlegt. Dort unternehmen Jonathan Harker und seine Frau Mina, drei weitere Männer sowie der alte holländische Arzt Dr. van Helsing gemeinsame Anstrengungen, um dem Grafen das tödliche Handwerk zu legen. Auf die Helden warten unsägliche Mühen und Gefahren, an deren Ende schließlich eine weitere Reise nach Transsilvanien steht.

Andreas Nohl hat in seiner Übersetzung versucht, „aus einem miserablen Buch ein wirklich gutes Buch zu machen“, wie er betont. Er habe den Text „beschleunigt, auf den Originaltext und die Intention des Autors geachtet, aber kein Drehbuch und keine Regieanweisung daraus gemacht“. So habe er zum Beispiel die Figur Dr. van Helsings, eines gelehrten Mannes, der acht Sprachen spricht, nicht durch banal-triviale Wortspielereien verunstaltete. Geblieben ist aber die gruselige Atmosphäre des Romans, der britische Humor und das gewisse Understatement. Nohls Neuübersetzung des Weltklassikers ist stilistisch so nah am Original wie noch nie, sie verbindet literarische Qualität mit höchster Spannung. Andreas Nohl, geboren 1954, studierte in Berlin, Frankfurt und San Francisco. Seit 1985 ist er freier Schriftsteller und Übersetzer, er lebt in Augsburg. Auch seine Neuübersetzung von Mark Twains „Tom Sawyer & Huckleberry Finn“ erregte 2010 großes Aufsehen. (mon)

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