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Kreis Augsburg

11.09.2019

Drei Brände: Geht in Gessertshausen ein Brandstifter um?

Brand / Stadel Gessertshausen
2 Bilder
Schon wieder ein Brand in Gessertshausen. Innerhalb von nur fünf Wochen musste die Feuerwehr hier gleich drei Mal wegen es Brandes ausrücken. Die Polizei geht von Brandstiftung aus. In der Nacht zum Mittwoch brannte dieser Stadel neben dem Feuerwehrhaus an der Hauptstraße nieder.
Bild: Marcus Merk

Zum dritten Mal innerhalb weniger Wochen brennt es in Gessertshausen. Diesmal steht ein Geräteschuppen in Flammen. Die Polizei geht davon aus, dass das Feuer absichtlich gelegt wurde. Nun ermittelt die Kripo.

Es ist bereits der dritte Brand mit ungeklärter Ursache innerhalb weniger Wochen. In der Nacht zum Mittwoch ist in Gessertshausen ein Geräteschuppen abgebrannt. Wie die Polizei mitteilt, stand der Stadel neben dem Feuerwehrhaus an der Hauptstraße völlig in Flammen. Verletzt wurde niemand. Der Sachschaden liegt bei rund 15.000 Euro. Die Brandursache ist unklar. Nun suchen die Beamten nach einem Brandstifter. Die Kripo ermittelt wegen vorsätzlicher Brandstiftung. Noch offen ist die Frage: Wie hängen die drei Brände in fünf Wochen miteinander zusammen?

Am Mittwochmittag sucht die Kripo vor Ort nach einer Antwort auf diese Frage. Der schwerbeschädigte Stadel ist zum Tatort geworden. Die Polizei hat den Bereich abgesperrt. Auch gut zwölf Stunden nach Einsatzbeginn um 1 Uhr nachts ist die Gessertshauser Feuerwehr noch vor Ort. Hinter den Feuerwehrmännern liegt eine lange Nacht. Der Geruch von verbranntem Holz liegt in der Luft. Vor dem Stadel steht das, was die Feuerwehrleute retten konnte: historische Geräte der Wehr. Sie sind von einer schwarzen Rußschicht überzogen. Eine alte Wasserpumpe aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs steht vor dem Stadel. Oder eine Tragkraftspritze von 1934.

Alte Geräte der Feuerwehr lagerten im Stadel

Inwiefern die historischen Einsatzmittel beschädigt sind, müsse man nun untersuchen, sagt Bernd Wagner, Kommandant der Feuerwehr Gessertshausen. Von hohem finanziellen Wert seien die alten Geräte zwar nicht. Aber der ideelle Wert lasse sich nicht in Zahlen ausdrücken. Neben den alten Einsatzmitteln lagerten in dem Stadel, welcher der Gemeinde gehört, auch Sandsäcke und Holz der Feuerwehr. Ein Teil des Stadels wird als Lagerraum des Schützenvereins genutzt.

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Hinter Kommandanten Wagner liegen am Mittwochmittag mehr als zwölf Stunden Einsatz. Als er gegen ein Uhr nachts am Einsatzort eintraf, stand der Stadel völlig in Flammen. Zusammen mit etwa 50 weiteren Einsatzkräften war er in der Nacht mit dem Löschen des Brands beschäftigt. Beteiligt waren die Wehren aus Gessertshausen, Deubach, Diedorf und Margertshausen.

Die Löscharbeiten dauerten bis zum Mittwochmorgen an, sagt Wagner. Dass er nun bereits zum dritten Mal wegen eines Brandes in Gessertshausen ausrücken musste, sei kein gutes Gefühl. Über die eine mögliche Brandursache möchte Wagner aber nicht spekulieren.

Schon wieder ein Brand in Gessertshausen. Innerhalb von nur fünf Wochen musste die Feuerwehr hier gleich drei Mal wegen es Brandes ausrücken. Die Polizei geht von Brandstiftung aus. In der Nacht zum Mittwoch brannte dieser Stadel neben dem Feuerwehrhaus an der Hauptstraße nieder.
Bild: Marcus Merk

Bereits der dritte Fall in nur fünf Wochen

Auch der Gessertshauser Bürgermeister Jürgen Mögele hofft, dass das sich ein solcher Vorfall in seiner Gemeinde nicht wiederholt. „Wir müssen uns nun damit auseinandersetzen“, sagt Mögele. Er ist froh, dass bei den Bränden niemand verletzt wurde. Es liege nun an den Profis der Polizei zu klären, wer hinter den drei Bränden in den vergangenen fünf Wochen steckt. Falls es sich um Brandstiftung handelt, appelliert Mögele an den Täter, sich zu stellen: „Besser jetzt als später“, sagt er. Zuletzt brannten zweimal innerhalb von nur einer Woche Strohballen auf einem Feld zwischen Gessertshausen und Diedorf. Der Leiter der Polizei Zusmarshausen, Raimund Pauli, bestätigte auf Nachfrage, dass in beiden Fällen der gleiche Landwirt betroffen sei. Der Schaden wurde im ersten Fall auf rund 6000 Euro geschätzt. Die Polizei hatte schon bei dem ersten Feuer den Verdacht einer Brandstiftung. Pauli: „Das hat sich nun erhärtet.“ Eine Selbstentzündung des Strohs könne bei den kühlen Temperaturen in der Nacht so gut wie ausgeschlossen werden, so der Polizeichef.

Die Polizei bittet Zeugen um Hinweise

Noch gebe keine konkreten Hinweise darauf, inwiefern die drei Brände miteinander zusammenhängen, erklärt ein Sprecher der Polizei auf Nachfrage. Das solle nun ermittelt werden. Auch sind bei der Polizei bislang keine Hinweise aus der Bevölkerung auf einen möglichen Brandstifter eingegangen.

Zeugen: Wer Verdächtiges beobachtet hat, soll sich bei der Polizei Zusmarshausen Telefon 08291/1890-0 melden.

Zwei Mal innerhalb einer Woche brannten vor kurzem Strohballen auf einem Feld bei Gessertshausen.

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